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Die japanische Regierung setzt ihre Goldpreisbindung fort

14.01.2019  |  Steve Saville
Vor etwa fünf Monaten habe ich einen Artikel als Antwort auf die Erzählungen geschrieben, dass die chinesische Regierung eine Bindung des in SDR angegebenen oder des in Yuan angegebenen Goldpreises etabliert habe. Diese Erzählungen beruhten auf der engen Handelsspanne des Goldes gegenüber der besagten Währung während der vorangehenden zwei Jahre. Als wäre eine Regierungsmanipulation die einzige oder plausibelste Erklärung für eine enge Handelsspanne an einem Weltmarkt.

Um die Unsinnigkeit dieser Geschichten darzustellen, habe ich mir meine eigene Erklärung ausgedacht: Dass es tatsächlich die japanische Regierung war, die eine Goldpreisbindung etabliert hat. Meine Geschichte besaß, und tut das noch immer, den Vorteil, dass sie besser zu den Preisdaten passte.

Zusammenfassend basierte meine Geschichte auf der Tatsache, dass die japanische Regierung im Frühjahr 2014 die Kontrolle über den Goldmarkt ergriff und demnach den in Yuan ausgezeichneten Goldpreis bei 137.000 +/- 5% hielt. Im Frühjahr 2015 und erneut im Frühjahr 2018 verlor man dann die Kontrolle, doch in beiden Fällen konnte man den Markt rasch wieder auf Kurs bringen.

Der folgende Chart zeigt, dass Japan noch immer die Kontrolle behält.

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Die enge, seitwärts gerichtete Spanne des in Yen ausgezeichneten Goldpreises der letzten fünf Jahre ist der Tatsache zu verdanken, dass der Yen diejenige Hauptwährung ist, mit der Gold am stärksten korreliert. Die Korrelation ist positiv, was bedeutet, dass der Goldpreis und der Yen eine starke Tendenz besitzen, sich in dieselbe Richtung zu entwickeln. Das wird durch den folgenden Tageschart bewiesen, der den in US-Dollar ausgezeichneten Goldpreis mit dem Dollarpreis des Yens vergleicht.

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Wenn wir uns nun von der Fantasiewelt in die Realität begeben, dann existiert die oben gezeigte Beziehung nicht, weil die japanische Regierung eine Goldpreisbindung zum Yen etabliert hat. Nein, sie existiert, weil sich Gold und Yen wie sichere Häfen entwickeln. Das bedeutet, dass sie sich üblicherweise gut entwickeln, wenn Erwartungen über das Wirtschaftswachstum und der allgemeine Appetit nach riskanten Vermögenswerten rückläufig sind; und sich schlecht entwickeln, wenn diese beiden Faktoren einem Aufwärtstrend folgen.

Gold entwickelt sich wie ein sicherer Hafen, weil es einer ist. Der Yen ist ein Haufen Müll, entwickelt sich jedoch aufgrund der unermüdlichen Beliebtheit der Yen-Carry-Trades wie ein sicherer Hafen. Diese Carry Trades umfassen das Leihen/Short-Verkauf des Yens, um Long-Positionen von rentableren Währungen zu finanzieren und sind eine Form der Rendite jagenden Spekulation.

Periodisch muss man diese rasch aufgeben, um Verluste auszugleichen, die durch Preisrückgänge der zuvor genannten Spekulationen entstanden sind. Wenn das passiert, findet eine Yenrally statt, und gelegentlich sind diese Rallys spektakulär. Die letzte Woche ist ein Beispiel dafür.

Abweichungen oder Nichtbestätigungen zwischen Gold und Yen können Handelschancen bieten. Doch die beiden Märkten verlaufen derzeit in einer Linie, was bedeutet, dass es derzeit keine Abweichung oder Nichtbestätigung gibt, die einen Handel sinnvoll machen würde.


© Steve Saville
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Dieser Artikel wurde am 8. Januar 2019 auf www.tsi-blog.com veröffentlicht und exklusiv für GoldSeiten übersetzt.


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