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Träume und Wunschvorstellungen

15.06.2018  |  Gary E. Christenson
Wirtschaftliche Wunschvorstellungen sind wie Träume während des Schlafens.

Zitat von Matthew Walker, Ph.D., Gründer und Leiter des Berkeley's Center for Human Sleep Science an der University of California:

Was passiert, wenn wir schlafen?

"Das Träumen ist grundsätzlich eine Zeit, in der wir alle schamlos psychotisch werden", so Walker. Es gibt fünf Gründe für diese äußerst extrem klingende Diagnose:

1. "Wenn man träumt, sieht man Dinge, die nicht da sind. Man halluziniert also im Grunde genommen.

2. In einem Traum glaubt man Dinge, die niemals wahr sein können. Man ist wahnhaft.

3. Während man träumt, bringt man Zeit, Ort und Identität von involvierten Menschen durcheinander. Man ist demnach also desorientiert.

4. Emotionen fluktuieren stark, während man träumt. Ein Zustand, den man im Grunde als labil bezeichnen kann.

5. Und letztlich vergisst man die meisten seiner Traumerfahrungen, wenn nicht alles, sobald man aufwacht. Man leidet also unter Amnesie.

Würde man unter einem dieser Zustände leiden, während man wach ist, wäre dies ein Grund psychiatrische Hilfe in Anspruch zu nehmen."

Dr. Walker schrieb über den Schlaf. Jedoch hätte er mit einer ähnlichen Terminologie auch unser wahnhaftes Finanzsystem beschreiben können. Betrachten Sie die Gemeinsamkeiten zwischen Schlaf und finanziellen Wahnvorstellungen.


1. "Man sieht Dinge, die nicht da sind." - Einige Beispiele:

•  Enrons Gewinne: Es gibt sie nicht. Enron gibt es nicht mehr.

•  Madoffs Investmentrendite: Sie existierte nicht. Ein Ponzi-Schema endet in Tränen, egal ob privat oder staatlich. Staatsschulden, Sozialhilfe, Madoff und vieles mehr...

•  Argentiniens 100-Jahres-Anleihe: Die Investoren haben sich selbst betrogen, indem sie sich eine scheinbare Sicherheit vorgestellt haben. Diese Anleihen sind stark gesunken und wurden vor einem Jahr ausgegeben. Wie viel Wert werden sie in fünf Jahren verloren haben? (Argentinien hat sich seit dem Zweiten Weltkrieg gegenüber dem Dollar um zehn Billionen zu Eins entwertet.)


2. "Man glaubt Dinge, die niemals wahr sein können." - Beispiele:

•  Stetig zunehmende Staatsschulden: Die offiziellen Staatsschulden sind 1913 von 3 Milliarden Dollar auf mehr als 21 Billionen Dollar 2018 gestiegen, im Verlauf von 105 Jahren eine exponentielle Zunahme von 8,8% im Jahr. Bei dieser Geschwindigkeit werden die offiziellen Staatsschulden die 1.000 Billionen Dollar im Jahr 2064 überschritten haben. Ich bezweifle das.

•  Garantierte Arbeitsplätze, ein bedingungsloses Grundeinkommen (BGE), kostenlose Krankenversicherung, kostenlose Studiengebühren und jährliche Geschenke vom Osterhasen. Das bezweifle ich.

•  Die "offizielle" US-amerikanische Arbeitslosenquote beträgt 3,8% und die Inflationsrate 2%. Ich bezweifle beide Behauptungen.


3. "Man bringt Zeit, Ort und Identität durcheinander." - Beispiele:

•  Aktienmärkte steigen und fallen basierend auf einem Jahrzehnt der Marktgeschichte. Aber wie 2000 und 2008 machen uns Wall Street und Medien Glauben, dass es dieses Mal anders ist.

•  Bezüglich der 9-11-Geschichte: Die britische Presse berichtete angeblich, dass Gebäude 7 zusammenbrach, bevor es zusammenbrach. Besaß BBC vorläufige Informationen, verwechselte jedoch die Zeit? (Kein Flugzeug traf Gebäude 7.)


4. "Emotionen fluktuieren stark, während man träumt." - Künstlich gestützte Märkte fluktuieren auch stark.

•  16. Oktober 1987. Der Dow schloss bei 2.246 Punkten. Einen Tag später schloss er jedoch bei 1.738 Punkten, ein Rückgang von 22%.

•  Der NASDAQ 100 schloss am 27. März 2000 bei 4.704 Punkten. Aber 14 Handelstage später schloss er bei 3.208 Punkten, ein Rückgang von 32%.

•  Silber schloss am Freitag, den 29. April 2011 bei 48,58 Dollar. Eine Woche später schloss es am 6. Mai 2011 bei 35,29 Dollar, ein Rückgang von 27%.

•  Rohöl schloss am 14. Juli 2008 bei 145,78 Dollar. Fünf Monate später jedoch schloss es am 24. Dezember 2008 bei 25,25 Dollar, ein Rückgang von 76%.


5. "Man vergisst die meisten seiner Traumerfahrungen, wenn nicht alles. Man leidet also unter Amnesie."

•  Benjamin Bernanke (17. Mai 2007): "Wir erwarten keine deutlichen Übertragungseffekte vom Subprime-Markt auf den Rest der Wirtschaft oder das Finanzsystem." Jedoch wird eine Schuldenkrise mit zu viel Fremdkapital selten eingedämmt. Amnesie?

•  Man sagt, dass Immobilienpreise stetig steigen. Was ist mit dem Zusammenbruch des Immobilienmarktes in Kalifornien während der späten 1990er Jahre? Was ist mit dem Immobilienzusammenbruch in Florida während der 1920er Jahre? Amerikaner leiden oftmals unter Amnesie, wenn es um Immobilien- und Wohnungspreise geht.

•  Harry Dent glaubt, dass Gold unter 500 Dollar fallen wird. Viele Menschen leiden unter Amnesie, wenn es um die Geschichte, die Produktionskosten und den Wert des Goldes geht.



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