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Die Geldpolitik präferiert immer die Inflation ("permanente Blutvergiftung") vor dem Staatsbankrott ("einmalig chirurgischen Eingriff")

03.05.2021  |  Dr. Uwe Bergold
Zum Thema "Weimarer Hyperinflation" schrieb Felix Somary ("Der Rabe von Zürich") in seinem Buch "Erinnerungen aus meinem Leben" unter dem Kapitel "Bankrott oder Währungsverfall, 1919-1924" folgendes:

"… Der Staatsbankrott ist ein einmaliger chirurgischer Eingriff, die Inflation ist permanente Blutvergiftung. Nach der Streichung der Staatsschulden kann man sofort neu finanzieren, bei Inflation muss man warten, bis die Währung sich ausgelaufen hat. So große Verluste der Staatsbankrott bringt, er klärt die Lage, und der Gesamtschaden ist mit der furchtbaren Endstation der Inflation nicht zu vergleichen …

… Der Bankrott muss von jenen Menschen durchgeführt werden, die augenblicklich im Amt sind, und auch der Dümmste der Betroffenen merkt, was vor sich geht. Die Inflation dagegen kann auf Jahre verteilt und die Opfer können jahrzehntelang, ohne dass sie dessen gewahr werden, in der unglaublichsten Weise betrogen werden…

… Aus der russischen Inflation erwuchs der Erfolg des Bolschewismus, aus der deutschen der Erfolg Hitlers, und was aus der überseeischen kommen mag, beginnen wir zu ahnen …“


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Abb. 1: Brotpreise (1 kg) in Deutschland: 1914 (Golddeckungsaufhebung) - 1923 (Währungsreform)
Quelle: GR Asset Management, bearbeitet durch Dr. Uwe Bergold


Obwohl Felix Somary bereits 15 Jahre vor der US-Dollar-Gold-Abkopplung starb, ahnte er anscheinend damals bereits, dass die Weltleitwährung und mit ihr auch alle anderen ungedeckten Papierwährungen das gleiche Schicksal wie die damalige Reichsmark erleben werden. Wir befinden uns aktuell in einer ähnlichen Situation wie damals in Weimar, nur mit einem Unterschied: Dieses Mal läuft alles global ab! In unserem, am 01.04.2020 publizierten, Marktkommentar "Global QE + Global Helicopter Money = Global Weimar" konnte man hierzu folgendes lesen:

"… Wer sich mit der Finanzgeschichte beschäftigt, der weiß, was die Folge dieser "Politik der Notenpresse" war: Der Alptraum der Weimarer Hyperinflation, welcher extremstes Elend und Millionen von Hungertoten verursachte. Bis zu Beginn des Jahres 1923 wurde der Preisanstieg bei Vermögenswerten und Löhnen als Erfolg der Wirtschafts- und Geldpolitik gefeiert. Erst im Finale, als es plötzlich nicht mehr möglich war, mit seinem Lohn auch nur die Grundbedürfnisse zu befriedigen, wachte das deutsche Volk - in Armut und Elend – auf …"


US-Geldmengenaggregat M2 mit historisch einmaligem Wachstum

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Abb. 2: US-M2 Change from Year Ago (oben blau) vs. Gold in USD/oz (unten rot) von 01/66 bis 03/21
Quelle: GR Asset Management, bearbeitet durch Dr. Uwe Bergold


Betrachtet man die Veränderung des US-Geldmengenwachstums M2 (Ursache der Inflation) als Vorlauf für die Veränderung des Goldpreises (Inflationsseismograph) und somit letztendlich als Veränderung des allgemeinen Preisniveaus (Wirkung der Inflation) in Abbildung 2, so visualisiert sich – im historischen Kontext zu den 1970er Jahren - das Potenzial für den kommenden Goldpreis- und somit auch der kommenden Rohstoff-, Erzeuger- und Konsumentenpreisanstiege!



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