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Fünf Milliarden Unzen Silber im letzten Jahrzehnt verschwunden

24.06.2020  |  Steve St. Angelo
Silber wird sich aufgrund seiner Seltenheit und dem zukünftig fehlenden Angebot wahrscheinlich als deutlich bessere Investition als Gold herausstellen. Während Gold in letzter Zeit die Show gestohlen hat, so verwette ich meine Silberdollar darauf, dass Silber Gold in der nächsten Finanz-Währungskrise übertreffen wird.

Doch bevor ich meine Analyse vorstelle, möchte ich einige Kommentare über Analysten machen, die meinten, dass "Silber keine echte Investition" wie Gold ist. Ich verfolge viele Webseiten und Newsletter und es scheint die Idee zu geben, dass Silber nur ein Industriemetall ist und seine schwache Preisleistung gegenüber Gold in diesem Jahr beweist, dass es das Investieren nicht wert ist.

Ja, es stimmt, dass sich Silber unterdurchschnittlich gegenüber Gold entwickelt hat und wahrscheinlich einen Papierpreis-Selloff verzeichnen wird, sobald der allgemeinere Aktienmarkt erneut einbricht. Doch ich denke, dass es zu diesem Zeitpunkt noch schwieriger sein wird, Silberprodukte zu erwerben als im März und April.

Nichtsdestotrotz glaube ich, dass Silber eines der wichtigsten Investitionen sein wird, die man in Zukunft besitzen kann; und das hat mit einer Problematik zu tun, die ich als Energieklippe bezeichne. Leider verstehen die meisten Analysten, die Silber nicht nur als Industriemetall ansehen, den rückläufigen Erntefaktor nicht und wie sich dieser auf die Weltwirtschaft und das Finanzsystem auswirkt.

Also kritisieren sie die "Silberenthusiasten" weiterhin als bloße Scharlatane. Ich finde das einfach urkomisch, als die Federal Reserve jetzt Assets im Wert von 3 Billionen Dollar innerhalb der letzten drei Monate erwarb. Des Weiteren sind die US-Staatsschulden 2020 auf 25 Milliarden Dollar am Tag gestiegen, mehr als das Fünffache der täglichen Raten im letzten Jahrzehnt.

Während das alles den US-Dollar oder das Vertrauen in den US-amerikanischen Staatsanleihemarkt nicht zerstört hat, so ist dies nur eine Frage der Zeit. Bleiben Sie geduldig. Diejenigen, die dann physische Edelmetalle besitzen werden - insbesondere Silber - werden froh sein, dass sie verstanden haben, dass man die 2.000+ Jahre Geschichte des Silbers nicht auslöschen kann.


Im letzten Jahrzehnt sind wahrscheinlich 5 Milliarden Unzen Silber verloren gegangen

Die Ironie, ein Anti-Silber-Analyst zu sein, wird tatsächlich ein Grund darstellen, in Silber zu investieren. Die meisten Analysten sehen Silber als ein Industriemetall. Sie halten Gold für das echte Geld, nicht Silber. Doch was diese Analysten zu übersehen scheinen, ist die Tatsache, dass Silber noch immer das am meisten gekaufte Investmentmetall ist. Von 2010 bis 2019 belief sich die weltweite physische Investmentnachfrage nach Silber auf 2,3 Milliarden Unzen gegenüber 345 Millionen Unzen bei Gold. Sicher, die Dollarmenge des Investmentgoldes war viel höher, doch Silber ist der größte physische Metallinvestmentmarkt der Welt.

Also sollten Silberinvestoren glücklich darüber sein, dass 5 Milliarden Unzen des weltweiten Minenangebots im letzten Jahrzehnt wahrscheinlich für immer verschwunden ist. Den Begriff, den ich hier verwende, ist "wirtschaftlich verlorenes" Metall.

Einige Edelmetallanalysten, wie Jan Nieuwenhuijs von Voima Gold, meinen, dass es mehr oberirdisches Silber in der Welt gibt, als das Silver Institute als "identifizierte oberirdische Bestände" angibt. Jan argumentiert, dass es 1,6 Millionen Tonnen oder 51 Milliarden Unzen oberirdischen Angebots in der Welt gibt, 20-mal so viel wie die 2,5 Milliarden Unzen physische Silberbestände, die GFMS im World Silver Survey 2019 angab.

Was Jan geflissentlich zu ignorieren scheint, ist die Tatsache, dass ein großer Prozentsatz dieses Silbers für immer "wirtschaftlich verlorenen" gegangen ist. Wie realistisch ist es, den Großteil des Silbers zu erwähnen, der für industrielle Zwecke verwendet wird und sich noch immer in alten Haushalts- und Elektrogeräten oder in Landminen befindet? Wir können dieses "wirtschaftlich verlorenes" Silber nicht als oberirdische Bestände in irgendwelchen lächerlichen "Stock-to-Flow"-Kalkulationen verwenden. Das ist unsinnig.

Wenn wir den Silbermarkt im letzten Jahrzehnt betrachten, dann deuten meine Kalkulationen an, dass mindestens 5 Milliarden Unzen Silberangebot wirtschaftlich verschwunden sind. Ich habe diese Zahl dadurch abgeleitet, indem ich feststellte, wie viel Silber jeder Kategorie jährlich recycelt wird und schätzte die Gesamtverlustmenge dann. Zuerst begann ich mit dem weltweiten Silberangebot von 2010 bis 2019 und subtrahierte dann die geschätzte Verlustmenge:

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Etwa 60% oder 5 Milliarden Unzen der gesamten 8,35 Milliarden Unzen Silberangebot sind von 2010 bis 2019 wirtschaftlich verlorenen gegangen. Nun vergleichen Sie dies mit den geschätzten 123 Millionen Unzen oder nur 12% des Goldangebots, das im letzten Jahrzehnt verschwand. Somit kann man 88%+ der 1+ Milliarden Unzen Gold, die über dieselbe Zeitspanne abgebaut wurden, noch immer zu den oberirdischen Beständen zählen.

Der Großteil des Goldes, der zwischen 2010 und 2019 wirtschaftlich verloren ging, war im Technologiesektor. Laut dem World Gold Council lag der Goldverbrauch in diesem Sektor in diesen zehn Jahren bei 116 Millionen Unzen. Während ein Teil dieses hochtechnologischen Goldes recycelt wurde, so ist 90% des weltweiten Goldrecyclings dem Altschmuck zuzurechnen.


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