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Eine neue Welt-Unordnung kommt

11.04.2022  |  Egon von Greyerz
"Es wird da draußen eine neue Weltordnung geben, und wir müssen sie anführen! Und dabei müssen wir den Rest der Welt vereinigen!" Das verkündete US-Präsident Biden vor kurzem in einer Rede. Da er sich aber in seinen Reden gerne verspricht, wollte er wohl Folgendes sagen: "Es wird da draußen eine neue Welt-Unordnung geben, und wir müssen sie anführen!"

Doch wie die Welt aus vielen Ansprachen des US-Präsidenten leider schon heraushören konnte, hat Biden überhaupt keinen Schimmer davon, dass sein "Weltreich" um ihn herum zusammenbricht Schade für ihn ist auch, dass die USA überhaupt kein Weltreich sind, sondern eine bankrotte Nation ohne Führung. Noch schlimmer ist aber, dass sich die USA in einem Akt letzter Verzweiflung nicht nur ins Knie, sondern auch in den Kopf geschossen haben.

Konsequenzen

Kaum einer der heutigen globalen Führer (wenn überhaupt einer) versteht die Konsequenzen des eigenen Handelns; Biden erst recht nicht. Während die Welt gerade das Ende einer ökonomischen Epoche erlebt, bekommen wir die Führer, die wir verdienen - also solche, die die Welt zum Harmagedon führen.

Jetzt tritt die Welt also in die finale Schlacht ein, eine Schlacht mit völlig inkompetenten Staatsführungen an der Spitze, was dazu führt, dass alle verlieren. Der Weg zum Harmagedon wird zum Desaster für die Welt. Gestresste Führungen werden katastrophale Maßnahmen ergreifen, die nicht nur die Probleme ihrer eigenen Länder verschärfen, sondern auch die der restlichen Welt.

Und genau das erleben wir jetzt mit der denkbar schlimmsten Kombination aus Schulden, Defiziten, Währungsentwertung und Dekadenz. Natürlich waren die Konsequenzen - mit Blick auf die Geschichte - immer schon absehbar. Doch in unseren heutigen Zeit ist keine Führungspersönlichkeit wirklich noch geschichtsinteressiert. Und deswegen herrscht in dieser Welt auch ein solches Chaos.


Hyperinflation gefolgt von einer deflationären Depression

Ich habe in vielen Artikeln umrissen, welche Ereignisse ich für die nächste Zeit kommen sehe - Inflation, Hyperinflation, Schuldenzusammenbruch, Vermögenswertkollaps, die zu ökonomischer Misere und letztlich zu einer deflationären Depression führen. Für die Menschheit bricht die Hölle los, wie ich jüngst in einem Artikel geschrieben hatte.

Es wird weiterhin Migration geben, doch wahrscheinlich in geringerem Ausmaß, weil es keine gelobten Länder mehr geben wird, die Migranten ein besseres Leben bieten. Isolationismus wird aufkommen und viele Ländern werden versuchen, ihre Grenzen zu schließen.

Leider wird es auch Kriege geben - Cyberkriege, Bürgerkriege und selbst große militärische Kriege. Noch nie hat die Menschheit über lange Zeiten hinweg dem Krieg entsagt, insbesondere nicht in Zeiten ökonomischer Depression und hoher Verschuldung. Für die armen Führungen sind Kriege ein solch wunderbarer Vorwand, um mehr Geld zu drucken und anderen die Schuld zu geben am Elend des Volkes.

Westlich dominierte Medien und Propaganda geben selbstverständlich Putin die Schuld am Krieg. Und viele Führer, so auch Biden, wollen, dass er verschwindet.


Die Welt ist auf Kriegen gebaut

Kriege sind, gleich wer sie beginnt, etwas Furchtbares. Doch wie ich eben meinte: Die Geschichte der Welt gründet zu großen Teilen auf Kriegen und dem Aufbau von Imperien, ob das nun persische, römische, Han-, mongolische, ottomanische, spanische, russische oder britische Imperien waren. Viele dieser Reiche werden verehrt für das, was sie erreichten und teils heute noch sind, wenngleich einige von ihnen, wie zum Beispiel das mongolische, kaum positive Spuren für den Wohlstand hinterließen.

Das Britische Empire war dahingehend bemerkenswert. Eine kleine Insel schuf das größte Imperium der Welt, welches über 300 Jahre Bestand hatte und sich über 26% der Welt erstreckte. Der kulturelle und sprachliche Einfluss ist bis heute bedeutend.

Kaum jemand fordert heutzutage, dass die Könige und Kaiser jener Epochen posthum wegen Kriegsverbrechen verurteilt werden. Die USA selbst schufen nie ein Imperium, dennoch griffen sie grundlos Länder an wie Vietnam, Irak, Libyen und Syrien. Mehr als 300.000 Zivilisten wurden in diesen US-geführten Kriegen getötet.

Während Putin praktisch in der gesamten westlichen Welt als Kriegsverbrecher gilt, waren keine vergleichbaren Vorwürfe gegenüber Führern aus den USA, Großbritannien oder Frankreich zu hören, die in den oben genannten Kriegen involviert waren. Ohne mich damit auf eine Seite stellen zu wollen, so stellt sich zumindest die Frage, warum für die verschiedenen Kriegsverbrecher unterschiedliche Regeln und Gesetze gelten sollten. Gleiche Bedingungen für alle sind das jedenfalls nicht.


Einen russischen Bären in die Enge zu treiben hat Konsequenzen

Zurück zu den Konsequenzen: Seit der Maidan-Revolution von 2014 hätte jeder intelligente westliche Führer Russlands jüngste Schritte vorhersagen können. Damals wurden in einem von den USA und dem Westen angeführten Coup der gewählte ukrainische Präsident und die Regierung vertrieben und eine dem Westen freundliche Führung installiert. Dieser Staatsstreich, zusammen mit neuen Nato-Mitgliedsstaaten rund um Russland, war eine derart deutliche Bedrohung für Russland, das eine Reaktion Putins auf der Hand lag. Einen russischen Bären in die Ecke zu treiben, ist sehr gefährlich.

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Ein starker westlicher Führer und Staatsmann hätte das vorhergesehen und Verhandlungen mit Russland auf den Weg gebracht. Die westlichen Führungen ignorierten jedoch alle Warnungen seitens Putins und Russlands. Und deswegen ist die Welt nicht nur in Unordnung, sondern befindet sich in einer geopolitisch sehr gefährlichen Lage. Einige Beobachter behaupten sogar, dass die gegenwärtige Lage von den US-Neocons herbeigeführt wurde, um einen Konflikt/ Krieg mit Russland zu beginnen.



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