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Die genialste Erfindung in der Geschichte das Finanzwesens

24.05.2018  |  Egon von Greyerz
Wir befinden uns aktuell in der letzten Etappe einer Reise, die unter zukünftigen Historikern als genauso unwirklich gelten wird wie Lewis Carrolls “Alice im Wunderland”.

So wie Alice jene "verrückte Teegesellschaft" als die "albernste Teegesellschaft, auf der ich je war" bezeichnete, so könnten auch die vergangenen 100 Jahre im Rückblick als die verrückteste Zauberposse der Geschichte bezeichnet werden. Am Ende der Geschichte schreit die Rote Königin (Königin der Herzen) "Schlagt Ihr den Kopf ab!". Doch Alice hat keine Angst und bezeichnet alle um sie herum nur als "einen Haufen Karten", bevor sie aufwacht.

Die Geschichte ist jetzt schon 150 Jahre alt. Doch wäre Alice durch den Kaninchenbau in die heutige Fantasiewelt gefallen, so hätte sie die heutigen Könige und Königinnen (alias Staatsoberhäupter und Zentralbanker) nicht nur als einen Haufen Karten bezeichnet, sondern als gigantisches Kartenhaus. Denn wir stehen am Ende einer Teegesellschaft, die sich in den letzten Jahrzehnten immer extravaganter gestaltete.


Wer wird die Zeche zahlen für die größte Teegesellschaft der Geschichte?

Die heutige Teegesellschaft hat ein Problem: Es gibt niemand, der am Ende für sie aufkommen wird. Der König und die Königin mussten sich schon 250 Billionen $ borgen, um die Tinte für die inzwischen trocken laufende Druckerpresse bezahlen zu können. Doch damit nicht genug: Es mussten zudem noch zahlreiche drollige Finanzinstrumente (im Umfang von ca. 1,5 Billiarden $) geschaffen werden, obgleich man wusste, dass sie eines Tages explodieren und ungeheures Elend verursachen würden.

Damit niemand verstehen konnte, worum es eigentlich ging, bekamen sie den Namen "Derivate". Am Ende wurde dem Volk auch noch zukünftige Gesundheitsvorsorge und Renten in Höhe von 500 Milliarden $ versprochen - im Wissen, dass diese letztlich unbezahlbar waren. Doch die Menschen blieben solange glücklich, bis sie herausfanden, dass alles nur leere Versprechen waren.

Eine herrliche Teegesellschaft war das. Der König, die Königin und ihre Freunde - die Banker und die obersten 0,1% der Bevölkerung - lebten in Saus und Braus. Die normalen Leute hatten überhaupt keine Ahnung, dass sie für diese Schulden haften mussten. Auch wenn sie es gewusst hätten, es hätte nichts geändert - sie wären ohnehin nie in der Lage gewesen, all das zurückzuzahlen.


Die genialste Erfindung in der Geschichte des Finanzwesens

Im Verlauf von 100 Jahren ging Wunderland langsam das Geld aus. Als der König (alias Nixon) 1971 jedoch beschloss, Gold durch Papiergeld zu ersetzen, begannen die Schulden sehr viel schneller zu wachsen. Bis dahin war all das umlaufende Geld durch Gold gedeckt gewesen. Der König, die Königin und ihre Bankerfreunde aber liebten dieses Zeitalter: Befreit von der Finanzdisziplin ausgeglichener Haushalte konnten sie nun einfach Papierzettel drucken, welche sie Geld nannten. Es wurde eine großartige Ära für den König, die Königin und deren engste Freude.

Da sie die ersten waren, die an das Geld kamen, während es noch Wert besaß, konnten sie sich davon kaufen, was sie wollten. Sobald das Papiergeld das gewöhnliche Volk erreichte, hatte es schon abgewertet und war deutlich weniger wert. Auch die Besteuerung des Volkes musste steigen - von buchstäblich null vor 100 Jahren auf 50% oder mehr heute (alle Steuerformen eingerechnet). Das war notwendig, um die Haushaltsdefizite und den Schuldendienst finanzieren zu können.

Für diese geniale Erfindung wurden die Bankerfreunde vom König und der Königin reichlich belohnt. Anstatt teures Gold als Geld zu verwenden, konnten sie kostenlos nach Lust und Laune drucken. Natürlich haben sie nie verstanden, dass kostenfrei gedrucktes Geld auch frei von Wert ist.


Die zweite genialste Erfindung in der Geschichte des Finanzwesens

Letztlich reichten die Steuereinnahmen nicht mehr aus, um die Zinsen für die Kredite der Nation zu zahlen. Doch die Banker hatten eine weitere geniale Idee, um dieses Problem zu lösen: Es müssten Schuldverschreibungen ausgegeben werden und das Volk müsste dem Staat die Zinsen auf die von ihm ausgegebenen Schuldenpapiere zahlen.


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