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Deutschland und sein Gold

22.07.2012  |  Presse
Gold wird von den Menschen seit tausenden von Jahren als Zahlungsmittel genutzt. Seit Beginn des 20 Jahrhunderts sank die Rolle des Goldes als Zahlungsmittel. 1971 wurde Gold als Währung endgültig verabschiedet. Als Konsequenz folgten eine enorme Zunahme der Geldmenge und das Sinken der Kaufkraft. In der heutigen Zeit wird Gold als Anlagemöglichkeit verwendet. Als Metall besitzt es den Vorteil, dass es nicht rosten kann und schon optisch eine enorme Faszination bewirkt.

Die weltweite Goldmenge beträgt etwa 163.000 Tonnen. Bei der Betrachtung des Goldbesitzes der einzelnen Länder spielt Deutschland eine bedeutende Rolle. Die Bundesbank und private Investoren besitzen zusammen 8 Prozent der weltweiten Goldmenge was circa 12.000 Tonnen darstellt. Nach den USA belegt Deutschland somit den zweiten Rang in Bezug auf die Menge der Goldreserven. Ein großer Teil davon befindet sich im Privatbesitz.

Deutschlands Gold in Privatbesitz beträgt fünf Prozent der weltweiten Goldmenge, was 7.000 Tonnen ausmacht und circa 253 Mrd. Euro entspricht. Im Gegensatz zu anderen Ländern wird hier deutlich, dass die deutschen Bürger doppelt so viel Gold besitzen wie die deutsche Bundesbank. Im Jahr 2010 stellten Goldbesitze etwa drei Prozent des gesamten Vermögens der Deutschen dar. Statistisch betrachtet besitzt jeder Deutsche 111 Gramm Gold. Laut den Daten von 2010 besitzen 89 Prozent der deutschen Bevölkerung Gold in Form von Schmuck oder physisches Gold wie Münzen oder Barren. Goldbezogene Wertpapiere spielen eine untergeordnete Rolle, denn nur 11 Prozent der Bevölkerung besitzen Gold-Wertpapiere. Der pro-Kopf-Konsum von Gold in Deutschland stellt einen sehr hohen Wert dar, denn jeder Vierte über 18 Jahren besitzt Vermögen in Form von physischem Gold.

Das überdurchschnittlich hohe Goldvermögen der Deutschen lässt sich dadurch erklären, dass die Menschen ein hohes Sicherheitsbedürfnis haben aufgrund der schlechten Erfahrungen in der Vergangenheit in Form von Goldentwertung. Die Angst vor einer erneuten Inflation und der Gedanke, sich dagegen schützen zu müssen, stellen die wohl wichtigsten Erklärungen für die enorm hohe Goldmenge in Deutschland dar. Die deutsche Hyperinflation, die das Land in den Jahren 1914 bis 1923 fesselte, war eine der größten Geldentwertungen, die eine Wirtschaftsnation bisher erlebt hat. Die Ursachen und die Folgen beschäftigten Deutschland noch viele Jahre. Die Hyperinflation im Deutschen Reich hatte ihre Vorgeschichte und ihre Ursachen in der Art der Finanzierung des Ersten Weltkrieges und seiner Folgen. Dies wird daran deutlich dass die Mark mit dem Ende des Krieges 1918 bereits mehr als die Hälfte ihres Wertes verloren hatte.

In allen Hyperinflationen hat sich Gold als optimale Krisenwährung erwiesen. Wer in dieser Zeit Gold besaß konnte sich als Gewinner bezeichnen. Ein weiterer Vorteil der Investition in Gold besteht darin, dass es eine Absicherung gegen den fallenden Dollarkurs darstellt. Außerdem entzieht sich Gold, im Gegensatz zu Immobilien oder Lebensversicherungen, weitestgehend dem Zugriff durch die Regierung. Wenn man beispielsweise Schulden beim Finanzamt hat, kann dieses nicht auf Goldreserven zurückgreifen. Gold bietet auch einen Schutz gegen Währungsreformen, da es dagegen immun ist.

Ein Grund für die überwiegende Investition in Gold in Form von Goldbarren und Anlagemünzen besteht darin, dass sie von der Umsatz- und Abgeltungssteuer befreit sind. In Deutschland gilt die Abgeltungssteuer für Zinsen, Dividenden und Erlöse aus Wertpapierverkäufen, die seit dem 1. Januar 2009 zufließen. Der Abgeltungssteuersatz von 25 Prozent wird von der Bank direkt einbehalten und an das Finanzamt abgeführt. Die Umsatzsteuer wird auf alle Waren und Dienstleistungen erhoben. Als Unternehmer oder Selbstständiger muss diese Steuer auf jeder der Rechnungen zum Erlös dazu addieren werden. Außerdem ist physisches Gold ebenfalls eine Form von Geld. Das bedeutet, dass bei Gold in physischer Form kein Counterpart Risiko besteht. Andere Wertpapiere hingegen, wie Anleihen oder Festanlagen stellen in der Regel nur Forderungen auf Geld dar.

Der Grund für den enorm hohen Bestand an Gold der deutschen Zentralbank besteht darin, dass sie als Stabilitätsanker im Rahmen des ehemaligen Währungssystems gilt. Die Goldreserven der Bundesbank machen in der jährlichen Bilanz 17 Prozent aus.

Deutschlands Gold ist hauptsächlich im Ausland gelagert. Dabei befinden sich 66 Prozent in New York, 21 Prozent in London, acht Prozent in Paris und nur fünf Prozent in Frankfurt. Derzeit gibt es einige Kampagnen, die für die Rückführung des deutschen Goldes nach Deutschland appellieren. „Holt unser Gold heim“ ist ein Beispiel für eine solche Kampagne welche glaubt, dass es in der Finanzkrise nötig ist das Gold auf heimischen Boden zu haben und auch, um die Prüfung des Goldes anzuordnen um es für eine teilweise gedeckte Währung vorzubereiten.

Potenzielle Anleger stellen sich berechtigterweise häufig die Frage, wie man das deutsche Gold erkennt. Diese Frage lässt sich jedoch leicht beantworten: jeder einzelne Goldbarren besitzt eine Nummer, ein Siegel sowie einen Stempel für den Reinheitsgrad des Goldes. Auf diese Weise können die Goldbarren den entsprechenden Besitzern problemlos zugeordnet werden.

Wie sich der Goldkauf in Deutschland in den nächsten Jahren entwickeln wird ist nicht klar absehbar. Viele Experten gehen jedoch davon aus, dass auch in der Zukunft zahlreiche Anleger in Gold investieren werden und der Kurs dadurch ansteigt. Als Indiz dafür gilt die derzeitige wirtschaftliche Situation welche stark ins Wanken gerät und dadurch die Goldkäufe der Bevölkerung fördert.


Quelle: therealasset.co.uk



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