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"No Fish, no Beef"

11.02.2016  |  Folker Hellmeyer
Der Euro eröffnet heute gegenüber dem USD bei 1.1285 (07.59 Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1.1161 im europäischen Geschäft markiert wurde. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 112.55. In der Folge notiert EUR-JPY bei 127.02. EUR-CHF oszilliert bei 1.0970.

Keinen überzeugenden Auftritt legte die US-Notenbankchefin vor dem Finanzausschuss des Kongresses hin. In einer relativ datenarmen Woche wurde der Auftritt mit Spannung erwartet, denn die turbulenten letzten Wochen sollen auch in den USA die Nervosität deutlich erhöht haben. Mrs. Yellen hielt sich mit Ihrer Rede aber alle Möglichkeiten offen. Sie machte klar, dass die FED ihren Zinserhöhungszyklus nicht umkehren wird.

Trotz der weltweiten Verwerfungen geht die FED davon aus, dass die US-Wirtschaft weiter auf ihrem moderaten Wachstumskurs fahren wird. Risiken auf das heimische Wachstum strahlen vor Allem aus China ab, so Yellen. Die Rede passt in die Kategorie "Nicht Fisch, nicht Fleisch". Die ohnehin skeptische Haltung der Marktteilnehmer wurde bestätigt. Der Devisenmarkt reagierte angespannt auf die Äußerungen. Zwar konnte der USD gegenüber dem Euro zuerst deutlich zulegen (von 1,1250 auf 1,1160), verlor dann aber wieder deutlich bis über 1,1300 im asiatischen Handel.

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© Reuters


Doch nicht nur gegenüber dem Euro ist der US-Dollar weiter unter Druck, im Besonderen gegenüber dem sicheren Hafen Yen taumelt der Greenback auf ein 15-Jahres-Tief. Die Japaner kommen mit ihrer superlockeren Geldpolitik einfach nicht voran, das save-haven-Motiv bleibt ungeachtet aller volkswirtschaftlicher Probleme gültiger denn je.

In diesem Umfeld konnte auch ein deutlich freundlicher ausgefallenes Federal Budget (Teilmenge des öffentlichen Haushalts) mit über 55 Mrd. USD gegenüber erwarteten 45 Mrd. USD nicht mehr für Aufhellung der Stimmung sorgen.

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© Reuters


Die von Mrs. Yellen angesprochenen wirtschaftlichen Risiken bleiben uns in den kommenden Wochen erhalten, weshalb der nächste Zinstermin im März für eine weitere Erhöhung als sehr unwahrscheinlich gilt. Nun wird der Juni als möglicher Termin gehandelt, aber das Gros der Marktteilnehmer rechnet inzwischen mit gar keiner Erhöhung in diesem Jahr mehr. Die Rohstoffe zeigen deutliche Ausschläge.

Gold notiert erstmals seit Mai letzten Jahres über der 1.200 USD/Unze-Marke. Öl nimmt erneut Fahrt unter die 30 USD/Barrel-Schwelle auf. Die Lagermengen bewegen sich nahe den Rekordständen. Der Ölkonzern BP warnt vor weiteren negativen Entwicklungen in der ersten Jahreshälfte "We are very bearish for the first half of the year", "In the second half, every tank and swimming pool in the world is going to fill and fundamentals are going to kick in," he added. "The market will start balancing in the second half of this year."

Auch in Europa zeigen sich immer mehr Bremsspuren, nachdem im letzten Jahr die Überraschungen auf der positiven Seite überraschten, sollte sich dieses Muster nicht weiter fortschreiben lassen in 2016. Wie schon geschrieben, die Zunahme wirtschaftlicher Risiken ist eklatant, was eine echte Zinswende äußerst unwahrscheinlich macht und gleichzeitig die Erholung in Europa verzögern sollte.

Aktuell ergibt sich ein Szenario, das den Euro gegenüber dem USD favorisiert. Erst ein Unterschreiten der Unterstützungszone bei 1.0700 - 20 neutralisiert den positiven Bias.

Viel Erfolg!


© Moritz Westerheide
Bremer Landesbank



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