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Die dunklen Jahre & die vierte Wendezeit

06.10.2020  |  Egon von Greyerz
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Ein gegenseitiger Vergleich zwischen einzelnen Währungen ist in der Tat ein nutzloses Unterfangen, da alle diese Währungen auf NULL fallen werden. Und es gibt keinen Preis für die Währung, die zuerst zu Boden geht. Trotzdem: Im Rahmen einer solchen relativen Betrachtung macht es den Eindruck, als ob der Dollar den Boden noch vor den anderen erreichen wird. Nachdem er schon 98% seines Wertes in den letzten 50 Jahren verloren hat, werden die letzten 2% nun auch nicht mehr lange dauern. Man darf allerdings nicht vergessen: Dieser 2%ige Fall kommt - von heute aus betrachtet - einem 100%igen Wertverlust des US-Dollars gleich.

Aufgrund der großen Probleme in der EU haben viele Menschen ein sehr negatives Bild vom Euro. Es ist auch vollkommen korrekt, dass der Euro eine sehr schwache und künstliche Währung ist. Der Euro ist im Vergleich zum Dollar heute praktisch genauso viel wert wie zu seiner Einführung am 1. Januar 1999. Doch aktuell macht der Euro einen technisch stärkeren Eindruck als der Dollar.

Ein Dollareinbruch im Verlauf der kommenden Jahre ist also praktisch garantiert; er wird als Zünder fungieren, der die US-Wirtschaft in die Luft sprengt.

Zudem werden wir in den nächsten 2-3 Jahren Einbrüche an den Schuldenmärkten erleben - in den USA und weltweit. Die meisten Schulden der Welt bestehen aus geschöpftem Geld, das durch keine zugrundeliegenden, realen Güter gedeckt wird. Massiv überbewertete Vermögensanlagen sind also durch Schulden gedeckt, die komplett wertlos werden, da sie ausschließlich auf Finanzmitteln basieren, die durch Druckerpressen oder Computer generiert wurden. Wenn zweistellige Billionen $-Beträge ohne Arbeit, Güter oder Dienstleistungen produziert wurden, dann verfügt dieses Geld ganz klar über NULL Wert.


Steiler Anstieg der Zinssätze

Wir werden nicht permanent Nullzinsniveau halten, so sagen es die Fed und Ray Dalio. Zwei Dinge werden praktisch mit Sicherheit eintreten, bevor die drohende Megakrise vorüber sein wird. Das wäre erstens der Einbruch des derzeitigen Währungssystems, wie ich oben erläutert hatte. Zweitens kann auch der Einbruch der Kreditmärkte, einschließlich der Anleihemärkte, als sicher gelten. Die Manipulation der Zinssätze wird dann kläglich scheitern.

Zwar werden die Zentralbanken versuchen, die kurzfristigen Zinssätze niedrig zu halten, sie werden jedoch die Kontrolle über die langfristigen Zinssätze verlieren. Sobald insolvente Regierungen und Unternehmen in Zahlungsverzug geraten und Schulden unbedient bleiben, werden Investoren Anleihen (auch Staatsanleihen) abstoßen.

Anleihekurse werden einbrechen und Zinssätze steigen - und zwar mindestens auf Stände, wie wir sie in den 1970ern/ Anfang der 1980er gesehen hatten - also 15%-20%. Der Mix aus Hyperinflation und Ausfällen bei den Kreditnehmern werden dafür sorgen, dass viele Anleihen ganz auf null sinken und die Zinsen ins Unendliche steigen. Steigende langfristige Zinssätze werden auch die kurzfristigen mit in die Höhe ziehen, ungeachtet aller Versuche der Zentralbanken, diese niedrig halten zu wollen. Das wird zum Niedergang der Anleihemärkte führen.

Natürlich werden die Zentralbanken frenetisch Billionen drucken, und gar Billiarden, wenn die Derivate in einem schwarzen Loch verschwinden. Doch es wird nichts bringen, außer eben Panik und Hyperinflation.


Keine Zeit für Nabelschau

Jetzt ist also nicht die Zeit für Nabelschau - oder aber Anleger, die sich mit ihren Aktienmarktgewinnen brüsten! Denn die Welt geht jetzt durch eine Phase, die es so seit hunderten oder aber vielleicht 2.000 Jahren nicht gegeben hat. Ja, am Aktienmarkt könnte es vor dem totalen Einbruch zum allerletzten Mal noch einen Meltup geben – doch eine solche Entwicklung wäre dann höchstwahrscheinlich von einem sehr schwachen Dollar begleitet.


Eigenes Vermögen nicht in wertlosen Fiat-Währungen messen!

Das eigene Vermögen in Fiat-Währungen zu messen - egal ob Dollar, Euro oder Pfund -, ist reinster Wahnsinn. Warum sollten Sie Ihr Vermögen in etwas messen, das effektiv betrachtet seit 1971 um 98% an Wert verloren hat - und um 85% seit 2000? Vielleicht fühlt es sich für kurze Zeit gut an; doch bald schon wird man erkennen müssen, dass diese Gewinne nur Papierprofite sind, die nicht nur vollkommen wertlos sind, sondern in den kommenden Jahren - wenn Aktien und Papiergeld gemeinsam implodieren - auch voll und ganz verschwinden werden.

Glauben Sie keine Sekunde lang, dass Ihre eigenen Anlagen, seien es Aktien, Anleihen oder Immobilien, wirklich jene Tausende oder Millionen wert sind, mit denen sie im Falschgeld bewertet sind.

Die drohende Vermögenszerstörung wird den Investoren in Kürze zeigen, dass die eigenen Vermögensanlagen nur ein Bruchteil der heutigen Fantasiebewertungen wert sind.

Die Zentralbanken werden die Welt nicht retten, weil sie das nicht können! Denn wie soll sich ein Schuldenproblem durch noch mehr wertlose Schulden lösen lassen; und wie sollte sich Vermögen durch vermehrte Schuldenausgabe erschaffen lassen?? Dieses Schneeballsystem ist jetzt am Ende - und zwar für sehr lange Zeit.

Physisches Gold (und Silber) werden in den kommenden Jahren offenbaren, auf welcher kompletten Täuschung das Finanzsystem basierte. Investoren, die nicht abgesichert sind, sollten dem Beachtung schenken!


© Egon von Greyerz
Matterhorn Asset Management AG



Dieser Artikel wurde am 23. September 2020 auf www.goldswitzerland.com veröffentlicht.


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