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Die Wirtschaft, Blasen, Geldmengen und ignorante Wirtschaftspolitik

17.04.2018  |  David Morgan
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Glauben Sie, daß die Massen in einer langen, schweren Rezession 1.000 $ für ein IPhone ausgeben werden? Und sogar, wenn sie das machen, wann wird dann der Markt für Smart Phones übersättigt sein?

In den späten 1990er Jahren gab es eine Euphorie für Technologieunternehmen, die im Crash endete, einem sehr harten Crash. Als Greenspan dann die Zinsen auf ein historisches Tief von 1% senkte, schuf das die Immobilien- und Aktienblase und am Ende 2007 - Anfang 2008 gab es wieder eine sehr ausgeprägte Euphorie bei den Anlegern. Wir wissen, wie das endete. Im Februar-März 2009, bei den Tiefs des Marktes, gab es extremen Pessimismus. Eine Herdenmentalität hat in der Vergangenheit nicht funktioniert und es wird auch dieses Mal nicht funktionieren.

Das Problem ist, wenn wir in die nächste Rezession schlittern, daß wir uns nicht davon befreien werden, bis die strukturellen Probleme in der Wirtschaft zumindest in gewissem Maße nicht behoben sind und wir eine wachstumsfreundliche Politik haben. Eine wachstumsfreundliche Geldpolitik zu haben, bedeutet nicht, künstlich niedrige Zinsen oder QE-Programme zu haben, sondern der Markt legt die Zinssätze fest.

Marktbestimmte Zinssätze wären viel höher als derzeit und sogar noch höher, wenn wir plötzlich in eine Rezession gehen, da dann die Nachfrage nach Krediten steigt, weil die Kapitalisten versuchen, Investmentprojekte abzuschließen und dies die Zinsen nach oben treibt. Dies wird wiederum Ersparnisse fördern, Kapitalakkumulation und Kapitalallokation als die Quellen eines echten, langfristigen Wirtschaftswachstums.

Um die Wirtschaft auf Kurs für eine echte wirtschaftliche Erholung zu bringen, müssen die nach der Dot-Com-Blase entstandenen Ungleichgewichte liquidiert werden und als unternehmerische Fehler erscheinen, sobald die Zinssätze das Angebot und die Nachfrage nach ausleihbaren Mitteln im Markt widerspiegeln.

Zusätzlich zu den steigenden Haushalts- und Handelsbilanzdefiziten kündigte Trump vor kurzem Zölle an, die für zwei wichtige Rohstoffe, Stahl und Aluminium, ziemlich heftige Einfuhrzölle bedeuten. Nach der Ankündigung seines Vorschlags behauptete er ahnungslos, daß „Handelskriege gut sind und leicht zu gewinnen“. Das ist extrem naiv und wird nicht helfen, ´Amerika wieder groß zu machen´.

Stattdessen wird es schlimmer sein und dabei helfen, den Rest der US Produktionsbasis zu zerstören. Das ist grundlegende Wirtschaftstheorie, sogar unter der stark in die Irre geführten Mainstream-Theorie. Feshman College Studenten wird gelehrt, daß Freihandel eine gute Sache ist und er Ländern erlaubt, komparative Vorteile auszunutzen und dadurch die Kosten für die Verbraucher zu senken. Die Zölle sind nichts anderes als Steuern, die in diesem Falle von Amerikas schon schwacher Produktionsbasis und potentiellen Konsumenten bezahlt werden.

Lassen Sie uns schnell die einfachen Mechanismen dieser drakonischen Handelspolitik untersuchen. Die Einführung von Zöllen auf importierten Stahl und Aluminium wird nicht nur dabei versagen, den Produktionsstandort USA zu „revitalisieren“, sondern auch die Hersteller von Autos, Flugzeugen, Haushaltsgeräten und alle anderen Unternehmen treffen, die Stahl oder Aluminium als Input für ihre Endprodukte benötigen. Die US Stahlhersteller werden einen kurzlebigen, künstlichen Vorteil haben, da sie beim Verkauf von Stahl und Aluminium einen höheren Preis (verglichen mit dem Marktpreis) erzielen und mehr Gewinn auf Kosten anderer US Hersteller erzielen werden.

Aber diese zusätzlichen Gewinne werden nicht zu Kapital Re-Investments führen, weil die Unternehmen wissen, daß diese Zölle die Preise für ihren Stahl und/oder Aluminium künstlich nach oben treiben und sie irgendwann in der Zukunft abgeschafft werden. Und die Unsicherheit darüber, wann das passiert, wird sie von bedeutenden Anlagenerweiterungen abhalten.

Hersteller von Konsumgütern, die Stahl und/oder Aluminium enthalten, werden sinkende Margen erfahren (und vielleicht vom Markt gefegt werden), da die Input-Kosten steigen, sie aber die Verkaufspreise nicht (bedeutend) anheben können, da Importgüter, die Stahl und/oder Aluminium enthalten, diesen Zöllen nicht unterworfen sind und daher die Preise der US Hersteller nicht wettbewerbsfähig sind. Aber selbst wenn Zölle auf alle importierten Waren erhoben werden, werden die Preise einfach an die Verbraucher weitergegeben, was den Lebensstandard senkt.

Das könnte die US Hersteller dieser Waren einem finanziellen Risiko aussetzen, da sie irgendwann ihre Preise erhöhen müssen, um profitabel und/oder solvent zu bleiben, was entweder zu erhöhten Importen der gleichen Waren führt und/oder es ausländischen Herstellern dieser Güter erlaubt, die Preise zu erhöhen und dabei noch immer die US Wettbewerber auszustechen. Und das alles könnte wieder zu höheren Preisen führen, die dann an den Verbraucher weitergegeben werden.

Diese Zölle werden sich auch rächen, weil sie die Infrastrukturausgaben von Trump beeinflussen, die Kosten für Bauunternehmen erhöhen, da Stahl und Aluminium wichtige Inputs sind und sich daher die Bundesausgaben erhöhen würden und ebenso das Budgetdefizit und damit steigen die Kredite, die für diese Ausgaben aufgenommen werden müssen. Die Zölle auf Stahl und Aluminium betragen 25 und 10%.

Kürzlich hat Trump das ständig wachsende Handelsdefizit kritisiert, das in den letzten Monaten Mehrjahres-Hochs erreicht hat, aber was Trump nicht realisiert, ist, daß dies das Problem nur verschlimmern wird. Ausländische Hersteller von häufig verwendeten Geräten werden mehr exportieren, da diese Produkte in den USA einfach unerschwinglich sind. Diese Zölle werden an und für sich der Wirtschaft keinen ernsthaften Schaden zufügen, aber als ein selbsternannter Protektionist könnte Präsident Trump sehr gut diese Zölle auf weitere Rohstoffe oder ausgewählte oder alle importierten Güter erheben oder er könnte andere protektionistische Maßnahmen anwenden, die sehr wohl die US Wirtschaft weiter schwächen können.


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