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Goldlagerung in Banken? Umdenken!

20.09.2021  |  Matt Piepenburg
Informierte Investoren, die sich erfolgreich ihren Weg durch die erschöpfte Bitcoin-vs-Gold-Debatte gebahnt haben und zudem begreifen, welch entscheidende Rolle physisches Goldeigentum (in Abgrenzung zu Papier/ETF-Gold) als Gegengift spielt gegen weltweite Währungsentwertung und ganz konkrete systemische Finanz- wie Bankenrisiken - derart informierte Investoren, wie Sie, haben erkannt, dass Edelmetalle letztlich historisch unübertroffene Absicherungswerte sind. Die Goldlagerung wirft allerdings neue Fragen auf, denen sich der Anleger stellen muss.

Seit Jahren erklären wir direkt und unmissverständlich, warum Edelmetalleigentum für die weitsichtigen Vermögensschutzziele anspruchsvoller Investoren aus dem privaten wie institutionellen Bereich so essentiell ist. Auf dem lebensklugen und gleichwohl konträren Weg zum Edelmetalleigentum stellt sich immer auch die Frage, zu was eine Reise überhaupt taugt, wenn das Ziel unsolide und bedenklich ist.

Als Frage formuliert: Welchen Sinn hat es, wenn Ihr Absicherungs-Asset letztlich in unsicheren Institutionen verwahrt/ gehalten wird (also bei kommerziellen Bullionbanken und/ oder anderen Edelmetallhändlern), die selbst integrale Bestandteile genau dieses kaputten Systems (und gesamtsystemischen Risikos) sind, dem man ursprünglich entkommen wollte?

Im Folgenden werden wir daher die zahlreichen und allzu realen (aber auch allzu gut versteckten) Risiken der Goldlagerung innerhalb eines fragilen Bankensystems betrachten. Zudem werden wir die Notwendigkeit untermauern, dass nur die sichersten Optionen privater Tresorlagerung zu wählen sind, um letzten Endes auch in den Genuss ernstzunehmender Goldverwahrung und Liquidität zu kommen.


Edelmetalllagerung in Großbanken: Alles andere als sicher

Wir wir in unserem jüngst erschienenen Bericht zu den Basel III-Regulierungen angedeutet hatten, geben die großen Geschäftsbanken dieser Welt mit demonstrativer Tugendhaftigkeit zu verstehen, dass eine weitere Bankenkrise vermieden werden muss (wahrscheinlich eher: dass man sich auf sie vorbereiten muss).

Sagenhaft…

Die jüngsten Regulierungen verlangen (unter anderem), dass Banken höhere prozentuale Anteile an sicherem "zugewiesenen" Tier-1-Gold (d.h. physischem Gold) in ihrem Bilanzen vorhalten müssen und die Menge des unsicheren (d.h. falschen) "nicht zugewiesenen" Tier-3-Papiergoldes reduzieren.

Kaum zu glauben…

Wer nun denkt, die jüngste regulatorische Großbankenbilanzaufhübschung würde für allgemein mehr Sicherheit unter diesen Marken-Institutionen sorgen (und auch Gold im Speziellen sicherer machen), den würden wir bescheiden darum bitten, noch einmal nachzudenken.

Vor Jahrzehnten schufen wir Matterhorn Asset Management, um unsere eigenen Vermögensschutzwerte (und die unserer Partner) zu sichern; zu diesem Zweck entwickelten wir das weltweit sicherste System für die Akquise, Abwicklung und Verwahrung von Edelmetallen. Nur ein paar Jahre später machten wir unser Dienstleistungsangebot auch außenstehenden Investoren verfügbar. Antrieb für Aufbau und Weiterentwicklung von Matterhorn war nicht, dass wir Goldbugs waren oder geborene Pessimisten, und nicht einmal Bankgegner.

Nein, wir waren nichts weiter als wache Beobachter von Ereignissen, die vor unseren Augen und ganz real an den globalen Schulden-, Währungs-, Risikoanlage- und Bankenmärkten abliefen. Allein schon aus diesem Grund ist private Edelmetallverwahrung, sofern sie richtig betrieben wird, keine Marktlücke, sondern eine absolute Notwendigkeit. Punkt.

Zudem haben wir die Macht kollektiven Denkens, ja sogar kollektiven Wahns, verstanden und akzeptiert.

In diesem Zusammenhang rufen Zahlen und vertraute Dinge ein im Grunde verständliches Gefühl der Sicherheit hervor, von dem auch die führenden Geschäftsbanken und ihre (mit enormem Vertrauensvorschuss bedachten) "großen Brüder" profitieren - von der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich über den IWF bis hin zu den nationalen Zentralbanken.

Doch genau diese Banken, das sollte noch erwähnt werden, glänzen seit Jahren, und das mit tragischer Nachhaltigkeit, durch Missmanagement am Kunden (und am globalen Finanzsystem). Eben das ruft uns, neben so vielen anderen Beispielen, die Große Finanzkrise von 2008 in Erinnerung. Kurz: Wer zum Zweck der Edelmetalllagerung auf bekannte Bankennamen vertraut (anstatt auf reine Banking-Fakten), der tut dies, unserer Einschätzung nach, unter großem und quantifizierbarem Risiko. Und zwar aus folgenden Gründen:


Das Hütchenspiel um "Zugewiesen" und "Nicht Zugewiesen"

Wohlgesinnten und hochkarätigen Privatbankkunden wird überaus gerne die Eröffnung eines Edelmetallkontos bei Bank A, Bank B, C oder D etc. angeboten. Häufig versüßen Privatbanker ihren Kunden das Geschäft noch damit, dass allein eine "allgemeine Gebühr" verlangt wird, ohne weitere Gebühren für die eigentliche Goldlagerung … denn schließlich ist man ja einer der wichtigen Kunden, nicht wahr?

Nein, nicht ganz so wahr.

Es ist, erstens, wichtig zu verstehen, dass die Verwahrung von Silber und Gold kein Ding moderner Banken ist. Ihr Geschäftsfeld ist das Kredit- und Gebühren-Business; sie holen ihr Geld aus der Abwicklung von Papiertransaktionen. Goldlagerung hingegen ist ein Geschäftsfeld mit geringeren Margen. Und das heißt auch, dass kaum eine Großbank noch eigene Tresorlagereinrichtungen betreibt; diese Arbeit überlassen sie lächelnd den Subunternehmern und hebeln dann lieber die Assets der Kunden. Dass für derartige "Bullion-Konten" keine Lagerkosten anfallen, liegt vorrangig daran, dass auf den hochglanzbeworbenen Konten renommierter Banken nicht wirklich Gold oder Silber lagert.


• Das nicht zugewiesene (nicht allozierte) Edelmetall

Das hat folgenden Grund: Die Banken platzieren Ihre Edelmetalle auf "nicht zugewiesenen" Papier/Transaktions- (d.h. gehebelten) -Konten, die trotz Basel III immer noch sehr in Mode sind. Begraben im Kleingedrucktem der Angebotsunterlagen zu diesen "nicht zugewiesenen" Bullion-Konten wartet die Einsicht in die Tatsache, dass der Eigentümer der Edelmetalle tatsächlich nicht der Kunde persönlich ist, sondern in erster Linie die Bank selbst.


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