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Die Schuldenbombe oder "Was soll schon schiefgehen?"

12.07.2016  |  Gary E. Christenson
Berichten zufolge werden mittlerweile weltweit Staatsschulden in Höhe von rund 10 Billionen US-Dollar negativ verzinst. Insgesamt beläuft sich die globale staatliche Schuldenlast auf etwa 60 Billionen Dollar, d. h. rund ein Sechstel aller Staatsanleihen weisen aktuell negative Rendite auf. In diesem Zusammenhang kommen unweigerlich einige Fragen auf:

  • 1. Hören sich Negativzinsen vielleicht etwas absurd an, um nicht zu sagen wahnsinnig?
  • 2. Hätten die Banker und Zentralbanker noch im Jahr 2012 geglaubt, dass es überhaupt möglich wäre, die Leitzinsen so weit zu senken, dass sie im Minusbereich liegen?
  • 3. Gibt es jemanden, der Zinssätze unter 0% problematisch findet?

Betrachten wir zunächst die aktuelle Lage. Die Zentralbanken versichern uns, dass sie Preisinflation anstreben, um Deflation zu vermeiden. Die gewünschte Inflationsrate möchten sie durch das "Drucken" von neuem Geld erreichen, denn so erhöhen sie die in Umlauf befindliche Geldmenge und werten die jeweilige Währung insgesamt ab.

Die Regierungen unterstützen diesen Prozess, denn er hilft ihnen, ihre verschwenderischen Ausgaben zu minimalen oder gar negativen Zinsen zu finanzieren. Sie sind zudem hochverschuldet und die Schuldenlast wächst Sekunde um Sekunde weiter an. Gleichzeitig haben sie nicht die Absicht, einen ausgeglichenen Etat zu beschließen, die Schulden zurückzuzahlen oder auch nur die Höhe der immer neuen Haushaltsdefizite zu begrenzen.

Die Politiker erklären uns, dass man die Schulden mit Hilfe neuer Kredite tilgen werde, oder indem man die benötigten Geldmengen einfach druckt. Infolgedessen wird die Kaufkraft einer Währungseinheit mit Sicherheit geringer sein, als zu dem Zeitpunkt, an dem die Schulden aufgenommen wurden.

Wir geben unterdessen vor, dass das in Ordnung ist, und setzen den Wahnsinn fort. Wir erleben die aggressive Umsetzung einer schädlichen Geld- und Währungspolitik, die die Mittelklasse in den Ruin treibt, Pensionspläne vernichtet, das Wohlstandsgefälle vergrößert, den Wert der Währungen kontinuierlich mindert und die Sparer auf der ganzen Welt bestraft. Dieser Kurs wird uns noch in einen tiefen, dunklen Abgrund stürzen.

Sehen Sie sich nun den folgenden Chart an, der die Entwicklung der US-Staatsanleihen mit einer Laufzeit von 30 Jahren seit 1980 zeigt. Im zyklischen Abstand von 91 Monaten habe ich vertikale blaue Linien eingezeichnet, die mit einer Ausnahme die Hochs markieren.

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Die schwarzen Pfeile markieren steile Kursgewinne der US-Treasuries ausgehend von den Tiefs, die jeweils einige Jahre vor den zyklischen Hochs verzeichnet wurden. Der aktuelle Zyklus mit dem Tief im Jahr 2014 und dem Hoch in diesem Jahr ähnelt der Entwicklung zwischen 1984 und 1986.

Mir ist bewusst, dass die Märkte heute verzerrt und manipuliert sind, weil sie von den Zentralbanken, den Hochfrequenz-Tradern und den Regierungen beherrscht werden, und dass sich daher auch die Zyklen verschieben können und die technische Analyse keine zuverlässigen Ergebnisse liefert. Doch die Entwicklung der US-Staatsanleihen weist ein langfristiges, gleichmäßiges Muster auf und ein zyklisches Hoch wäre in den nächsten Monaten zu erwarten. Nun, wir werden sehen.

Kommen wir zu den Negativzinsen. Die Idee erscheint schon auf den ersten Blick verrückt und die Folgen sind unvorhersehbar. Noch im Jahr 2014 wurden kaum negativ verzinste Staatsanleihen gehandelt, und heute sind es schon Papiere im Wert von rund 10 Billionen Dollar, was Bill Gross zufolge in einer vernichtenden Finanz-Supernova enden wird.

Betrachten wir den nächsten Chart.

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