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Weltverschuldung in 5-10 Jahren: Von 300 Bill. auf 2 Brd.

18.06.2021  |  Egon von Greyerz
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Sprung in der Platte

Seit 20 Jahren schreibe ich, für gewöhnlich jede Woche, Artikel über Weltwirtschaft, Vermögenssicherung und Gold & Silber.

Selten bekomme ich direkt Kritik von den Lesern meiner Artikel. Das Gute daran ist ja, dass niemand gezwungen ist, sie zu lesen; jeder kann mit der Entscheidung für oder gegen die Lektüre seine Wahl treffen. Es gibt jedoch auch ein paar Beschwerden, dass meine Botschaft von Woche zu Woche die gleiche sei. Andere wiederum mögen, dass diese Botschaft Woche für Woche bekräftigt wird. Natürlich ist es nicht immer dasselbe, es sind Variationen über ein Thema.

Trotzdem liegen all jene, die meinen, meine Botschaft klänge wie eine gesprungene Platte, nicht ganz falsch. Natürlich würde ich nicht sagen, dass die Platte einen Sprung hat, ich würde sagen, dass sie dieselbe konsequente Botschaft in Schleife spielt.

Seitdem ich regelmäßig Artikel schreibe (seit 20 Jahren), bin ich in meiner Tendenz keinen Iota abgewichen. Das Stück könnte jedes Mal in leicht veränderter Form abgespielt werden, aber die Grundhaltung ändert sich nie.

Im Grunde könnte ein Leser denselben Artikel wieder und wieder lesen, denn meine Botschaft ist in den letzten 20 Jahren beständig geblieben. Und sie wird sich erst dann ändern, wenn der Zyklus in einer “finalen und totalen Katastrophe des betreffenden Währungssystems” geendet hat.

Das große Problem diesmal ist Folgendes: Heute geht es um ein globales System, und nicht nur um eine Währung oder eine Nation. Denn die heutige Schuldenkatastrophe betrifft den Osten wie den Westen und auch alle Schwellenländer. Folglich wird die Dauer und Stärke des Niedergangs wahrscheinlich größer sein als jemals zuvor in der Geschichte.


Bewährte Prinzipien ändern sich nie

Da sich meine Texte im Kern auf jahrtausendelang bewährte Prinzipien beziehen, werden sich sich auch nicht ändern. Und wie meine Leser wissen, zielt meine Botschaft auf das ab, was Politiker und Führungspersönlichkeiten inzwischen gelernt haben sollten. Traurigerweise werden sie es aber nie lernen, weil sie stets der Überzeugung sind, dass die Dinge heute ganz anders laufen.

Die Botschaft ist unglaublich simpel. Jedes Reich und jedes Land trägt schon die Saat der eigenen Zerstörung in sich. Zyklen sind unfehlbar, ganz gleich, ob es sich dabei um politische, historische, ökonomische Zyklen oder Zyklen der Natur, wie das Klima, handelt.

Trotzdem glauben die meisten Führungen, sie könnten Wirtschaftszyklen manipulieren, und sogar Klimazyklen. Sie begreifen bei all dem nicht, dass letztlich immer die Naturgesetze die Oberhand gewinnen.

Die Reiche der Vergangenheit, wie das persische, römische, mongolische, ottomanische oder britische, prosperierten aufgrund von Schätzen, Rohstoffen oder billigen Arbeitskräften, zu denen sie sich Zugang verschafften. Das amerikanische Imperium gründete nicht auf Landnahme, sondern auf finanzieller und militärischer Dominanz.

Sobald Imperien eine bestimmte Größe erreichen, werden sie massig und ineffizient. Politische und militärische Auseinandersetzungen führen zu Korruption und einem Leben über den eigenen Verhältnissen. Kurzfristig lassen sich solche Zustände nur bewältigen, indem Geld geschöpft und folglich die Währung entwertet wird. Währungseinbrüche sind dann mit dem Einbruch militärischer wie politischer Strukturen verbunden. Wenn der Währungswert schließlich auf den Nullpunkt zustrebt, folgt in der Regel eine hyperinflationäre Depression.

Die oben geschilderten Vorgänge sind natürlich eine vereinfachte und verkürzte Darstellung ökonomischer Zyklen, aber eben auch eine sehr typische. All das hat jedoch entscheidende Auswirkungen für die Maßnahmen, die Investoren treffen müssen.


Vermögensschutz & Edelmetalle

Da wir bald das Ende eines großen Wirtschaftszyklus erreichen, ist Vermögensschutz entscheidend. Wenn Aktien, Anleihen, Immobilien und Währungen einbrechen, ist physisches Gold und etwas Silber die beste Versicherung gegen ein gescheitertes System.

Die Geschichte zeigt uns, dass Edelmetalle die ultimative Vermögenssicherungsmethode sind, um das, was kommt, finanziell überleben zu können. Vergessen Sie nicht, dass man nicht reich sein muss, um Ersparnisse in Gold und Silber anzulegen. Ein Gramm Gold kostet 60 $ und eine Unze Silber 30 $. Also: Praktisch jeder kann sich eine derart wichtige Versicherung leisten - für sich selbst und die eigene Familie.

Ob Gold mein seit langem anvisiertes Preisziel von 10.000 $ pro Unze im heutigen Geld erreichen wird (bzw. 600 $ für eine Silberunze) - oder unter hyperinflationären Bedingungen viel höher steigt - ist nicht relevant. Viel wichtiger ist der Schutz, den es dem Anleger bietet - vor der Zerstörung der Währung und der Vermögenspreise.

Doch Ihr wichtiges Vermögen ist nicht materieller Art. In Krisenzeiten genießen Familie und Freunde den höchsten Wert; und es gibt auch kostenlose Schätze wie Natur, Bücher und Musik.


© Egon von Greyerz
Matterhorn Asset Management AG



Dieser Artikel wurde am 16. Juni 2021 auf www.goldswitzerland.com veröffentlicht.


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