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Gold - Warum 2020 eine einzige große Enttäuschung wird

09.01.2020  |  Robert Schröder
Die Krise im Nahen Osten, die zeitweise schon Angst vor einem dritten Weltkrieg schürte, sorgt für Krisenstimmung bei den Anlegern. Nach der Bombardierung US-Stützpunkten im Irak durch den Iran explodierte der Goldpreis in der Nacht zum 8. Januar förmlich. In der Spitze schossen die Kurse auf über 1.611 USD nach oben. Zuletzt sahen Gold-Anleger im März 2013 vergleichbare Notierungen.

Der Jahresauftakt 2020 könnte also mit einem zeitweisen Plus von über 6% kaum besser sein. Doch es ziehen bereits dunkle Wolken über den Goldpreis auf. Lesen Sie im Folgenden, warum das noch junge Börsenjahr für Gold-Anleger eine große Enttäuschung werden wird!


Kursfeuerwerk zum Jahreswechsel und darüber hinaus

Rückblickend waren die letzten Analysen an dieser Stelle sehr passend. Am 20. Dezember 2019 wurde zum Beispiel die Frage "Gold - Kursfeuerwerk zum Jahreswechsel?" in den Raum geworfen und auch konkret mit einem JA beantwortet. Zitat daraus: "Die daraus resultierende Folgen könnten direkte steigende Notierungen in Richtung 1.540/60 bis hin zu ca. 1.600 USD sein. Rein zeitlich aber wohl erst irgendwann im 1. Quartal 2020."


Elliott Wellen seit August 2018 in der Spur

Alle genannten Kursziele wurden jetzt jüngst abgearbeitet und sehr viel schneller erreicht, als erwartet. Und selbst das Langzeitziel vom 26. August 2018 aus der damaligen Analyse "Gold - Komm lass, ist doch eh nur eine Gegenbewegung im Abwärtstrend!" wurde erreicht. Dazu noch einmal der entsprechende Chart von damals:

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Schon vor knapp 1 ½ Jahren, damals ging es zwischenzeitlich sogar darum, ob Gold wieder auf 1.000 USD fallen könnte, hat sich charttechnisch angedeutet, dass die Tiefs aus den Monaten Dezember 2011 und Mai 2012 in Kombination mit der roten Widerstandszone eine entscheidende Rolle spielen werden.


Aktueller Wochen-Chart signalisiert Trendwende und fallende Goldkurse

Der aktuelle Wochen-Chart stellt sich nun wie folgt dar:

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Und siehe da, die rote Widerstandszone wurde in dieser Woche erreicht und im Rahmen des schnellen Peaks in der Nacht zum 8. Januar für ein paar Stunden sogar leicht überboten. Anschließend ging es für Gold deutlich abwärts. Das Tageshoch und Tagestief gestern trennten fast 60 USD bzw. über 3,5%. Man muss schon zeitlich sehr lange zurückgehen, um einen vergleichbaren Handelstag zu finden …


Vier Dinge sind in diesem Chart sehr markant:

1. Der 5-teilige Aufwärtsimpuls nach Elliott Wave seit August 2018, der gestern sehr wahrscheinlich als Ganzes final beendet wurde.

2. Die diagonal verlaufende Widerstandslinie ab Juli 2016, an der Gold jetzt - nach einem kleinen Fehlausbruch - offenbar gescheitert ist.

3. Die aktuelle Wochen-Kerze: Zwar haben wir noch zwei volle Handelstage und erst dann entfaltet die Wochen-Kerze ihre volle Wirkung. Doch sollte sie auch nur ansatzweise in der aktuellen Gestalt bis ins Wochenende gehalten werden, läge ein Umkehrsignal vom Feinsten vor!

4. Die negative Divergenz beim RSI rundet das jetzt ins Negative gefärbte Chartbild zusätzlich ab.


2020 könnte Gold auf bis zu 1.347 USD fallen

Der gute Jahresauftakt kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Aufwärtszyklus bei Gold jetzt erst einmal vorbei ist. Die nächsten Wochen und Monate wird Gold sehr wahrscheinlich wieder deutlich nachgeben. Kein Crash, aber doch so viel, dass bei Kursen um 1.400/1.350 USD schon der eine oder andere Marktteilnehmer zittrige Hände bekommen könnte.

Konkret geht es um die grüne Unterstützungslinie zwischen ca. 1.375 und 1.347 USD in Kombination mit dem 50% Fibonacci-Korrektur-Retarcement. Merken Sie sich diesen Bereich vor!

Selbstredend ist ein derartiges Kursziel derzeit unbeliebt wie ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen und viele Leser wird es zu einem "Daumen runter" veranlassen. Gold-Anleger wollen naturgemäß lieber lesen, dass Gold 2020 auf 2.020 USD hoch knallt oder sich doch zumindest moderat bei ca. 1.570 USD hält. Das kann natürlich auch passieren. Nur die Wahrscheinlichkeit geht aus den genannten Gründen gegen null.


© Robert Schröder
www.Elliott-Waves.com


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