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David Morgan: Aus diesem Grund müssen Sie sich außerhalb des Finanzsystems schützen

04.12.2019  |  Mike Gleason
Mike Gleason: Es ist mir nun ein Privileg, unseren guten Freund David Morgan von The Morgan Report wieder hier begrüßen zu dürfen. David, es ist wie immer schön, Sie bei uns zu haben und wir danken Ihnen für Ihre Zeit. Wie geht es Ihnen?

David Morgan: Mir geht es gut, Mike. Danke für die Einladung.


Mike Gleason: Nun, es gab eine signifikante Korrektur der Edelmetallpreise, besonders in Silber, und ich wollte zu Beginn Ihre Meinung dazu erfahren. Für uns sah es so aus, als hätten die Bullionbanken vielen Spekulanten, deren Interesse für Metalle geweckt war, Futureskontrakte verkauft. Und dann wurden die Spekulanten, wie so oft, bestraft.

Allerdings scheint es, als würde das Open Interest weiterhin steigen. Wir hätten erwartet, dass es nach ein paar Wochen tiefer Preise und Schmerzen, die die Long-Positionen vom Markt verdrängen, abnimmt. Vielleicht geht hier also etwas anderes vor sich. Was halten Sie von der kürzlichen Preiskorrektur und wohin könnte sich der Markt Ihrer Meinung nach kurzfristig entwickeln? Denken Sie, dass der Ausverkauf fürs Erste vorbei ist?


Open in new windowDavid Morgan: Das denke ich nicht. Ich denke, uns steht noch mehr davon bevor. Es wäre schon möglich, dass es hier einen Anstieg für einen Fake-out aus den Long-Positionen gibt, doch mir gefällt die Struktur der Commitment-of-Traders-Daten (CoT-Daten) nicht. Silber erreichte ein etwa 3,5-Jahreshoch bei 19,65 US-Dollar. Ich glaube, das war die Spitze dieses Spotmarktes.

In den letzten sechs bis acht Jahren gab es mehrere Fälle, in denen der letzte Handelstag den niedrigsten Preis des Jahres für Edelmetalle verzeichnete. Traditionsgemäß steigt er am Ende des Jahres, doch das ist nun schon seit vielen Jahren nicht mehr die Saisonalität. Ich denke also, dass es weiter abwärts gehen wird.

Es ist möglich, dass der Boden bereits gebildet ist. Ich prognostizierte ihn bei 1.450 Dollar in Gold, eine Korrektur um etwa 50% des 200-Dollar-Anstiegs von 1.350 Dollar auf 1.550 Dollar, als der Goldpreis endlich aus seiner sechsjährigen Handelsspanne ausbracht. Und so ist es auch geschehen. Doch wenn ich mir die CoT-Daten ansehe, wird es wahrscheinlich erst einen Rückgang geben, bevor die Preise wieder höher steigen.


Mike Gleason: Natürlich sollte man seine Voraussetzungen nach einem langen Zeitraum überprüfen, besonders in Silber. Gold hat natürlich das 6-Jahreshoch erreicht. Silber kam an diesen Punkt nicht heran. Es ist also nie wirklich aus seiner Handelsspanne ausgebrochen. Ich bin mir sicher, dass Sie ständig Ihre Voraussetzungen und die Entwicklungen überprüfen. Sind Gold und Silber trotz der Bestürzung und Schwierigkeiten in den letzten Jahren auf lange Sicht immer noch eine gute Investition?

David Morgan: Ganz gewiss. Uns steht etwas bevor, das so in der monetären Geschichte noch nie dagewesen ist; zumindest soweit wir das aus historischen Aufzeichnungen sagen können. Wir sehen den Untergang des imperialen Zeitalters. Ich meine, im Grunde wurde alles auf diesem System, auf Geld, aufgebaut und das Geldsystem wurde von Anfang an zum Scheitern konzipiert. Es kann keine unendlichen Zinssätze geben. Ich meine damit die exponentielle Funktion, die ständige Verzinsung der Zinsen. Sie werden letztendlich ins Unendliche steigen.

Es gab in der geldpolitischen Geschichte also Anpassungen und sicherlich einige sehr große Probleme. Es gibt einige, die wir nennen können. Mir geht es darum, dass ich nicht glaube, dass es je etwas von diesem Ausmaß gab. Man weiß ja praktisch, dass es von den sieben Milliarden Menschen auf diesem Planeten nur sehr wenige unbeschadet überstehen werden. Es ist ganz gewiss nicht das Ende der Welt, doch es wird eine Anpassung geben. Doch wie groß, schwierig und lang diese Anpassung wird, weiß niemand.

Ich denke, das Wichtigste ist, erstens, nicht in Panik zu geraten und zu erkennen, dass das Vermögen bestehen bleibt. Damit meine ich, dass die ganze Landwirtschaft, alle Ölfelder und alle Gebäude bestehen bleiben. Doch was bei einer finanziellen Anpassungen oder einem Währungs-Reset - wie auch immer Sie es nennen wollen - stattfindet, ist im Prinzip ein Wechsel des Besitzers.

Es gäbe also viele Leute, die eventuell überschuldet sind. Diese Überschuldung würde sie aus dem Spiel nehmen, um es mal so zu sagen. Zum Beispiel könnte ein Immobilieninvestor, der stark verschuldet ist und auf eine Hyperinflation wartet, die ihn rettet, auf die falsche Karte gesetzt haben. Es wird deflationäre Kräfte geben. Das ist aufgrund des Aufbaus der Kapitalmärkte unausweichlich.

Wenn also der Anleihemarkt anfängt zu scheitern, werden Zinssätze nach oben getrieben, was den Wert der Anleihen mindern wird. Und da sie so riesig und weitverbreitet auf den Finanzkapitalmärkten sind, betreffen sie im Grunde alles: Pensionspläne, Altersvorsorge, Ersparnisse, selbst Geldmärkte; im Prinzip ist alles von den Schuldenmärkten betroffen. Es gibt nichts, das ihnen entkommen könnte.


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