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Zentralbanken jetzt im Endspiel

24.08.2021  |  Egon von Greyerz
Open in new windowVor einem halben Jahrhundert wurden schließlich die Zentralbanken vom Midas-Fluch befallen. Alles, was Midas anfasste, verwandelte sich in Gold - selbst sein Essen. Der Fluch, der die Zentralbanken vor genau 50 Jahren (am 15. August 1971) dank Nixon befiel, war jedoch noch schlimmer: Anstatt alles in Gold verwandeln zu müssen, sind sie dazu verdammt, alle realen Vermögenswerte, darunter auch Gold, in wertloses Papier verwandeln zu müssen. Damit schufen sie die perfekten Rahmenbedingungen für das heutige Zentralbanken-"Endgame".

Nixon kannte sich natürlich nicht mit Geschichte aus. Ansonsten hätte er wohl verstanden, dass seine Lüge hunderte Billionen $-Mal schlimmer war als alle Watergate-Lügen:

"DIE AUSWIRKUNGEN DER HEUTIGEN MASSNAHMEN werden zu Stabilisierung des Dollars beitragen". Hmmmmmm!

Wie man im Chart unten sehen kann, hat der Dollar seit 1971 effektiv (GOLD) 98% seines Wertes eingebüßt. Eine einzige Geschichtsstunde hätte Nixon zeigen können, dass im Verlauf der Geschichte noch keine einzige Währung überlebt hat, weil ausnahmslos alle Führungen genau das taten und tun, was auch Nixon machte.

Das erinnert mich wieder die Zeile in Pete Seegers Song “Where have all the flowers gone”:

“WANN WIRD MAN JE VERSTEH’N, WANN WIRD MAN JE VERSTEH’N?”

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Man wird es natürlich nie verstehen. Den Wenigen, die ihr Aufmerksamkeit schenken, lehrt die Geschichte, dass es hier keine Ausnahmen gibt. Historisch betrachtet, wurde jede einzelne Währung solange entwertet, bis sie schließlich wertlos verfiel (was ich u.a. in diesem Artikel erkläre).

Es scheint schwer verständlich, warum Präsidenten und Zentralbanker überhaupt nicht begriffen haben, dass sie hinsichtlich der Zerstörung nationaler Währungen immer wieder dieselbe Rolle spielen, die schon ihre Vorgänger gespielt hatten.

Höchstwahrscheinlich hoffen sie in ihrer Arroganz, den Staffelstab einfach weiterreichen zu können, so dass zumindest während ihrer Amtszeit nichts passiert. Gemessen an der Lebensspanne von Währungen fallen die Herrschafts- oder Amtszeiten von politischen Führungen relativ kurz aus, und deswegen erwischt es sie, obwohl mitschuldig, meist nicht.

Nixon beispielsweise glaubte, er würde eine gute Tat vollbringen und den Dollar stabilisieren. Falls er heute, 50 Jahre danach, auf die Erde herabblicken sollte, würde er sehen, dass seine Maßnahmen einen Verfall von "bloß" 98% bewirkt haben.

Also: Nixon rette den Dollar für sehr kurze Zeit, nur um ihn, in der Konsequenz, für immer auszulöschen! Wann wird man je versteh’n?


Eine dysfunktionale Weltwirtschaft

Nach Ende des 2. Weltkriegs, als ich geboren wurde, brach im Westen eine ausgedehnte Phase von Recht und Ordnung an. Das galt in der Gesellschaft im Allgemeinen, auch in den Schulen und Familien war Ordnung und Disziplin verbreitet.

In vielen Ländern wird heutzutage den Lehrern, Eltern oder selbst der Polizei kein Respekt mehr entgegengebracht. Jede Ära durchläuft Zyklen, und aktuell erleben wir den schlimmsten Teil des Zyklus.

Moralische wie ethische Werte sind verschwunden und Kriminalität ist weit verbreitet. Das ist, historisch betrachtet, nichts Neues und passiert immer wieder am Ende großer Ären oder Zyklen. Es passierte auch am Ende des Römischen Reiches, als sich Rom ökonomisch wie moralisch auflöste. Weit und breit herrschte Dekadenz, so wie auch heute wieder. Gleiches gilt für Schulden und Defizite.

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Am Anfang stand Kaiser Commodus, er war der "Alte" Nixon. Gallenius brachte dann alles zu Ende und war somit die griechische Version von Biden. Der Zerfall von Werten und Prinzipien ist also ganz klar Folge finanzieller wie ökonomischer Dysfunktionalität. So ist beispielsweise die Tatsache, dass die USA seit 1960 jedes Jahr steigende Staatsverschuldung ausweisen (mit der Ausnahme von vier Jahren) ein Hinweis auf chronische und vollkommene Funktionsstörung und Zerrüttung.


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