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Der Dollar in Gefahr: Gold als Basis für die Neuordnung des Währungssystems

25.07.2017  |  Jim Willie CB
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Die Bedeutung von Gold

Wenn der König Dollar nicht nur seinen Status als weltweite Reservewährung, sondern auch sein Prestige und seine Privilegien verliert, wird das enorme Auswirkungen auf die gesamte Struktur des Finanzsystems haben. Der drastische Wertverlust der amerikanischen Währung wird eine hektische Suche nach einem stabilen Zahlungsmittel auslösen, welches geeignet ist, als Fundament des internationalen Finanzsystems zu diesen.

Hier betritt Gold die Bühne. Das sich die Geldmenge in den letzten Jahren verfünffacht hat, wird der Goldpreis ein neues, angemessenes Preisniveau suchen müssen. Das ist unumgänglich und so sicher wie das Auf und Ab der Gezeiten.

Mit der Einführung der Gold-Handelsnoten (Gold Trade Notes) wird Gold als Zahlungsmittel über den internationalen Handel seinen Weg ins globale Finanzsystem finden. Es steht zu erwarten, dass die Initiative hierbei von China ausgeht. Das wird dem König Dollar einen heftigen Schlag versetzen. Die Staaten des Ostens werden eine angemessene Bezahlung für ihre Waren verlangen, die sie weiterhin zuverlässig liefern. Die Vereinigten Staaten haben die Rolle des Dollars im Handel und im Bankenwesen jedoch selbst unterminiert und müssen sich daher auf weitreichende Veränderungen einstellen.

Für den Goldpreis wird das wahrscheinlich eine äußerst chaotische Zeit. Rechnen Sie damit, dass der Kurs von Region zu Region extrem schwanken könnte, je nachdem wie stark Korruption oder Ehrlichkeit ausgeprägt sind. Der Westen wird wohl bis zu allerletzt versuchen, die Kurse niedrig zu halten, während der Osten alles daran setzen wird, zu einem fairen Preis zu gelangen.

Der Goldpreis wird im Zuge dessen zuerst auf 2.500 $, dann auf 5.000 $, dann auf 8.000 $, dann auf 12.000 $ steigen. Das ist so sicher wie der Morgen nach einer langen, stürmischen Nacht oder das Kommen der Flut im ewigen Wechsel der Gezeiten.


Geopolitische Tatsachen

Das Scheitern des US-Dollars im Nahen Osten und die Kriege, die geführt wurden, um den toxischen und bereits angeschlagenen Dollar zu verteidigen, sind unmissverständliche Zeichen für alle Länder, sprichwörtlich das Weite zu suchen und nach besseren Handelspartnern Ausschau zu halten. Europa kann ohne die Neue Seidenstraße, einem wahren Füllhorn an Projekten und Verträgen im Wert von vielen Milliarden Dollar, nicht überleben.

Aller Handel fließt durch China und Russland, die die Bildung einer eurasischen Handelszone vorantreiben und mit Hilfe der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit gleichzeitig einen passenden Sicherheitsrahmen bieten und der NATO Konkurrenz machen werden. Ein wichtiger Faktor, der unter den Propagandakünstlern des Westens für Bestürzung sorgt, ist auch die Tatsache, dass Russland auf Nettobasis schuldenfrei ist, während die USA bankrott sind und sich nicht aus eigener Kraft retten können.

Die Türkei hat indes Deutschland eine Abfuhr erteilt und kehrt der Kriegstreiberfamilie der NATO nun den Rücken. Plötzlich scheint die Türkei einflussreicher zu sein als zahlreiche westliche Staaten. Vielleicht wird das Land bald einen Teil der gigantischen Luftwaffenbasis in Incirlik an Russland vermieten.

Der Niedergang des Petro-Dollars verschafft dem Iran, Katar und Russland eine Vorrangstellung. Die US-Sanktionen gegen Russland werden damit bedeutungslos, denn auch die europäischen Staaten arbeiten unter Missachtung der amerikanischen Vorgaben bereits an der Wiederherstellung der Handelsbeziehungen. Zudem sind die Sanktionen gegen den Iran nach hinten losgegangen, denn sie haben zu dem Deal mit Indien geführt, bei dem Öl für Gold verkauft wurde.

Der Neustart des globalen Währungssystems liegt nicht in allzu ferner Zukunft. Die Preisbildung an den Finanzmärkten wird durch Derivate bestimmt, um die Insolvenz der "Too-big-to-fail"-Banken zu verhindern. Die monetäre Hyperinflation der US-Notenbank Fed, besser bekannt als QE, dient ebenfalls dazu, die eigentlich bankrotten Kreditinstitute flüssig zu halten. Ohne ihre Derivate und die Anleihekäufe wären die amerikanischen Großbanken alle von der Pleite bedroht, wie die Banken in Spanien und Italien. Doch die USA gehen wie immer einen Sonderweg.

Das im Entstehen begriffene Erdgaskartell wird den Handel vor allem in Renminbi, Rubel und Euro abwickeln. Aus diesem Grund versuchen die Vereinigten Staaten jetzt noch schnell, mit Europa Handelsabkommen für ihr teures Erdgas abzuschließen.

In Washington sind die Neokonservativen damit beschäftigt, den Pipeline-Projekten Nord Stream 2 und Turkish Stream Steine in den Weg zu räumen, doch eines Tages wird die Mutter aller Pipelines den Iran, Katar, Syrien und die Türkei mit Europa verbinden. Der König Dollar und seine Schreckensherrschaft sind am Ende.

Dieses Ende zeichnet sich nunmehr deutlich am Horizont ab. Wenn Gold erst einmal die Bühne des internationalen Zahlungssystems betritt, wird es richtig spannend. Dann wird auch die langanhaltende Depression, die auf den Goldanlegern lastete, zu guter Letzt ein willkommenes Ende finden.


© Jim Willie CB
www.goldenjackass.com


Der Artikel wurde am 14.07.17 auf www.gold-eagle.com veröffentlicht und exklusiv für GoldSeiten übersetzt.



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