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Zentralbanker tun nie das Richtige

20.03.2018  |  Egon von Greyerz
Zentralbank-Chefs waren mal wieder am Werk letzte Woche. Und alle sangen das gleiche Lied. Die Bosse der Fed, EZB und BOJ hatten alle ähnliche Aussagen. Der Chef der Schwedischen Riksbank hatte eine andere und noch viel interessantere Nachricht. Mehr dazu später.

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Warum sollten wir je einem dieser selbstherrlichen Zentralbanker zuhören? Sie sind ständig ungenau in ihren Vorhersagen und Strategien. Ihr Timing ist immer falsch und sie rennen immer nur hinterher. Noch schlimmer ist, dass sie die natürlichen Wirtschaftszyklen durch künstliche Marktmanipulation verändern und dadurch enorme Aufschwünge und Crashs erzeugen.

Die Naturgesetze von Ebbe und Flut und Angebot und Nachfrage sind die Regulierung der Märkte. Wenn die Wirschaft ihren natürlichen Gang gehen dürfte, dann würde die Welt nicht so gewaltige Blasen erleben und die Wirtschaft müsste auch nicht mit so schlimmen Rezessionen und Depressionen fertig werden. Zentralbanken und Banker sollten nicht existieren. Sie haben keine Funktion und die Weltwirschaft würde ohne sie viel besser funktionieren.


Dragi wird zurückrudern

Lasst uns nun analysieren, was uns die drei “weisen” Bankchefs der Welt mitgeteilt haben:

Allen, die sich wundern, warum ich Karikaturen verwende statt echter Photos dieser Banker, sollte der Grund sollte eigentlich klar sein: Niemand muss einen Zentralbankchef ernstnehmen!

Open in new windowBeginnen wir mit dem FED Vorsitzenden, Jay Powell, dessen Aussagen der Wall Street nicht gefielen: “Mein persönlicher Ausblick für die Wirtschaft hat sich seit Dezember verbessert”. Dann gelobte er, mit den Zinserhöhungen weiterzufahren, um eine “überhitzte Wirtschaft” zu verhindern. Dies wurde so interpretiert, dass die Zinserhöhungen viel schneller kommen könnten, als der Markt ursprünglich erwartet hatte. Und so nahmen Aktien seine Botschaft nicht gut auf. Nach seinem Statement fiel der Dow 1300 Punkte und die weltweiten Märkte folgten auf dem Fuss. Aber diese Abgaben sind erst der Anfang. Mehr dazu später.

Open in new windowMario Draghi, der Präsident der EZB sagte Anfang März, dass der Stillstand in der Eurozone länger dauern könnte als ursprünglich erwartet und dies das Anziehen der Inflation bremsen könnte - jedoch nur temporär und die Preise würden letztlich steigen. Er sagte auch, dass die inflationsbremsenden Faktoren mit weiterem Wachstum schwinden werden.

Ein paar Tage später merkte er an, dass die EZB zuversichtlich sei, dass die Inflation endlich auf einem Aufwärtstrend folgen würde, was es der Zentralbank erlauben würde, die Anleihenköufe dieses Jahr zu beenden. Er wird sehr wahrscheinlich zurückrudern, sobald das Finanzsystem der Eurozone unter schweren Druck kommen wird, mit Bankencrashs in Italien, Griechenland und Spanien als Auslöser.

Open in new windowSchliesslich stimmte auch Haruhiko Kuroda von der Bank of Japan (BOJ) in den Chor derjenigen Zentralbanker ein, die einen Weg aus der Gelddruckerei suchen. Er gab zu Protokoll, dass die BOJ sich ab 2019 Gedanken machen wird, wie der geldpolitische Stimulus beendet werden kann. Die Zentralbank macht die Vorhersage, dass die Inflation 2019 den Zielwert von 2% erreichen wird. Seit 25 Jahren versucht Japan Inflation mit unbegrenztem Gelddrucken zu erreichen.

Wir haben es hier mit einem Land mit mehr als einer Billiarde Schulden zu tun, einem Land, in dem die Zentralbank alle ausgegebenen Schuldpapiere aufkauft. Am Ende wird die Japanische Wirtschaft im Pazifik verschwinden, mit nur sehr wenigen jungen Leuten, die sich um die alternde Bevölkerung kümmern können.



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