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Armes Amerika: Von Platz Eins fort an den Katzentisch! (Teil 1/2)

23.09.2017  |  Prof. Dr. Hans J. Bocker
Keine Weltmacht, nebst ihrer Währung, bleibt für immer an der Spitze. Dies mussten schon viele Völker erfahren, die sich zur Weltmacht oder einer weltmachtähnlichen Stellung, sei es mit friedlichen Mitteln oder mit Krieg, empor gekämpft oder nach oben gearbeitet hatten.

Die friedlichen Mittel bestanden vielfach aus einer geschickten Heiratspolitik. Die wichtigste Kaiserin der Habsburger, also Maria Theresia, in Personalunion die Chefin des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, wurde die "Schwiegermutter Europas" genannt. Ihre zahlreichen Kinder waren an fast allen Königshäusern, Fürstenhöfen und Grafschaften erfolgreich vermählt, lebten und sorgten dort aus diesen Machtpositionen heraus indirekt für das Wohlergehen des Hauses Habsburg und dessen Weltreich, in dem bekanntlich "die Sonne nie unterging".

Ähnliches gab es schon immer, wie die Geschichte der Nibelungen (Krimhild, Etzel), Mongolen, Türken, Araber, Inder, Ägypter, Etrusker und Römer beweist. In der neueren Geschichte stiegen auf und gingen unter: die Holländer, Portugiesen, Spanier, Franzosen und Briten. Meist etablierten sie eine "Weltwährung" in Form von Münzen, wie Solidus, Denar, Dublone, Talent, Gulden, Pfund, Krone, Taler, Sovereign, Mark oder Goldmark, Vreneli, Rubel, Louisdor, Batzen und andere, die heute noch als Sammlerstücke gesucht und gefragt sind. Das Münzmaterial war meist Gold, mindestens aber Silber.

Und immer wieder gab es Papierwährungen, die sich viel leichter inflationieren ließen. Münzverschlechterungen erwiesen sich für die jeweils Mächtigen in ihren Bereicherungsfeldzügen als schwieriger im Ablauf ihrer typischen Volks-Enteignungsgeschäfte. Dies war technisch einfach zu mühsam und ging zeitlich zu langsam. Mit Papiergeld ging das viel leichter.

Mit dem Verfall oder Untergang ihrer Weltreiche verschwanden auch die Währungen dieser einstmals die Machtpolitik bestimmenden großen globalen Spieler. Zuletzt scheiterte das britische Empire im 20. Jahrhundert und nahm das früher alles beherrschende Pfund mit ins Grab. Die neue Weltmacht war jetzt Amerika und seine neue Währung, der Dollar (abgeleitet vom deutschen "Taler"), bestimmte ab sofort das globale Währungsgeschehen, und die USA galten seit über 90 Jahren als das reichste Land der Welt.

Offiziell wurde der Dollar auf den Thron der Weltleitwährung erst auf der Konferenz von Bretton Woods nach WK II gehoben und hatte zunächst eine Golddeckung, welche erst im August 1971 aufgehoben wurde. Vorher aber enteignete man 1933 erst mal die Amerikaner von ihrem problematischen, sogar für die Macht der Eliten gefährlichen Besitz an "echtem Geld" (Geld nicht nur durch Versprechen gedeckt), also physischem Gold.

Am Gebäude der Dollarmacht wurde lange herum konstruiert. 1913 gründete man zunächst einmal auf einer unbekannten Insel (Jekyll Island) eine monströse private Organisation, die legendäre FED, deren Aktionäre, sprich Eigner, die größten Geldhäuser (nicht der Staat) waren und noch immer sind, die seither das gesamte Welt-Finanzgefüge beherrschen. Drei massive Lügen stecken allein im Namen "FED": Zum einen ist Fed nicht staatlich (federal) sondern privat, zum anderen hat sie keine Reserven sondern nur Schulden, und drittens ist sie keine Bank, also keine Kapitalsammelstelle mit den üblichen Bankkunden und deren Konten.

Sie bestimmt aber den Welt-Leitzins und die im Umlauf befindliche Geldmenge. Sie entscheidet, wie viel Geld neu aus den Nichts geschaffen wird und wer wie viel erhält, und wer nicht, und wer zuerst (also oben oder unten in der Inflationskette). Zusammen mit ihrem Netz der Zweigstellen, also den Zentralbanken der wichtigsten anderen Länder, bestimmt sie, nach gewissen Absprachen mit letzteren und der BIZ, welches Land Kredit und Verlängerungskredit zu welchen Zinsen und Konditionen und damit wirtschaftliches Lebensblut erhält, und welches nicht.

Belohnt werden Freunde Amerikas und seiner internationalen Politik, bestraft werden die Feinde (Südafrika wurde per Kreditentzug zu Fall gebracht), Russland und China wurden wiederholt als "viel zu unbotmäßig" schwer abgestraft.

Reichen diese finanziellen Zangen und Folterwerkzeuge nicht aus, wird ein kleiner Krieg oder Stellvertreterkrieg entfesselt. Seit WK II gab es über 20 hiervon. Die wichtigsten fanden in Korea und Vietnam statt, nicht zu vergessen die beiden Weltkriege. Typisches Vorgehen: Man finanziert alle beteiligten Kontrahenten, sichert sich durch Zins-Knebelverträge oder durch Goldhinterlegungen als unwiderrufliches Pfand, wie auch durch Waffenlieferungen, bestens ab, verdient daran Unsummen und breitet das Netzwerk der Vasallenstaaten immer weiter aus.

Dann gründete man den durch Amerika und die Fed beherrschten International Monetary Fond (IMF), zu Deutsch: Internationaler Währungsfond (IWF) und dessen Schwesterchen, ebenfalls ein Fed-Sprößling, nämlich die Weltbank. Und daneben komplettiert dieses Zentrumsgefüge des internationalen Geldmacht-Trios die BIZ in Basel, diese Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, die der Kontrolle, Organisation, Statistik und Koordination im Gefüge des Weltbankennetzes dient.

So liefen also das absolut unipolare globale Finanzkonstrukt und die notwendigen Zahlungsabwicklungs- und -kontrollsysteme, wie beispielsweise SWIFT, nahezu lautlos, bestens und fast klaglos, gestützt von einem fast unübersehbaren und absolut systemtreuen Medien-Imperium, zufriedenstellend ab - abgesehen von kleineren Störungen und Stockungen wie 1987, 1998, 2000 und 2008.


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