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"Preisstabilität erhalten" - Wem wollen die Zentralbanken etwas vormachen?

10.04.2019  |  Egon von Greyerz
Open in new windowEines der Hauptziele der Federal Reserve ist die Erhaltung von Preisstabilität. Doch das hat sie nie erreicht, zumindest nicht seit 1971. Abermals hat die Fed eine 180-Grad-Wende hingelegt, weil sie vollkommen unfähig ist, die ökonomischen Verhältnisse zu interpretieren. Die ahnungslose Fed hatte verschlafen und erkannte erst mit einigen Jahren Verspätung, dass sich US-Wirtschaft überhitzte.

Als die Wirtschaftsaktivität dann schon sank, begann die Fed, Zinssatzerhöhungen und QT (quantitative Verknappungen) einzuführen. Doch jetzt kommt Panik auf, und man versucht sich erneut an einer Politikwende. Im Artikel von letzter Woche gehe ich auf die Inkompetenz der Fed ein.

Unten sehen wir den Inkompetenz-Chart der Fed. Einige würden eine niveauvollere Bezeichnung dafür benutzen, z.B. invertierte Ertragskurve, die in den negativen Bereich geht. Doch das beschreibt nicht, was tatsächlich passiert. Der Chart zeigt 10-jährige US-Treasury-Anleihen minus den Fed-Leitzins (Fed Funds Rate). Dieser Spread ist gerade negativ geworden - das heißt: 10-jährige Anleihen sind niedriger verzinst als kurzfristige Anleihen. Und ein derartiger Zustand wird dahingehend interpretiert, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Rezession droht.

Schauen wir uns den Chart seit Ende der 1980er Jahre an: Die Kurve drehte 1989 ins Negative, vor der Rezession von 1990. Dann wieder in den Jahren 1998 und 2000 - vor dem Wirtschaftsabschwung und dem 80%-Crash des Nasdaq. Auch 2006 wurde sie negativ, kurz vor der Großen Finanzkrise. Also: Wenn die Verzinsung langlaufender Anleihen niedriger ist als die Verzinsung kurzlaufender Anleihen, dann ist das auf jeden Fall ein guter Indikator für einen Wirtschaftsabschwung und einen Aktienmarktcrash.

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Invertierte Ertragskurve offenbart FED-Inkompetenz

Eine invertierte Ertragskurve zeigt uns tatsächlich, dass die Fed nicht in der Lage ist, Marktwenden zu prognostizieren. Die Fed legt die Zinssätze für kurzfristige Anleihen fest. Allerdings hinkt sie immer den eigentlichen Zinsentwicklungen hinterher, da ihr Modell niemals irgendwelche akkuraten Prognosen zulässt. Die Fed antizipiert also keinen Wirtschaftsabschwung - der Markt wird es an ihrer Stelle erledigen. Der Zins für 10-jährige Anleihen wird von Markt bestimmt, welcher eindeutig die drohende Rezession spürt und folglich Anleihen kauft, wodurch er die langfristigen Zinssätze unter die kurzfristigen drückt. Der Markt weiß also noch vor der Fed, dass Probleme kommen.

Das beweist, dass Zinssatzmanipulationen der Fed und anderer Zentralbanken einen falschen Markt entstehen lassen, der Wirtschaftszyklen stark verzerrt. Würde der Markt die Verzinsung von Kurzläufern festlegen, wäre die Wahrscheinlichkeit von invertierten Ertragskurven extrem gering, da im Fall sinkender Geldnachfrage die kurzfristigen Zinssätze schneller fielen als die langfristigen. Die Manipulation durch Zentralbanken lässt nicht nur falsche Märkte entstehen, sondern auch extreme ökonomische Spitzen, positive wie negative. Würden die Naturgesetze von Angebot und Nachfrage herrschen, ginge es der Weltwirtschaft deutlich besser.


Dollar hat 98,5% verloren, weil die FED ihre Ziele nie erreicht

Zentralbanken mögen Gold nicht, und das hat einen Grund: Gold offenbart, dass die Fed mit ihrem Ziel der Preis- und Währungsstabilität auf ganzer Linie gescheitert ist. Seit der Gründung der Fed im Jahr 1913 hat der Dollar effektiv, also im Vergleich zu Gold, 98,5% seines Wertes verloren. Und in diesem Jahrhundert waren es 79%.

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Es braucht wirklich keine Zentralbanken, denn ihre Maßnahmen sind in jedem Fall schädlich für die nationalen wie globalen Ökonomien. Auch mit Blick auf zwei andere Zentralbanken müssen wir feststellen, dass auch diese mit ihren Zielsetzungen komplett gescheitert sind.



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