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Warum es zum Crash kommen muss - und wird

28.04.2017  |  Chris Martenson
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Die Gesamtheit unserer derzeitigen Schulden und anderer Zahlungsverpflichtungen beläuft sich auf mehr als 1.000% (!) der jährlichen Wirtschaftsleistung, auch bekannt als Bruttoinlandsprodukt. Das Wirtschaftswachstum der USA begann bereits um das Jahr 2000 herum, sich aufgrund der zu hohen Schulden zu verlangsamen. Statt den natürlichen Gesetzen des Marktes zu erlauben, diese exzessive Verschuldung zu bereinigen, beschloss die Fed, ihre Anstrengungen zu verdoppeln, um das Problem zu "lösen". Das Heilmittel? Nullzinsen, um die Kosten für den Schuldendienst zu senken, und das Drucken von Billionen neuer Dollars zur Finanzierung weiterer Kredite.

Natürlich kann die echte Lösung eines Schuldenproblem nie darin bestehen, noch mehr Schulden zu machen. Das ist, als würde man Krebs mit Krebs behandeln. Oder Alkoholismus mit dem Trinken von noch mehr Alkohol. Doch genau so funktioniert die verdrehte Logik unserer Zentralbanken.

Der einzige Weg, der sich in der Geschichte als praktikabel erwiesen hat, beinhaltet finanzielle Sparmaßnahmen und den Abbau der Schulden. Oder, wie von Mises es ausgedrückt hat, die freiwillige Beendung der Kreditexpansion. Das erfordert allerdings echten politischen Mut und die Bereitschaft der Gesellschaft, die unangenehmen Begleiterscheinungen zu ertragen, die die notwendigen Einschränkungen mit sich bringen, um die verschwenderische Lebensweise früherer Jahre zu kompensieren. Sie glauben nicht, dass das in absehbarer Zukunft geschehen wird? Wir auch nicht...

Mit Blick auf den obenstehenden Chart genügt es festzustellen, dass sich in der gesamten Geschichte der Menschheit kein Land jemals unter einem solchen Berg aus Schulden und Zahlungsverpflichtungen wieder hevorgegraben hat. Niemals. Kein einziges.

Die einzige Möglichkeit zur Vermeidung der Krise wäre der plötzliche Beginn eines extrem starken Wirtschaftswachstums über einen sehr langen Zeitraum hinweg - aber auch nur, wenn wir den Geldsegen einer solchen Zeit verwenden, um unsere Schulden und andere Verbindlichkeiten abzubezahlen, statt ihn als Entschuldigung dafür zu benutzen, dass wir die Probleme weiterhin ignorieren, denn hey, es läuft doch gerade großartig!

Wir können jedenfalls festhalten, dass keinerlei Bestrebungen zu erkennen sind, die Kreditexpansion freiwillig aufzugeben, sondern dass man sich dagegen alle Mühe gibt, sie immer weiterzuführen. Wir steigen höher und höher auf der Leiter des Kreditvolumens, von der wir eines Tages herunterfallen werden. Wir haben die Höhe, aus der ein Sturz noch mäßig schmerzhaft gewesen wäre, schon lange überschritten. Wenn wir jetzt fallen, ist es vermutlich tödlich.

Die Nullzinspolitik ist allerdings genau darauf ausgelegt, dass wir die Kreditleiter immer weiter nach oben klettern. Die Zentralbanken haben schließlich ganz offen zugegeben, dass ihr Ziel darin bestand, höhere Ausgaben und die Aufnahme neuer Kredite zu fördern, als sie blindlings ins kalte Wasser der Null- und Negativzinsen sprangen.

Die Tatsache, dass die niedrigen und in einigen Teilen der Welt sogar negativen Zinsen die Sparer und ihre Altersvorsorge extrem benachteiligen, ist für die Federal Reserve nicht einmal von flüchtigem Interesse. Ihr einziges Ziel ist es, die Ausweitung der Kredite anzukurbeln, und zwar so schnell wie möglich. Das Gleiche gilt für die Europäische Zentralbank, die Bank of England, die Bank of Japan und sogar die Chinesische Volksbank. Sie alle haben den gleichen Plan: Kreditexpansion!

Allerdings geht dieser Plan nicht auf. Er versagt kurzfristig, wie das unterdurchschnittliche Wachstum der letzten mehr als zehn Jahre zeigt, und insbesondere auch langfristig. Warum? Ganz einfach, weil nichts endlos und exponentiell wachsen kann. Sogar das Universum selbst könnte der Theorie vom Big Crunch zufolge eines Tages aufhören sich auszudehnen und wieder in sich zusammenstürzen. Leider ist die ewige Expansion aber der einzige Plan, den die großen Notenbanken rund um den Globus derzeit haben.

Weil das Versagen dieser Strategie eine mathematische Gewissheit darstellt, ist es unsere Aufgabe als Privatpersonen, die Situation richtig zu verstehen und entsprechend zu handeln. Wir müssen uns der Realität stellen, dass wir in einem kaputten System leben. Wir können die Wahnsinnigen nicht aufhalten, aber wir können zumindest die Konsequenzen ihres Handelns vorhersehen und uns so gut wie möglich von dem hirnrissigen Weg lossagen, den sie eingeschlagen haben. Stellt sich die Frage, wie realitätsfremd die Banker eigentlich sind? Adam Taggart schrieb dazu kürzlich:

"Janet Yellen hat gerade mehr Öl in das schwelende Feuer meines Hasses auf die Banken gegossen. Auf einer Konferenz in Washington hat sie heute unter dem Motto 'Ein starkes Fundament: Die wirtschaftliche Zukunft unserer Kinder und Gemeinschaften' eine kurze Rede gehalten. Darin konzentrierte sie sich auf die Schwierigkeiten, mit denen Kinder aus armen Verhältnissen konfrontiert sind, und versuchte offenbar, sich als ihre Fürsprecherin darzustellen, die sich dafür einsetzt, Familien aus der Armut zu holen.

Wirklich, Janet? Im Ernst? Was ist mit dem beispiellos niedrigen Zinsniveau, das du in die Wege geleitet hast? Das jeden Anreiz zur Schaffung von Sparrücklagen zerstört hat? Das den amerikanischen Haushalten ihre Kapitalerträge genommen hat, insbesondere denen, die in festverzinsliche Anlagen investieren?



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