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Ein Multi-Reservewährungssystem

05.09.2020  |  Jan Nieuwenhuijs
Ein Interview mit Pentti Pikkarainen - ehemaliger Kopf der Bankenoperationen bei der finnischen Zentralbank - über die Zukunft des internationalen Währungssystems.

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Wenn es um die Entwicklung des Goldpreises geht, dann ist es wichtig, die Richtung zu wissen, in die sich das internationale Währungssystem entwickelt. Wenn Gold in einem bevorstehenden Arrangement beispielsweise eine größere Rolle zugeschrieben wird, steigt der Goldpreis nicht nur vor Eintreffen dieses Arrangements, sondern auch währenddessen.


Einleitung

Laut meiner Analyse bewegt sich die Welt auf ein neues Währungssystem zu, das Gold einbinden wird, auch wenn ich nicht weiß, wie ein derartiges System strukturiert sein wird. Um eine bessere Perspektive zu erhalten, habe ich beschlossen, Pentti Pikkarainen, ehemaliger Kopf der Bankenoperationen bei der finnischen Zentralbank und Mitglied des Voima Gold Advisory Board sowie Professor of Practice bei der University of Oulu in Finnland zu interviewen.

Pikkarainen glaubt, dass wir uns auf ein Multi-Reservewährungssystem zubewegen. Meine Interpretation von Pikkarainens Ansicht ist, dass der Dollar seinen primären Status verlieren wird und Gold, Dollar, Euro, Yen, Pfund und Renminbi, etc. miteinander konkurrieren werden.

Als ich über dieses System nachdachte, erinnerte ich mich an einen Artikel, den ich letzten Januar veröffentlichte: "Hitting Zero: 700 Years of Declining Global Real Interest Rates." Der Artikel handelt von einer akademischen Studie von Paul Schmelzing, der zeigte, dass die weltweiten Realzinsen seit acht Jahrhunderten abnahmen und die Trendlinie 2018 fast null erreichte. (Realzinsen sind Nominalzinsen minus Inflation.) Die Daten der Studie sind im unteren Chart dargestellt.

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Beachtenswert ist, dass die Nominalzinsen in Industrieländern sei 2018 abgenommen haben und die Federal Reserve - die wichtigste Zentralbank der Welt - am 27. August 2020 angab, man würde eine höhere Inflation (über 2%) anpeilen. Andere Zentralbanken werden dieser Entscheidung wahrscheinlich folgen.

Aufgrund des massiven Schuldenüberschusses ist es unmöglich für Zentralbanken die Nominalzinsen zu erhöhen. Realzinsen werden demnach weiterhin einbrechen, wie der obige Chart andeutet.

Ein großer Faktor, der den Goldpreis antreibt, sind Realzinsen. Siehe unterer Chart. Die US-Realzinsen der 10-Jahresstaatsanleihe werden auf der linken Achse (invers) und der Goldpreis auf der rechten Achse gezeigt. Je niedriger die Realzinsen, desto höher der Goldpreis.

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