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Tritt Regel 589 in Kraft? (Teil1/2)

03.10.2018  |  Prof. Dr. Hans J. Bocker
Edelmetallmarkt - Endlos-Frust der Anleger

Im Laufe der letzten Jahre entstand inmitten einer großen Gruppe ein gewaltiger Frust. 0,5% der deutschen Anleger hatten auf Gold vertraut. Sie hatten beobachtet, dass der von den Medien und der Politik so umjubelte Euro seit seiner Einführung Anfang 2002 bis heute rund 60% seiner Kaufkraft verlor. Alle Papiergeldhalter, also das Volk, waren also um 60% still und leise enteignet worden.

Der Dollar hatte den Finanzeliten und den scheinheiligen hochbesoldeten Politraubrittern als das ganz große nachahmenswerte Vorbild gedient. Die reine Privatwährung mit der vertrauenerweckenden Bezeichnung Dollar (vom hochsoliden deutschen "Taler" übernommen) hatte seit der Gründung der FED im Jahre 1913 - bis heute - eine Kaufkrafteinbuße von satten 98% erlitten. Einen solch durchschlagenden Erfolg vermochten die Euroschöpfer zu ihrem größten Bedauern bislang noch nicht vorzuweisen.

Aber der steinige Weg von minus 60% bis minus 98% ist ja nicht mehr lang, und vielleicht ist der komplette Exitus des "Teuro" mit vollem Herzinfarkt, trotz aller Nullzins-Blutverdünner-Injektionen, viel näher als so manche denken?

Doch noch enttäuschter und verlassener als die Dollar- und Goldhalter fühlte sich die kleine Gruppe von 0,2% der deutschen Investoren, die ihr Heil im Silber gesucht hatten. Außer einigen kleinen nervösen Kurs-Hoppsern hatte auch diese in der Geschichte am längsten, am meisten und historisch gesehen vor allem vom einfachen Volk genutzte Währung keinen zuverlässigen Schutz vor der schleichenden, heimtückischen Enteignung durch das Papiergeld geboten.

Dabei standen die Chancen des Metalls mit den besten elektrischen Leitfähigkeiten und optimaler Lichtreflexion zeitweilig gar nicht so schlecht. Nach WK II besaß die US Regierung 2 Milliarden Unzen Silber und das Land erzeugte 51% der gesamten globalen Wirtschaftsleistung. Heute sind diese 51% auf 17% geschrumpft (schlecht für die Position der angeblichen Weltmacht Nummer Eins auf der globalen Rangskala) und bis vor etwa fünf Jahren schrumpfte noch etwas anderes, nämlich die Silbervorräte der Regierung - und zwar auf null (gut für die Chancen der Silberinvestoren von Preisdrückereien Washingtons durch das Abladen von physischem Silber nicht fortlaufend gedeckelt zu werden).


Aber die Wall Street erfand etwas viel besseres: Das "Papiersilber"!

Dieses wird im Handel wie physisches Material eingestuft, obwohl es eigentlich nur einer uneingebrachten, unsicheren Forderung auf der Passivseite der Bilanz entspricht. Führte ein Kaufmann seine Bilanzen auf diese Weise, würde sein Betrieb geschlossen und die Zwangsinsolvenz eingeleitet.

Statt metallischem, hell leuchtendem Material gibt es nunmehr attraktiv bedruckte und letztlich beliebig vermehrbare und weniger hell leuchtende Papiere, auf denen ihren Käufern versichert wird, dass sie jetzt ein Anrecht auf einige tausend Unzen physisches Silber hätten.

Es gab Tage, da überstieg das gehandelte Volumen des Papiersilbers die fünffache Menge der jährlichen Silberproduktion weltweit und für jede physisch hinterlegte Unze gab es 350 Silberinvestoren die ein Anrecht darauf hatten. Es ist also ein Versprechen auf physisches Silber und wie inzwischen jeder weiß, und wie die bittere Erfahrung lehrt, werden in der Welt der Finanzen und des "Geldes" alle Versprechen regelmäßig gebrochen. Seit es Menschen gibt wurde in fast allen Ländern, ja sogar in kleineren Landesregionen, zu fast allen Zeiten Papiergeld, teilweise als "Notgeld" in Papierform (in China vor Jahrtausenden zuerst) in Umlauf gebracht.

Schon Voltaire erkannte den Charakter dieser Machenschaften und erklärte, dass der Wert, also die reale Kaufkraft, jeder Art von Papiergeld am Ende immer auf seinen wahren inneren Wert ("intrinsic value"), nämlich auf null, zurückfallen würde. Und so geschah’s - immer wieder und wieder - bis heute.

Und auch dem Dollar, Euro, Franken, Rubel, Yen, Peso, oder der Krone droht dieses finale Schicksal. Es sei denn, die Währung war durch Gold oder Silber gedeckt, wie der Dollar bis zum August 1971 oder wie der künftige Yuan, dessen Golddeckung die Chinesen in aller Heimlichkeit anstreben.

Wie sagte doch der Bankier und Architekt des Federal Reserve Systems, John Pierpont (J.P.) Morgan, so treffend: Nur Gold und Silber sind "Geld", alles andere sog. "Geld" ist nur "Kredit" - und "Kredit" bedeutet "Schulden". Unsere Weltwirtschaft degenerierte zur reinen Schuldenwirtschaft, in der Schulden mit immer neuen Schulden "bekämpft" werden
.
Die Verschuldung wächst übrigens drei Mal so schnell wie die Wirtschaftsleistung. Ein Pensionär erhält 300 Euro Rente im Monat, macht aber alle vier Wochen neue Schulden für 900 Euro - und lebt solcherart einer wahrhaft glückverheißenden Zukunft entgegen.

Wo sind sie denn, um im Lande zu bleiben? Die Kaisermark, die Reichsmark, die Mark Deutscher Länder, die Rentenmark, die Ostmark, die D-Mark, oder anderswo der Südstaaten-Dollar, der Zarenrubel, die Assignaten, die deutschen Trillionenscheine der 20er Jahre, Mussolinis Lire, Francos Papierwährung, der Zimbabwe- oder der rhodesische Dollar? Oder der Tulpenzwiebel-Gulden, der Yen aus den Zeiten Kaiser Hirohitos und hunderte anderer Arten von bunt bedruckten Zettelchen aus der riesigen Spielkramkiste des globalen Papierwährungs-Supermarktes oder des überreichlich ausgestatteten globalen Geldmuseums?


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