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Krieg + Inflation = Gold

26.02.2024  |  Egon von Greyerz
Alle Grundbedingungen sind jetzt gegeben, damit diese Gleichung aufgeht:
  • Traurigerweise werden Kriege nicht verschwinden, sondern weiter eskalieren, weil es seitens der US-Neocons oder des schwachen Europas NULL Verlangen nach Frieden gibt.

  • Angetrieben von Defiziten und exponentiellem Schuldenwachstum werden Inflation und Zinssätze rapide steigen.

  • Kriege und Inflation werden bei den Zentralbanken, den BRICS-Staaten sowie allen, die ihr Vermögen sichern wollen, große Verschiebungen hin zu Gold auslösen.

"Armut ist die Mutter von Revolution und Verbrechen [und Krieg]", das sagte Aristoteles vor 2.300 Jahren. Ich habe "Krieg" hinzugefügt, weil dieser häufig die Folge von Armut und staatlichem Bankrott ist, sobald Nationen Unmengen Geld leihen und in ihrer Verzweiflung den Krieg für die ökonomische Notlage verantwortlich machen wollen.

Die USA stehen jetzt vor einem Komplettverlust ihrer Hegemonie; Tag für Tag können wir die Verzweiflungshandlungen einer scheiternden Supermacht miterleben. Wie jedes scheiternde Reich folgen auch die USA demselben Muster, das wir auch von den Reichen der Römer, Mongolen, Ottomanen, der Qing oder der Briten kennen. Anfänglicher wirtschaftlicher Erfolg und militärische Macht führt später zu Größenwahn und der Vorstellung, unbesiegbar zu sein.

Reichtümer, die häufig von anderen Nationen gestohlen wurden, verwandeln sich in Defizite und Schulden, einbrechende Währungen und Dekadenz. All das führt zu Geldschöpfung, auf die der Zusammenbruch der Währung folgt. Häufig beginnen dann auch Kriege, die generell desaströse Konsequenzen haben. Das RISIKO EINES ZUSAMMENBRUCHS des globalen geopolitischen wie ökonomischen SYSTEMS ist glasklar, DOCH das Endergebnis ist vollkommen undurchsichtig.

Werfen wir also einen Blick auf die geopolitische Seite:
  • Die USA werden von keiner erkennbaren Person geführt, sondern von einer unsichtbaren und nicht rechenschaftspflichtigen Gruppe aus Neocons, die ausschließlich Krieg wollen. In Europa lässt sich nirgendwo ein Staatsmann finden; das schwache Europa folgt vielmehr den kopflosen Vereinigten Staaten von Amerika.

  • Die US-Neocons wollen Russland mit allen Mitteln überwältigen, selbst wenn dies zu einem Atomkrieg führen könnte. Deshalb haben die USA Sanktionen gegen Russland angeordnet und Europa zur vollen Unterstützung gezwungen, so dass auch Europa der Ukraine Waffen, Geld und militärische Expertise zukommen lässt. Die Kosten dieser Maßnahmen zerstören die europäische Wirtschaft und machen die USA bankrotter denn je; das laufende Defizit der Vereinigten Staaten nähert sich der Marke von 2 Billionen US$, während die US-Gesamtverschuldung bald schon bei 100 Billionen US $ stehen wird. Man erinnere sich: 1971, als Nixon das Goldfenster schloss, lag die US-Gesamtverschuldung erst bei 1,7 Billionen US$ (siehe Diagramm weiter unten).

  • Sollte der von den USA geführte (und in der Ukraine ausgetragene Krieg gegen Russland) eskalieren, wird Russland jede Menge Freude an seiner Seite haben – wie China, Nordkorea und Iran. Die USA und die NATO haben nicht die Kapazitäten, um einen Bodenkrieg zu gewinnen; folglich würde jeder Krieg, in den der Westen involviert wäre, höchstwahrscheinlich in der Luft oder mit Atomwaffen geführt werden.

  • Die USA wollen auch die muslimische / arabische Welt überwältigen. Aktuell ist der Iran der Hauptfeind. Allerdings unterstützen die USA auch Israel gegen die Hamas und die Huthi im Jemen. Die muslimische Welt hat keine Kapazitäten für einen größeren Krieg mit dem Westen; sie haben jedoch eine viel effizientere Methode, um den Westen zu lähmen – großangelegter Terrorismus. In den meisten westlichen Ländern gibt es gut bewaffnete muslimische Zellen, die höchstwahrscheinlich über schmutzige Nuklearwaffen verfügen. Also sind Überraschungsangriffe auf strategische Gebäude oder große Einkaufszentren in den USA, Großbritannien und dem Rest Europas nicht unwahrscheinlich. Diese würden die betroffenen Ländern komplett lähmen.

  • Auch Cyber-Krieg ist sehr wahrscheinlich. Ob, wie jüngst berichtet, russische und chinesische Raketen in der Lage sein werden, große satellitengestützte Kommunikationssysteme außer Kraft zu setzen, bleibt abzuwarten. Doch die nötige Expertise zur Durchführung von Cyberangriffen besitzen inzwischen viele.

  • Die USA haben kein Verlangen nach Frieden. Sie und andere NATO-Länder entsenden keinen einzigen Friedensstifter nach Russland, sondern nur Waffen und Geld.

  • Die mehrheitlichen Reaktionen auf das kürzlich erschienene zweistündige Interview mit Tucker Carlson sind typisch für den von Propaganda geprägten Putin-Hass. Den meisten Menschen im Westen wurde von MSM erzählt, man müsste Putin hassen und für alle bösen Taten verantwortlich machen und dem Interview deshalb keine Beachtung schenken. Ich will damit keinesfalls sagen, dass Putin ein Engel sei, denn das ist er definitiv nicht. Doch auch alle anderen Führer sind keine Engel. Nichtsdestotrotz gab uns der chinesische General, Stratege und Philosoph Sunzi vor 2.500 Jahren folgende Weisheit mit auf den Weg: KENNE DEINEN FEIND.

"Wenn du dich und den Feind kennst, brauchst du den Ausgang von hundert Schlachten nicht zu fürchten." / SANZI

  • Ist es überraschend, dass der Westen Russland nicht versteht, wenn er anscheinend noch nicht mal dazu in der Lage ist, Putin fur 120 Minuten ruhig zuzuhören, während er die russische Sichtweise darstellt?

  • Interview Tucker Carlson-Biden: Einige US-Politiker wollten Tucker Carlson nach diesem Interview die Wiedereinreise in die USA verwehren. Ich hingegen würde vorschlagen, man sollte Tucker Carlson ein zweistündiges Interview mit Biden geben. Wie beim Putin-Interview sollte es keine Berater, Spickzettel oder Prompter geben.

  • Soll die Welt doch die Qualität und die Klarheit der Argumente aber auch die Zurechnungsfähigkeit beider Führer selbst einschätzen. Immerhin sind das die Mindestvoraussetzungen für die Führer mächtiger Nationen, die möglicherweise auf den Atomknopf drücken können.

Oben habe ich die globale geopolitische Situation, die "glasklar" ist, vom Standpunkt der Risiken aus betrachtet.

Seit Beginn des Ukrainekriegs habe ich sehr klar zu verstehen gegeben, dass die Ukraine niemals gegen Russland gewinnen kann. Nach anfänglichem Enthusiasmus für den "Underdog" sowie zahlreichen Falschmeldungen darüber, dass die Ukraine im Begriff stünde, den Krieg zu gewinnen, muss die Welt jetzt erkennen, dass dieser Krieg eine humanitäre Katastrophe ist, bei der beide Seiten Großverluste für den Feind deklarieren und minimale Verluste ihrerseits. Die Todeszahlen dürften insgesamt bei deutlich mehr als 500.000 liegen, doch das werden wir nie erfahren.


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