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Goldminen brechen aus ihrem 50-jährigen Abwärtstrend nach oben aus

01.06.2021  |  Dr. Uwe Bergold
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In Bezug auf die operative Gewinnmarge (>40%) und die KGV-Bewertung (<10) sind die Goldminenaktien aktuell der mit Abstand fundamental am günstigsten bewertete Sektor im gesamten S&P 500-Spektrum (siehe hierzu roten Kreis in Abbildung 3). Gleichzeitig besitzt der S&P 500 als Gesamtindex, mit einem Shiller-KGV (CAPE) von 37, aktuell die zweithöchste Bewertung seiner Geschichte (Am Top 1929 war das CAPE bei 33; am Top 2000 bei 44)!


2. Intermarket-Betrachtung im Rahmen des FIST-Konzepts:

Unter der Intermarket-Analyse versteht man die graphische Analyse von Wirkungszusammenhängen zwischen verschiedenen Finanzmärkten (Aktien, Anleihen, Immobilien, Rohstoffe und Währungen) des gesamten Kapitalmarktes. Die grundlegende Prämisse der Intermarket-Analyse ist, dass alle Finanzmärkte in irgendeiner Weise miteinander verknüpft sind. Dies beinhaltet sowohl die internationalen als auch die nationale Märkte.

Einen Wagen zu steuern, ohne aus dem Seitenfenster oder in den Rückspiegel zu sehen, ist, als wenn man auf den Finanzmärkten tätig ist, ohne sich der Wechselwirkungen der einzelnen Segmente bewusst zu sein. Hierbei ist besonders auf die negative Korrelation der staatlichen Weltleitwährung USD mit der marktwirtschaftlichen Weltleitwährung Unze GOLD (inkl. der gesamten Anlageklasse Rohstoffe) zu achten.

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Abb. 4: USD-Index (schwarz) vs. Goldpreis in USD (gelb) von 01/1980 bis 05/2021
Quelle: GR Asset Management, bearbeitet durch Dr. Uwe Bergold


Betrachtet man Abbildung 4, so visualisiert sich die negative Korrelation des USD-Index gegenüber dem Goldpreis in USD relativ eindeutig. Während der USD-Index (aktueller Wert = 90) den US-Dollar gegenüber einem Währungskorb von sechs ungedeckten Papierwährungen (EUR, YEN, GBP, CAD, SEK und SFR) durch staatliche Statistik darstellt, visualisiert der USD reziprok gegenüber GOLD (aktuell 1 USD = 0,0005 Unzen Gold; 1933, vor der ersten USD-Abwertung, waren es 005 Unzen Gold) den vom Markt bewerteten Wert der US-Währung. Bei den signifikanten Hochpunkten des USD in den Jahren 1985, 2001 und 2016 generierte gleichzeitig jeweils GOLD sein zyklisches Tief.

Auch reziprok, bei den zyklischen USD-Tiefpunkten, wird der Gegenlauf des Goldpreises recht eindeutig visualisiert. Interessanterweise können wir aktuell denselben USD-Einbruch feststellen, bei gleichzeitigem GOLD-Ausbruch, wie zuletzt um die Jahrtausendwende (siehe hierzu die beiden grünen "Untertassen" beim Goldpreis, inkl. deren Ausbrüche, bei gleichzeitigem USD-Einbruch in Abbildung 4). Der USD hat eindeutig seine finale Baisse begonnen, währenddessen reziprok Gold (inkl. der Minen) in seine abschließende Hausse gestartet ist!


3. Sentiment-Betrachtung im Rahmen des FIST-Konzepts:

Es ist historisch belegbar, dass die Masse der Anleger („Publikum“) tendenziell genau zum falschen Zeitpunkt auf der falschen Seite steht. Daraus lässt sich folgern, dass der richtige Zeitpunkt, sich auf die Phänomene (Anomalien) der Massenpsychologie zu besinnen, immer dann vorherrscht, wenn die große Mehrheit der Anleger sehr einseitig ausgerichtet ist. Die Sentiment-Analyse als Teilbereich der Behavioral Finance greift dies durch das "Prinzip der gegensätzlichen Meinung" (Contrary Opinion) auf. Anleger, die fest davon überzeugt sind, dass Aktien steigen werden, haben ihr Geld bereits in den Aktienmarkt investiert.

Obwohl sie sehr positiv gestimmt sind ("Bullishes Sentiment"), können sie - aufgrund ihres Liquiditätsmangels (sie haben ja bereits gekauft) - nicht mehr als Käufer auftreten. Sie fallen somit als nachfragende Kraft an der Börse aus. Sobald es allen Marktteilnehmern so geht, sind keine Nachfrager mehr da und das geringste Angebot bringt die Kurse zum Fallen. Wenn umgekehrt alle Investoren lautstark verkünden, dass die Kurse fallen werden ("Bearishes Sentiment"), haben sie ihre Aktienbestände bereits verkauft, denn sie glauben ja daran, dass sie in den Markt bald billiger wieder einsteigen können.

Sobald aber die Mehrheit der Marktteilnehmer liquide ist und keine Aktien zum Verkauf mehr besitzt, gibt es keine Anbieter mehr und die geringste Nachfrage verursacht einen Kursanstieg. Die Sentiment-Analyse kann man deshalb als eine Form der "Massenpsychologie-Analyse" bezeichnen, bei der versucht wird, die allgemeine Börsenstimmung durch Sentiment-Indikatoren zu visualisieren, um dann - in auftretenden Extrembereichen - in die entgegengesetzte Richtung zu handeln.

Ein möglicher Sentiment-Indikator ist die Stimmung der Börsenbriefschreiber, wie in Abbildung 5 visualisiert. Auch hier sehen wir für Gold ein neues Kaufsignal aus der Akkumulations-Zone heraus (siehe hierzu negative Stimmung innerhalb der 2018 neu begonnenen zyklischen Hausse, vergleichbar mit 2001 bis 2011).

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Abb. 5: US-Börsenbriefempfehlungen zum Gold (rot) vs. Goldpreis in USD (gelb) von 12/98 bis 05/21
Quelle: GR Asset Management, bearbeitet durch Dr. Uwe Bergold



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