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Weitere US-Sanktionen gegen China

23.10.2018  |  Vertrauliche Mitteilungen
Im Wirtschaftskrieg gegen China machen die USA Ernst. Erst kürzlich beschlossen sie für weitere Einfuhrlieferungen aus China mit einem Jahresvolumen von rund 220 Mrd. US-Dollar (was fast der Hälfte der noch nicht belasteten Einfuhren entspricht) Schutzzölle.

Sie begründen diese mit angeblich unfairen und wettbewerbsverzerrenden Maßnahmen der chinesischen Regierung wie z.B. direkten oder versteckten Subventionen an chinesische Firmen, Einfuhrbeschränkungen oder bürokratischen Hürden für amerikanische oder andere Wettbewerber sowie dem Diebstahl von Wirtschaftsgeheimnissen, Industriespionage und der Missachtung von Patenten.

Natürlich ist es aus US-Sicht verständlich, dem merkantilistischen Treiben Chinas (zu dem u.a. eine strikte Exportförderung gehört) nunmehr etwas entgegensetzen zu wollen.

Unverständlich bleibt aus dieser Perspektive heraus dagegen, warum die USA es seinerzeit selbst waren, die China zum Aufbau seiner heutigen Industrie bewegten, indem sie Teile ihrer eigenen Produktion von den USA nach China und in andere ex-kommunistische Länder verlagerten und warum nun nicht etwa die auch daraus ihren Vorteil ziehenden amerikanischen Konzerne, sondern abermals die Bürger über auf die Preise umlegbare Sonderzölle für die Missetaten der Vergangenheit herhalten sollen.

Erklärbar wird dieser scheinbare Widerspruch aber dann, wenn man gleichzeitig bezüglich der USA selbst erste „Konkursvermutungen“ erwägt. Das von den USA jahrzehntelang verfolgte Prinzip, US-Dollar zu exportieren und dafür Waren und Dienstleistungen zu importieren, hat nämlich keinen dauerhaften Bestand mehr, weil China und andere Handelspartner der USA kaum mehr Neigung verspüren, weitere Dollarreserven aufzubauen.

Dieses Verhalten ist nicht etwa Ausdruck einer grundsätzlichen Feindschaft gegenüber den USA, sondern resultiert in erster Linie aus dem Verhalten einer anmaßenden US-Justiz und Finanzindustrie, die bereits den Einsatz von US-Dollar bei Außenhandelsgeschäften aller Art - auch wenn diese mit der US-Wirtschaft selbst nichts zu tun haben - als "Begründung" für ihre weltweite Zuständigkeit bei Streitigkeiten definieren. Dieser regelrechten Willkürjustiz wollen sich nun immer weniger Länder unterwerfen und man meidet den US-Dollar zunehmend.

Der Nutzen von US-Dollarreserven wurde durch die Politik des früheren US-Präsidenten Barack Obama darüber hinaus zunehmend in Frage gestellt, weil unter und seit ihm der Dollar letztlich nur noch mit Zustimmung der US-Administration und der US-Zentralbank FED international verwendet werden kann.

Seitdem blockieren US-Behörden geradezu willkürlich manche internationale Firmenübernahmen und/oder verhängen Sanktionen. Dies schreckt vom Gebrauch des US-Dollar zunehmend ab und die zunehmende Verwendung alternativer Währungen zur Begleichung internationaler Öl- und Gasgeschäfte ließ den Wert etwaiger US-Dollarreserven weiter schrumpfen.

Die Errichtung weiterer Schutzzölle und damit die Eskalation des Wirtschaftskrieges gegen China dürfte deshalb auch in der Weltwirtschaft ihre Spuren hinterlassen. Es bleibt nicht auszuschließen, daß die internationalen Finanzmärkte und großen Volkswirtschaften durch diese Politik noch unvorhersehbare Schäden erleiden könnten. Insofern bleibt auch bei der privaten Geldanlage Vorsicht geboten!


Neue Variante im Handelskrieg

Im Handelskrieg mit den USA plant die Volksrepublik China - so ist es jedenfalls hinter noch gut vorgehaltener Hand aus Peking zu erfahren - ihren "Plan B" aus der Schublade zu ziehen. Es geht dabei darum, stark vereinfacht gesagt, den Spieß einfach umzudrehen und chinesische Exporte in die USA mit zusätzlichen Steuern und/oder Exportbeschränkungen zu erschweren.

China kommt dabei seine Funktion als "Werkbank der USA" zugute. Längst (und das wurde in den "Vertraulichen" bereits wiederholt angesprochen) können viele der in den USA stark nachgefragten, billigen Konsumwaren nur noch durch chinesische Produzenten hergestellt werden, weil große Teile des dafür erforderlichen Fachwissens über Jahre hinweg von den USA nach China übertragen und schließlich nur noch dort fortentwickelt wurden. Eine rasche Produktionsrückverlagerung in die USA ist deshalb in vielen Fällen unmöglich.

In Peking werden dem Vernehmen nach längst Listen mit den für die USA unerlässlichen Waren geführt, die derzeit aus China importiert werden und die sonst nirgendwo in kurzer Zeit und/oder dem erforderlichen Umfang beschafft werden können. An erster Stelle stehen dabei einige "seltene Erden" ebenso wie Elektronikbauteile für das Apple IPhone und andere Telekommunikationseinrichtungen.

Sollte es zum Boykott kommen, wird man in China dafür ganz gezielt solche Bereiche und Waren auswählen, deren Ausbleiben in den USA den größten volkswirtschaftlichen Schaden anrichtet. Man denkt dabei insbesondere an das Unterbrechen wichtiger Liefer- oder Produktionsketten, ganz nach dem Motto: Wenn einige chinesische Waren ausbleiben sollten, werden in den USA davon ganze Wirtschaftszweige betroffen sein.

Um sich selbst nicht mehr als nötig zu schaden, dürfte China im Ernstfall eine Strategie der gezielten Nadelstiche verfolgen. Es käme im Handelskrieg zwischen den USA und China zu einer ganz neuen Front, mit der man in den USA bis dato kaum gerechnet hatte.


© Vertrauliche Mitteilungen

Auszug aus dem Infoblatt Vertrauliche Mitteilungen - aus Politik, Wirtschaft und Geldanlage, Nr. 4308



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