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König Salomo und 666 Gold

17.09.2019  |  Egon von Greyerz
Open in new windowWas ist die größte Illusion der Geschichte? Ist es der indische Seiltrick oder einer anderer - vielleicht von Houdini oder David Copperfield? Nein. Ich meine eine Täuschung, die so groß ist, dass die ganze Welt ihr erlegen ist. Praktisch jedes Individuum in der westlichen Welt, und auch viele im Osten, glauben an diese Illusion.

Die Täuschung ist so groß und im Grunde so offensichtlich, dass sie niemand sehen kann. Dass sie niemand sehen kann, liegt daran, dass sie niemand sehen will. Alle wollen der Täuschung erliegen, dass der Kaiser Kleider trägt, obgleich er splitternackt ist.

Im Verlauf des Artikels werde ich auch auf König Salomo und die Bedeutung der Zahl 666 für Gold- und Silberinvestoren eingehen.


WeWork und WirVerlierenVielGeld

Bevor wir zur großen Täuschung kommen, wollen uns noch eine der vielen Mini-Illusionen anschauen, die in diesem Jahrhundert auftauchten. Der Name des Unternehmens müsste eigentlich "WeLoseLotsOfMoney" heißen, sie haben aber einen anderen - aber genauso schlechten - Namen gewählt, nämlich “WeWork".

Als junger Mann habe ich angefangen zu lernen, dass man für Arbeit Geld verdienen sollte. Doch dieses Unternehmen der modernen Ära gründet sich auf, wie es heißt, "ewigem Bewusstsein" - und nicht auf so etwas Profanem wie "Geld verdienen". Tatsächlich scheint das Unternehmen bewusstlos zu sein. Wie sonst hätte es in den letzten drei Jahren schon Verluste von 500 Millionen $, 900 Millionen $ und 1,9 Billionen $ machen können - und dieses Jahr noch mehr?

Das Management bewertet das Unternehmen mit 47 Milliarden $, doch fast niemand teilt diese Meinung. Was macht dieses Unternehmen also? Das Unternehmen vermietet Büroflächen für vorübergehende Nutzungsverhältnisse; es selbst ist dafür langfristige Mietverpflichtungen in Höhe von fast 50 Milliarden $ eingegangen. Ein sehr gefährliches Missverhältnis.

Der Gründer und CEO des Unternehmen hat schon Anteile für 700 Millionen $ verkauft. Klingt so, als glaube er nicht, was er selbst predigt. Das erinnert mich an ein britisches Unternehmen zu Zeiten der Südseeblase in den 1720ern, das Geld für ein neues Projekt akquirierte. Es gab keine Geschäftsaktivitäten und keine detaillierten Pläne. Im Prospekt hieß es nur, Ziel sei es, Geld zu verdienen. Naja, zumindest ein besseres Ziel als Millionenverluste zu machen, wie bei WeWork.


Globales Vermögen von 325 Billionen $ wird implodieren

Für die Welt als Ganzes ist das leider auch der Fall. Bald werden wir entdecken, dass buchstäblich das gesamte Vermögen auf einer Täuschung gründet. Denn das globale Vermögen von ca. 325 Billionen $ war nie real, sondern nur eine Illusion, die auf Falschgeld oder fabrikmäßig hergestelltem Geld basiert. Wenn die globale Verschuldung von 250 Billionen $ implodiert, werden auch die Vermögensanlagen implodieren, die von diesen Schulden gestützt wurden.

Hinzu kommen noch Derivate im Gegenwert von mindestens 1,5 Billiarden $, die voll und ganz in einem schwarzen Loch verschwinden werden. Die Asset-Zerstörung wird dadurch exponentiell größer.

Die Zerstörung von Anlagewerten wird ganz am Ende Folgendes bedeuten: Effektiv werden Aktien, Anleihen und Immobilien im Durchschnitt wahrscheinlich 90%-95% an Wert verlieren. Viele Papier-Anlagen werden vollends verschwinden, während es einigen physischen Anlagen etwas besser ergehen wird.

Da die meisten Menschen im Westen Schulden haben, werden ihnen auch keine schrecklichen Verluste entstehen. Problematischer wird es, wenn die Kredite mit den eigenen Häusern besichert wurden, denn dann steht man plötzlich mit negativem Eigenkapital da. Bei den Reichen, die das meiste Vermögen der Welt haben, wird es logischerweise auch die größten Verluste geben.


Staaten werden die Welt diesmal nicht retten

Die meisten Menschen haben das große Problem, dass sie sich einbilden, Staaten und Zentralbanken würden für ihre Rettung sorgen. Immer schritten Staaten ein, seit Jahrzehnten. Sie druckten mehr Geld, um den Aktien- und Anleihemärkte auf die Sprünge zu helfen, für Sozialversicherung und Renten und für die Rettung angeschlagener Banken und Unternehmen.

Seitdem Staaten mittels Geldschöpfung Zugang zu endlos fließendem Gratisgeld bekamen, sind sie zu unerschöpflichen Quellen bei der Lösung aller entstehenden Finanzprobleme geworden. Und jetzt - mit Blick auf jene 17 Billionen $ negativ verzinste Schulden - wird der Staat auch dafür bezahlt, dass man ihm Geld leiht. Welch absurde Welt!

Doch bevor alles vorbei ist, werden wir noch größere Absurditäten erleben! Durch den Negativzins sind Staaten nämlich jetzt in der Lage, noch mehr zu leihen als zuvor, und das werden sie auch! Dasselbe werden auch viele Investoren machen; sie werden Millionen und Milliarden in geringfügig profitable Projekte investieren.

Also: Mit Negativverzinsung lösen Staaten und Zentralbanken kein globales Schuldenproblem, sie verschlimmern es nur. Versucht man, ein Schuldenproblem mit mehr Schulden zu lösen, wird das Problem exponentiell anwachsen, bevor es implodiert.

Am Ende wird die Schulden natürlich keiner mehr kaufen. Warum sollte man ein Schuldenpapier eines Staates kaufen, der dieses entweder gar nicht erst zurückzahlt oder aber mit Geld, das mindestens 99 % seines Wertes verloren hat.



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