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Volatilität als Vorbote eines verheerenden Börsencrashs

18.04.2018  |  Mark J. Lundeen
- Seite 3 -
Einige der Top-Unternehmen von 2018 waren im Oktober 1975 noch nicht einmal gegründet, und einige der größten Aktiengesellschaften von 1975 existieren heute gar nicht mehr oder spielen eine viel geringere Rolle. Exxon ist dagegen in beiden Listen zu finden. 2018 liegt das Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von 328,11 Milliarden $ auf Platz 7; 1975 belegte es mit einem Marktwert von 21,35 Milliarden $ Platz 3. Der Unterschied in der Marktkapitalisierung ist nicht etwa eine Folge all der Barrel Öl, die Exxon seitdem verkauft hat, sondern vielmehr die Konsequenz der im Vergleich zu 1975 stark gestiegenen Anzahl an US-Dollars, die heute am Aktienmarkt in Umlauf sind.

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Die meisten Menschen glauben, dass ein Aufwärtstrend an den Aktienmärkten auf "Wirtschaftswachstum" hindeutet. Doch in Wirklichkeit ist alles, was seit 1975 passiert ist, eine Folge der expansiven Geldpolitik. Diese hat die Marktkapitalisierung von Exxon auf das 15,4-fache steigen lassen.

Da der Aktienindex S&P 500 die 500 US-Unternehmen mit der größten Marktkapitalisierung umfasst, können wir mit seiner Hilfe gut ermessen, wie viel Inflation die Federal Reserve in die allgemeinen Aktienmärkte gepumpt hat. Am 11. April 2018 schloss der S&P 500 bei 2.642,19 Punkten, doch vor 43 Jahren, am 17. Oktober 1975, notierte er bei 88,86 Punkten. Der Kurs des S&P 500 wurde also seit Oktober 1975 auf den 29,73-fachen Wert aufgebläht.

Das ist alles schön und gut, solange das zusätzlich ins Finanzsystem eingespeiste Geld weiterhin innerhalb der Aktienmärkte zirkuliert. Ein Problem entsteht erst dann, wenn der nächste Bärenmarkt beginnt und die Portfolios sämtlicher Marktteilnehmer einem Stresstest unterzieht, von J.P. Morgan bis hin zu Privatanlegern wie Ihnen und mir. Dann wird ein Großteil des Kapitals die Aktienmärkte fluchtartig verlassen. Diese Finanzmittel müssen irgendwo hin. Ich kann mir gut vorstellen, dass Gold, Silber und die Aktien der Bergbauunternehmen, die als Investments derzeit größtenteils ignoriert werden, in einem solchen Szenario stark profitieren würden.

Unten sehen Sie alle täglichen Kursbewegungen von mehr als 1,9999% (in beide Richtungen), d. h. alle Tage mit extremer Volatilität, die der Dow Jones seit 1900 verzeichnete. Von den insgesamt 32.023 Handelstagen an der NYSE, die es seitdem gab, verzeichnete der Dow Jones nur an 1.820 Tagen (5,68%) ein Plus oder ein Minus von mindestens 2%. Solche Tage häufen sich typischerweise bei Abwärtstrends und insbesondere im Rahmen von Bärenmärkten. Wie Sie sehen blieb der Dow Jones bereits seit 2015, d. h. seit drei Jahren, von Bewegungen dieser Art verschont.

Interessant ist auch, dass es sich bei den Tagen mit der größten Schwankungsbreite sowohl während der Großen Depression in den 1930er Jahren als auch während der Hypothekenkrise von 2007-2009 um Tage handelte, an denen die Kurse stiegen. Das ist etwas, was Sie auf CNBC nicht hören werden. Dort versuchen die "Marktexperten" typischerweise Tage mit großen Kursgewinnen zu nutzen, um die Kleinanleger erneut zu einem Sprung in den Mahlstrom des Bärenmarktes zu überreden. Das ist jedoch ein großer Fehler: Kursgewinne von mehr als 4% innerhalb eines Handelstages waren beim Dow Jones schon immer typische Bärenmarkt-Ereignisse.

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