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Silber steigt 34% auf 66 $ in einen Monat – Fass Rohöl erstmals für eine Unze Silber

18.12.2025  |  Markus Blaschzok
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Auf dem aktuellen Niveau wirkt Rohöl fundamental zu günstig. Spätestens dann, wenn die USA ihre Refinanzierung erfolgreich umgesetzt haben, ist es durchaus möglich, dass der Rohölpreis deutlich steigt, die Inflation wieder anzieht und damit auch die Zinsen weiter nach oben klettern, wodurch sich die Stagflation verschärfen könnte. In einem solchen Szenario würde sich das Verhältnis von Rohöl zu Gold tendenziell in Richtung seines langfristigen Mittels normalisieren, das historisch eher im Bereich von rund 2 Gramm Gold je Fass lag.

Eine Verschärfung der Stagflation würde dem Aktien- und dem Anleihemarkt zusetzen und die Flucht in die sicheren Häfen von Gold und Silber wieder verstärken, wodurch deren Preise wieder anziehen dürften.

Gold und Silber belegen damit einmal mehr ihre Funktion als langfristiger Inflationsschutz. Kurzfristig bedeutet die aktuelle Konstellation jedoch auch, dass das Preisverhältnis von Rohöl zu Gold und Silber bereits sehr tief gefallen ist und kurzfristig nicht zwingend noch deutlich weiter fallen muss.

Das WTI-Silber-Ratio handelt damit in einer Zone, die historisch als Extremzustand einzuordnen ist. Extrem heißt nicht, dass es zu einer sofortigen Umkehr kommen muss, doch das Chance-Risiko-Profil verschiebt sich. Die Rebalancierung kann über einen steigenden Ölpreis, fallenden Silberpreis oder eine Kombination aus beidem erfolgen. Sobald das Silber-Momentum abkühlt oder Öl einen Trigger erhält, kann die Gegenbewegung im Ratio entsprechend schnell und ausgeprägt ausfallen.

Gerade Trader, die am Rohölmarkt Short sind, sollten mittelfristig sehr vorsichtig sein, denn das Überraschungspotenzial liegt klar auf der Oberseite. Die Terminmarktdaten zeigen, dass der Rohölmarkt aktuell so überverkauft ist, wie seit 15 Jahren nicht mehr, was einiges Potenzial nach oben lässt. Sobald der Markt fundamental ausgeglichen ist oder gar ins Defizit rutscht, sind schnelle und starke Preisanstiege möglich.


Gold- und Silber-Rallye im historischen Kontext

Der Gold- und der Silberpreis haben in den letzten beiden Jahren historisch hohe Renditen erzielt und vielen Gold- und Silberinvestoren sehr große Gewinne beschert. Entscheidend ist jedoch, wie dieser Anstieg im langfristigen Kontext einzuordnen ist. Blickt man auf die Jahresrendite des Goldpreises, zeigt sich, dass die Dynamik der letzten zwölf Monate historisch nahezu einmalig ist. Ein vergleichbares Renditeniveau gab es zuvor nur im Jahr 2006. Aktuell liegt die Jahresrendite bei 57%. Dieses Niveau wurde seit 1980 lediglich in den 70er Jahren und im Jahr 2006 übertroffen, damit handelt es sich um den zweitstärksten Jahresanstieg des Goldpreises seit 1980.

Silber legte im gleichen Zeitraum noch deutlicher zu und kommt auf eine Jahresrendite von rund 90%, wobei der Preisschub aus dem Jahr 2021 zeitweise sogar darüber lag. Silber tendiert dazu, in Aufwärtsphasen stärker zu steigen und in Korrekturen entsprechend kräftiger nachzugeben, weshalb solche Preisspitzen häufiger auftreten. Dennoch ist die aktuelle Preisspitze mit früheren Extremphasen gut vergleichbar, was nahelegt, dass kurzfristig zumindest die Luft etwas dünner werden dürfte.

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Gold stieg in den letzten 12 Monaten so stark wie seit 20 Jahren nicht mehr


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Auch die Jahresrendite von Silber liegt aktuell auf einem Extremniveau


Betrachtet man jedoch die Zwei-Jahres-Rendite, erscheint der Anstieg der letzten beiden Jahre historisch noch extremer. Der Goldpreis weist aktuell eine Zwei-Jahres-Performance von 117% auf, was den stärksten Zwei-Jahres-Anstieg seit 1981 darstellt. In den letzten 45 Jahren war Gold über einen Zeitraum von zwei Jahren nie stärker gestiegen.

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Die Rallye der letzten beiden Jahre ist stärkste seit 45 Jahren



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