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Wenn der Bulle stirbt: Größter Vermögenstransfer der Geschichte

03.05.2022  |  Egon von Greyerz
Im Februar 2019 hatte ich einen Artikel zu diesem Thema geschrieben. Die damalige Vorausschätzung, dass der Dow effektiv (Gold) 98% seines Wertes verlieren könnte, ist heute umso wahrscheinlicher. Das wäre der größte Vermögenstransfer der Geschichte.

Seit Veröffentlichung des Artikels hat Alfred seine "Nur-Kaufen-und-Halten"-Strategie erfolgreich fortführen können. Für den Zeitraum von Februar 2019 bis heute ist der Dow mit 32% im Plus. Dies wurde mit "a little help from my friends" (Beatles) erreicht - Freunde, die für die US-Notenbank arbeiten und artigerweise weitere 8 Billionen $ druckten, was die US-Verschuldung auf insgesamt 30 Billionen $ trieb.

Wie man im folgenden Artikel von 2019 lesen kann, stand Gold damals kurz vor dem Durchbruch durch die bei 1.350 $ verlaufende "Maginot-Linie", was kurz danach tatsächlich auch geschah. Seit Februar 2019 ist Gold um 50% gestiegen; es hat sich also besser entwickelt als der Aktienmarkt.

In den kommenden 3 bis 5 Jahren wird die Welt den größten Vermögenstransfer der Geschichte erleben, wenn der Bullenmarkt bei Aktien, Anleihen und Immobilien stirbt. Die meisten Investoren werden mehr Geld verlieren, als sie jemals glaubten zu haben. Und einige wenige werden umfangreiches und zukunftsfähiges Vermögen aufbauen.

Hier also der Artikel von 2019:

Stellen Sie sich ein Kasino voller Spielautomaten vor. Alle Automaten versprechen Ihnen eine konstant hohe Gewinnausschüttung. Sie müssen nichts weiter tun, als Geld reinzustecken, um an eine unglaubliche, lebenslange Einkommensquelle zu gelangen.

Und genau das ist der Aktienmarkt - ein bemerkenswerter Spielautomat, der einen anhaltenden Ausschüttungsfluss garantiert. Besondere Fähigkeiten braucht es nicht und zudem nur wenig Einsatz. Das Wunderbare daran ist, dass man nicht einmal Glück braucht, da die Maschine einfach Geld ausspuckt, ohne dass Strategie oder Geschick erforderlich wäre.



Alfred - ein Aktienmarktgewinner ohne jegliches Talent

Weshalb bräuchten wir Timing, wenn der Aktienmarkt so gut für uns arbeitet? Nehmen wir das Beispiel eines Aktienmarktinvestors namens Alfred, der Ende des 2.Weltkriegs geboren wurde und heute 74 Jahre alt ist. Zu seiner Geburt schenkten seine Eltern ihm 100 $ in Aktien des Dow Jones Index, zudem sparten Eltern und Großeltern zusammen 10 $ monatlich, um Aktien für Alfred zu kaufen. Das gesamte Geld wurde in Dow-Aktien gesteckt und die Dividenden reinvestiert. Im Alter von 24 Jahren, 1969, fängt er an zu arbeiten und bekommt ein gutes Gehalt, da er eine exzellente Ausbildung erhalten hatte.

So konnte er monatlich 250 $ sparen. Zehn Jahre später konnte Alfred, der Karriere machte, 2.000 $ pro Monat sparen, bis er 2010 mit 65 Jahren in Rente ging. Sein Anlagenkonto war zu dieser Zeit auf 6,7 Millionen $ angewachsen. Auch nach 2010 blieb Alfred komplett im Markt investiert und sparte zudem 1.000 $ von seiner Rente - bis heute. Bis Februar 2019 hatte Alfred ein Aktienportfolio im Gegenwert von 14 Millionen $ angehäuft. Alfred hatte einen exzellenten Steuerberater, so dass er Kapitalertragssteuern oder andere Steuer auf seine Investitionen vermeiden konnte.

Die Gesamtersparnisse über diesen Zeitraum von 74 Jahren - das Geld seiner Eltern, seiner Großeltern und sein eigenes - beliefen sich auf ca. 1 Million $ und wurden komplett in Aktien gesteckt. Zum größten Teil waren es Alfreds eigene Ersparnisse, für die er gearbeitet hatte. Der Aktienmarkt kümmerte sich sehr gut um Alfred und seine Aktienmarktinvestitionen, so dass ihm eine Vervierzehnfachung der investierten Geldsumme gelang - von 1 Million $ auf 14 Millionen $. Selbstverständlich hielt sich Alfred für einen sehr talentierten Aktienanleger, doch sein Glück bestand darin, dass hierfür weder Talent noch Markttiming notwendig waren. Denn Alfred kaufte einfach nur Anteile am Dow Jones Index.



Alfred ist Daueroptimist - trotz vieler 40-60%iger Rücksetzer

So weit so gut. Für Alfred lief es ziemlich gut am Aktienmarkt, trotz mancher haarsträubender Marktstürze. Während seiner Zeit als Aktienmarktinvestor musste Alfred einige erhebliche Papier-Verluste wegstecken, z.B. 1973-74, als der Markt um 40% nachgab oder 1987 mit ganz ähnlichen Verlusten. Doch Alfred machte sich nie Sorgen, denn aus seiner Erfahrung stieg der Aktienmarkt immer. Alfred ist ein Daueroptimist - ein "Permabull".

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2000-02 erlitt Alfred einen Verlust von 40%. Und dann kam die Große Finanzkrise von 2008-09, als Alfred auf dem Papier 60% verlor. Doch da die Märkte immer steigen, musste Alfred sich keine Sorgen machen. Und auch dieses Mal lag er richtig: Der Markt drehte wieder und markierte neue Höchststände.

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Alfred ist heute 74 Jahre alt und hat, dank der Weisheit seiner Großeltern und Eltern, die auch er geerbt hatte, eine beachtliches Vermögens von 14 Millionen $ angehäuft. Alfred weiß, dass er dieses Geld gar nicht ausgeben kann, also wird er es an seine Kinder und Enkel vererben.



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