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Alle Prognosemodelle werden falsch liegen

18.04.2020  |  Stefan Gleason
"Alle dieser Prognosemodelle lagen falsch. Alle", gab Andrew Cuomo, Gouverneur von New York, in einem Interview mit MSNBC letzte Woche zu. Cuomo hatte verzweifelte Forderungen nach mehreren tausend Beatmungsgeräten geäußert. Und wie es sich herausstellte, waren diese nicht notwendig, da die Zahl neuer Krankenhauseinweisungen von COVID-19-Infizierten in New York mit überraschender Geschwindigkeit zurückging.

Cuomo hatte Amerika gewarnt, dass New York City der Vogel in der Kohlemine sei und dass andere Städte bald eine ähnliche Todesrate verzeichnen würden. Und basierend auf den Modellen, die von Dr. Anthony Fauci vor einigen Tagen angeführt wurden, sollten die Vereinigten Staaten insgesamt 200.000 Todesfälle verzeichnen - oder mehr als 2 Millionen, sollten wir nicht in der Lage sein, auf Distanz zu gehen.

Glücklicherweise lagen all diese Modelle falsch. Die neuen zeigen eine Spitze der täglichen Todeszahlen bei deutlich niedrigeren Niveaus als prognostiziert und neue Fälle nehmen stetig ab. Dies entspricht dem typischen saisonalen Muster von Erkältungen und Grippe-ähnlichen Infektionen im April.

Ein anhaltender Rückgang der Coronavirus-Fälle über den Rest des Monats würde wahrscheinlich bedeuten, dass die US-Wirtschaft bald wieder öffnen könnte; außer kurzsichtige, medizinische Experten können ihre Köpfe erneut durchsetzen.

Doch eine Auflösung der Lockdowns bedeutet nicht, dass die Dinge zur Normalität zurückkehren werden. Die Wirtschaft vor dem Virus, wie wir sie kannten, wird wahrscheinlich niemals zurückkehren. Einige Unternehmen und Unternehmenspraktiken werden für immer verschwunden bleiben. Viele Kaufs-, Spar- und Investitionsgewohnheiten von Verbrauchern werden sich wahrscheinlich ebenfalls permanent und auf eine Art und Weise verändern, die an diesem Punkt niemand vorhersehen kann.

Die US-Geldpolitik wird sicherlich nicht in der Lage sein, zu den Praktiken vor Virus-Ausbruch zu "normalisieren." Die Bilanz der Federal Reserve explodiert gerade - wortwörtlich jede Woche um Billionen Dollar - mit Käufen von Staats- und Unternehmensanleihen. Die einst blütenweise Bilanz der Fed enthält nun Schrottanleihen.

Wir befinden uns in unerforschten Gewässern, was die Assets angeht, die die Fed erwerben kann, und es gibt keinerlei Grenzen, wie viel Geld sie erschaffen kann, um diese Vermögenswerte zu kaufen. Vielleicht wird die Zentralbank als nächstes Restaurants, Casinos, Kreuzfahrtschiffe, Bauernhöfe und Einkaufszentren aufkaufen. Vielleicht wird sie als nächstes die Zinsen unter null senken.

Keine konventionellen Wirtschaftsmodelle sind in der Lage, den simultanen Kollaps der wirtschaftlichen Nachfrage auf Depressions-Niveaus und die Explosion des fiskalpolitischen und geldpolitischen Stimulus auf hyperinflationäre Niveaus einzubeziehen.

Das BIP könnte im zweiten Quartal um 30% kontrahieren, während die Arbeitslosenraten um 30% zulegt - ein Great-Depression-Szenario. Doch die Metallmärkte könnten basierend auf künstlichem Stimulus, der in das Finanzsystem einfließt, das den Dollar abwertet, in die Höhe schnellen.

Eine inflationäre Depression wäre ein schreckliches Umfeld für die meisten Investitionen. Doch es könnte ein möglicherweise fantastisches Umfeld für Gold und Silber sein. Während der meisten Krisen - ob inflationär oder deflationär - übertreffen Edelmetalle Aktien tendenziell.

Jeder, der eine Prognose vorbringt, wo der Dow Jones Industrial zum Ende des Jahres gehandelt werden wird, rät einfach nur. Keiner dieser sogenannten "Experten" an der Wall Street hat eine Ahnung. Die Offiziellen der Fed, die versuchen, eine zerbrochene Wirtschaft zentral zu verwalten, wissen ebenfalls nicht, was die letztlichen Konsequenzen ihres Eingreifens sein werden.

Nach dem anfänglichen Ausbruch des Wuhan-Coronavirus hatten weder die Weltgesundheitsorganisation noch unser eigener Sanitätsinspekteur eine Ahnung davon, welche Bedrohung diese Krankheit darstellen würde. Anfänglich wurde es heruntergespielt. Man wiederholte die falsche, chinesische Propaganda, dass die Krankheit nicht von Mensch zu Mensch übertragbar sei und erklärte dann fälschlicherweise (und selbstsüchtig), dass medizinische Masken ineffektiv seien, wenn die allgemeine Öffentlichkeit sie trägt.

All ihre Prognosemodelle lagen falsch. Und Investoren sollten skeptisch gegenüber jedem Prognosemodell für die Wirtschaft oder die Finanzmärkte sein. Sie werden alle in gewissem Maße falsch liegen. Doch Investoren können darauf vertrauen, dass Portfolios, die mit Gold und Silber diversifiziert sind, das Abwärtsrisiko in Aktien und anderen Papierassets mildern werden - während zeitgleich Aufwärtspotenzial hinzugefügt wird; vor allem, während sich Inflationsdruck aufbaut.


© Stefan Gleason
Money Metals Exchange



Der Artikel wurde am 13. April 2020 auf www.moneymetals.com veröffentlicht und exklusiv für GoldSeiten übersetzt.


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