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Der größte Vermögenstransfer der Geschichte

28.11.2017  |  Egon von Greyerz
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Die US-Schulden: Anstieg auf das 1.800-fache in 100 Jahren

1913 betrugen die Staatsschulden der USA 39 Milliarden $. Heute sind es 70 Billionen $, was einem Anstieg auf das 1.800-fache entspricht. Doch selbst das ist noch nicht alles. Während es 1913 praktisch noch keine nicht gedeckten Zahlungsverpflichtungen gab, sind diese bis zum heutigen Tag förmlich explodiert. Rechnet man all die noch ausstehenden Leistungszusagen mit ein, die die US-Regierung noch zu erfüllen hat, erhält man Verbindlichkeiten in Höhe von rund 200 Billionen $.

1913 lag das Verhältnis der Staatsschulden zum Bruttoinlandsprodukt bei 150%. Heute beträgt es fast 1.000%, wenn man alle Zahlungsverpflichtungen der Regierung betrachtet. Das ist die Bürde, die auf den amerikanischen Bürgern lastet und die die Wirtschaft des Landes sowie des US-Dollar schließlich zu Fall bringen wird. Doch während viele Durchschnittsbürger heute Schulden haben, die sie niemals zurückzahlen können, haben die Banker und die obersten 1% die durch die Kreditausweitungen möglich gewordenen Hebelwirkungen zu ihrem Vorteil genutzt und ein massives Vermögen angehäuft.

Natürlich können diese massiven Schulden nie von irgendjemandem zurückgezahlt werden. Die Regierung wird versuchen das Problem zu lösen, indem sie noch mehr Geld druckt und alles noch schlimmer macht. Diese Strategie wird zu hohen Inflationsraten und letztlich sogar zu Hyperinflation führen. Die Zinsen werden auf mindestens 15-20% steigen, wenn nicht noch höher. An diesem Punkt wird den Zentralbanken die Kontrolle über ihre Zinsmanipulationen völlig entgleiten und die Welt wird erkennen, dass all das Gelddrucken sinnlos ist, denn damit allein lässt sich kein Wohlstand schaffen.


Der größte Vermögenstransfer der Geschichte

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Wenn die Schuldenblase eines Tages platzt, werden auch alle anderen Blasen an den Finanzmärkten platzen und der größte Vermögenstransfer der Geschichte wird beginnen. An den Aktien-, Anleihen- und Immobilienmärkten werden die Kurse um 80% bis 100% fallen. Den meisten Menschen fällt es schwer, einen solchen Crash überhaupt als reale Möglichkeit zu akzeptieren, aber wir dürfen nicht vergessen, dass der Dow Jones zwischen 1929 und 1932 um 90% eingebrochen ist, und dass der NASDAQ zwischen 2000 und 2002 ebenfalls 80% verloren hat.

Allerdings ließ sich die globale Gesamtverschuldung in keinem dieser Beispiele mit der heutigen Situation vergleichen und auch die Spekulationsblasen waren zumeist auf einen Sektor beschränkt, während sie heute alle Finanzmärkte umfassen. Heute müssen weltweit Schulden, ungedeckte Zahlungsverpflichtungen und Derivate in Höhe von rund 2 Billiarden $ abgewickelt werden. Das entspricht dem 29-fachen des Bruttoweltprodukts von 70 Billionen $! Es handelt sich hier um Summen in einer Größenordnung, die den Kollaps des gesamten Finanzsystems garantiert, wenn die Forderungen platzen.


Höhere Steuern sind auch keine Lösung

Sowohl die Regierungen als auch die Medien diskutieren die Möglichkeit einer Reichensteuer, um der Ungleichverteilung der Vermögen entgegenzuwirken. Da die Reichen jedoch das System lenken - insbesondere in den USA - wird eine solche Steuer schwer durchzusetzen sein. Eine Steuererhöhung ist zur Lösung des Problems ohnehin nicht nötig. Der künftige Crash der Finanzmärkte wird die Wohlhabenden viel stärker treffen, als die Politiker das je könnten.

Im Durchschnitt werden die Reichen wohl bis zu 90% ihres Vermögens verlieren. Gleichzeitig werden auch die öffentlichen und privaten Schulden implodieren, für die letzten Endes die Durchschnittsbürger aufkommen müssten. Die Wohlhabenden werden also ihr Vermögen verlieren und die Arme ihre Schulden. Diese Entwicklung wird den größten Vermögenstransfer in der Geschichte darstellen.

Abgesehen von den normalen Bürgern, die nach dem Kollaps des Finanzsystems wahrscheinlich wieder schuldenfrei sind, werden vor allem unverschuldete Anleger mit Investitionen in echte Werte wie Agrarland, Rohstoffe und Edelmetalle sowie mit bestimmten Investments im Lebensmittelbereich von der Inflation der Lebensmittelpreise und den zu erwartenden Knappheiten profitieren.


Ein Blick auf die nächsten 4-8 Jahre

Die Kursniveaus, die wir in den kommenden Jahren an verschiedenen Märkten beobachten könnten, erscheinen aus Perspektive der aktuellen Euphorie und der exponentiellen Gewinne vielleicht absurd. Der Dow notiert derzeit bei etwa 23.400 Punkten. Wir haben nun die Endphase erreicht, in der es noch einmal stark aufwärts gehen könnte, bevor schließlich ein Top gebildet wird. Das Risiko ist zum jetzigen Zeitpunkt allerdings sehr hoch und plötzliche, überraschende Kurseinbrüche können keinesfalls ausgeschlossen werden.

Wenn der Zenit erst einmal überschritten wurde, werden wir wahrscheinlich einen langen Bärenmarkt erleben, der mehrere Jahre andauert. In den frühen 1980er Jahren gelang es dem Dow Jones beispielsweise aus der Kursspanne zwischen 800 und 1.000 Punkten auszubrechen, in der er mehr als zehn Jahre lang gefangen gewesen war. Die 1.000-$-Linie stellt daher eine äußerst wichtige langfristige Unterstützung dar - und diese wird in den kommenden Jahren wahrscheinlich erneut erreicht. Ausgehend vom aktuellen Stand entspräche ein Sturz des Dow Jones in diesen Bereich einem Rückgang von 95%. Prozentual gesehen wäre das kein großer Unterschied zum Rückgang der 1930er.

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