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Der August bricht an: Kommunikation, Konversation & silbernes Versprechen

22.07.2020  |  The Gold Report
In den letzten Tagen des Julis sehe ich überall NASDAQ-Rekorde, während die Angsttreiber, die den März dominierten, nun "Schnee von gestern" sind. Eine zweite Infektions- und Todeswelle wurde zugunsten eines neugeborenen Optimismus über "Impfstoffe", "V-förmige Daten" sowie "zusätzlichem Stimulus" und allem anderen beiseite geschoben, was Geld zu den Aktien treiben kann. Doch die Wahrheit ist, dass diese viermonatige Rally in Aktien, Gold und Anleihen das direkte Resultat des gefälschten Geldes ist, das sich seinen Weg zu den verzweifelten Arbeitslosen gebahnt hat und erst enden wird, wenn diesen die Liquidität wieder abgenommen wird.

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In den vergangenen 33 Jahren, seit 1987, habe ich immer August als Sammelmonat verwendet, nachdem ich diese Technik von George Milton, einem Aktienhändler gelernt habe. Er rief seine Klienten im Mai an und fragte sie, was sie für Pläne für den Sommer hätten und gab ihnen dann entschiedene Instruktionen, ihn nicht (also niemals) vor dem 1. August anzurufen. Dann, in der ersten Augustwoche würde er das Telefon abheben und ihnen genau erklären, was sie derzeit und bis zum Ende des Monats kaufen würden.

Sehen Sie, in den Zeiten des Drehscheibentelefons und der täglichen Briefzustellung, als Briefe von Freunden für Freude sorgten, kommunizierte man mit seinen Klienten auf dreierlei Arten: Angesicht zu Angesicht, via Telefon oder Brief. Man sendete ihnen nicht fix eine E-Mail oder SMS, sondern hatte eine tatsächliche Konversation mit ihnen, in denen man Informationen über deren Karriere, Familie und Neuigkeiten erfuhr, die für die Art und Weise, wie man sie beriet, wichtig waren.

Die heutige unpersönliche Welt von Suchmaschinen, Facebook und Twitter haben die Kunst der Konversation und die Schönheit der verbalen Kommunikation und Verkaufstechnik ersetzt. Ich trauere um den Verlust der persönlichen Treffen, in denen Körpersprache Ihnen erzählen konnte, ob Ihre Klienten glücklich oder traurig, eingebildet oder ängstlich waren und ob sie planten, ihre Investitionen in naher Zukunft zu erhöhen. Wenige Klienten erzählen ihren Beratern via E-Mail, dass sie "eine weitere Million" investieren. Das sollte am Ende eines sehr teuren Mittagessens passieren, dessen Rechnung der Berater mit Freuden übernimmt.

Zurück zur August-Strategie. Sie wurde ursprünglich von alten Bergbaubrokern an der Bay Street entwickelt, als Einzelhandelskunden die Spekulation auf Bohrunternehmen den Pferderennen bei Woodbine vorzogen. Es wurde erkannt, dass viele Investoren - aufgrund der schwachen Märkte im Juni und Juli, wenn reiche Aktienkäufer ihre Zeit in Ferienhäusern zubrachten, anstatt sich um den Handel zu kümmern - den August mit einer Vielzahl an Rechnungen begannen; wie Schulutensilien oder Studiengebühren.

Um das Geld aufzubringen, waren sie dazu gezwungen, ihre Positionen in den Wochen hin zum Labor Day zu verkaufen. Deshalb würden die Aktien im August typischerweise unter dem Gewicht unerwarteten Angebots in Verzückung geraten, jedoch mit einem Mangel an Angeboten einhergehen, da die Liquidität bis nach dem Labor Day üblicherweise still bleibt. In jedem August seit 1987 gab es immer Schnäppchen, die man machen konnte.

In diesem Jahr wurde die Roadmap jedoch aufgrund der Pandemie und der Druckerei der Zentralbanker, die Verzerrung nach Verzerrung auslösten, verändert. Nicht länger kann ich mich auf das Ballanger-Spielbuch verlassen, das von Bob Farrell und Richard Russell und Marty Zweig an mich weitergereicht wurde. Der Vermächtnis des regelbasierten Handels wurde erstmals von Greenspan besiegt; offen von Bernanke verzerrt; von Yellen auf matronenhafte Weise besänftigt; und dann letztlich in wiederholten Wellen der Tatsachenverdrehung, des Betrugs und der Intervention durch den besten (und schlimmste) überhaupt, dem aktuellen Fed-Vorsitzenden Jerome Powell, zerstört.

Letzte Woche las ich einen Twitter-Post von einem der Fed-Gouverneure, der jegliches Wissen oder Zustimmung des Konzepts bestritt, dass die Fed-Politik seit 2000 zur Reichtums- und Einkommensungleichheit beigetragen hätte. Powell blickt uns tatsächlich direkt in unserer Gesicht und meint, weder stotternd noch blinzelnd, dass die Bemühungen der Fed, Hedgefonds, große Halter von Schrottanleihen und Menschen abseits eines Aktienhandels zu retten, keine Art des moralischen Fehlverhaltens oder eine Bevorzugung repräsentieren würde. Das ist, wie ich mit gerechtfertigter Giftigkeit sage, Unsinn.

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