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Das Ende der expansiven Geldpolitik: US-Aktienblase platzt

30.09.2015  |  I.M. Vronsky
Alle, die sich ernsthaft mit der Wirtschaft befassen, wissen, dass es mehrere Faktoren gibt, die zum Anstieg der Aktienkurse führen und diese sogar in Höhen fernab des gesunden Menschenverstandes treiben können, die in keiner Weise mehr durch Fundamentaldaten gerechtfertigt sind. Einer der Faktoren stellt jedoch mit seinem unverhältnismäßig großen Einfluss alle anderen in den Schatten und ist besonders berüchtigt dafür, die Aktienmärkte über alle vernünftigen und historischen Werte hinaus aufzublähen: Die übermäßige Erhöhung der Bilanzzahlen der US-Notenbank Fed.

Sie erinnern sich sicher daran, dass sich der Aktienindex S&P 500 zwischen 2007 und 2008 in einer Baisse befand und auch in den ersten beiden Monaten des Jahres 2009 noch Kursverluste verzeichnete. Während dieses Bärenmarktes ist der S&P 500 um mehr als 55% gefallen, bis er in der ersten Woche im März 2009 endlich einen Boden bildete. Seitdem hat die Fed ihre Bilanz unablässig erhöht, um den grässlichen, zwei Jahre andauernden Abwärtstrend der US-amerikanischen Aktienkurse aufzuhalten.

Der folgende Chart zeigt den Zuwachs der Assets auf der Bilanz der Fed und den Kursverlauf des S&P 500 von 2009 bis 2015.

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Quelle: zeal.com


Was ist also im März 2009 passiert, das den S&P 500 so beflügelt hat und dazu führte, dass er in den folgenden sechs Jahren kontinuierlich nach oben kletterte – und zwar um erstaunliche 223% von 650 Punkten bis auf mehr als 2.100 Punkte gegen Mitte 2015. Ganz einfach! Die US-Notenbank hat die Höhe ihrer Gesamtvermögenswerte mit einem Finanz-Zaubertrick namens 'quantitative Lockerung' drastisch erhöht.

Dadurch erreichte die Bilanz der Fed einen Rekordwert, der in der bisherigen Geschichte der USA einmalig war. In Endeffekt hat die Fed Geld gedruckt, wodurch die Liquidität an den Finanzmärkten enorm angehoben wurde...und das machte sich die Wall Street zu Nutze und beförderte die Aktienpreise in beispiellose, astronomische (d. h. nicht nachhaltige) Höhen.

Der folgende Auszug aus einem lehrreichen Leitartikel des Kommentatoren Michael Kosares auf USA Gold setzt das Ganze in Perspektive:

"Ein kürzlich veröffentlichtes Arbeitspapier des Vize-Präsidenten der Federal Reserve Bank in St. Louis kommt nach sechs Jahren der Geldmengenausweitungen, die die Bilanz der Fed auf 4,5 Billionen USD haben ansteigen lassen, zu dem Schluss, dass es verschiedene Hinweise darauf gibt, dass 'die quantitativen Lockerungen die Inflationsrate nicht effektiv angehoben haben', sondern nur die Aktienkurse in die Höhe trieben.

Beobachtungen, die einst als Hirngespinste Aluhut tragender Verschwörungstheoretiker abgetan wurden, werden jetzt vom Establishment der Wall Street vorgetragen. In einem Hinweis an ihre Kunden warnten Analysten der Deutschen Bank davor, dass die 'Zerbrechlichkeit dieses künstlich manipulierten Finanzsystems offengelegt wurde' und 'eine erneute Finanzkrise allein durch die außergewöhnlichen Liquiditätsmaßnahmen der Zentralbanken und das Eingreifen der Behörden weltweit verhindert wurde.'"

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