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Ted Butler: Neue Hoffnung auf höhere Silberpreise

02.08.2018  |  Chris Martenson
Chris Martenson: Willkommen beim Podcast von Peak Prosperity. Wir wollen heute über die Edelmetalle sprechen, und insbesondere über Silber, eines meiner liebsten Investments. Um der Offenlegung Genüge zu tun: Ich besitze selbst einige Silberanlagen. Das bedeutet, dass ich ein bisschen verrückt bin, nicht wahr? Der Silberkurs ist im Grunde genommen seit sieben, mittlerweile fast acht Jahren gefallen. Im letzten Jahr stagnierte der Kurs und im letzten Monat verzeichnete er Verluste. Warum also Silber?

Nun, unser heutiger Gast ist Ted Butler und er hat einige gute Gründe für die Annahme, dass es am Silbermarkt künftig wieder aufwärts gehen wird. Meiner Meinung nach ist er einer der passendsten und qualifiziertesten Beobachter, um das Geschehen am Silbermarkt und an der New Yorker Terminbörse COMEX zu kommentieren, an der der entscheidende Metallhandel stattfindet. Hier lassen sich wirklich interessante Entwicklungen beobachten, insbesondere im Zusammenhang mit unser aller Lieblingsbank, JP Morgan. Doch mehr dazu werden wir gleich von Ted Butler selbst hören.

Ted analysiert den Silbermarkt schon seit sehr langer Zeit und ich freue mich, ihn heute wieder bei uns begrüßen zu dürfen. Willkommen, Ted. Schön, dass Sie heute wieder bei uns sind.


Ted Butler: Vielen Dank für die herzliche Begrüßung, Chris.


Chris Martenson: Ted, ich muss natürlich mit dem Silberpreis beginnen. Heute ist er zurück auf etwa 15,50 $ gefallen und liegt damit wieder auf dem gleichen Niveau wie letzten Juli. Im Laufe der vergangenen zwölf Monate Jahr hat sich hier offensichtlich nichts getan und jedes Mal, wenn der Kurs versuchte zu steigen, wurde er wieder nach unten geknüppelt. Wie erklären Sie diese Preisentwicklung?

Ted Butler: Eigentlich ist es relativ simpel. Sie haben einen wichtigen Namen bereits genannt: JP Morgan. Bei jeder Silberrally, die wir in den letzten zehn Jahren erlebten - oder genauer gesagt, seit JP Morgan die Investmentbank Bear Stearns übernommen hat - stockte JP Morgan seine Short-Position am Papiermarkt der COMEX stark auf, während die Spekulanten, die Hedgefonds und alle anderen auf der Käuferseite in den Markt einstiegen, um von den steigenden Kursen zu profitieren. JP Morgan war stets der "Verkäufer letzter Instanz". Die Bank verkauft immer genug, ganz gleich, wie viel benötigt wird. Sie verkauft genug, um den Markt zu sättigen und die Nachfrage zu decken.

Wenn die Käufer zufrieden sind, bildet der Kurs ein Top und beginnt dann wieder zu sinken. Es ist das immer gleiche Spiel, das wir tagein, tagaus beobachten. Im Grunde genommen ist es einfach so, dass JP Morgan in den letzten zehn Jahren jede Rally am Gold- und Silbermarkt durch den Ausbau von Short-Positionen gestoppt hat. Allerdings glaube ich, dass derzeit im Hintergrund interessante Entwicklungen ablaufen und dieses Spiel womöglich schon bald enden wird.


Chris Martenson: Okay, darauf möchte ich gleich noch einmal zurückkommen. Aber lassen Sie uns den Anlegern zunächst helfen, diese Vorgänge zu verstehen. Ich möchte nur ein kurzes Beispiel anbringen. Ich habe hier den Silberchart vom Juni 2018 vor mir. In den ersten neun Handelstagen kletterte der Kurs vorsichtig nach oben und stieg von 16,45 $ auf etwa 17,25 $. Am nächsten Tag wurde der Gewinn aller neun vorherigen Handelstage durch Verkäufe mit hohem Volumen zunichte gemacht.

So wie das sehe, war das in den letzten Jahren das typische Handelsmuster am Silbermarkt. Wenn der Kurs auf diese Weise fällt, wenn er regelrecht einbricht, ist das Handelsvolumen immer sehr hoch. Welche Rolle spielt JP Morgan, wenn wir solche Bewegungen beobachten?


Ted Butler: Sobald die Kurse abstürzen, hat JP Morgan nicht mehr viel damit zu tun. Aber wenn Sie die Marktdaten heranziehen, die von der Börsenaufsichtsbehörde CFTC im Commitments of Traders (COT) Report veröffentlicht werden, dann werden Sie sehen, dass JP Morgan die Zahl seiner Short-Position bei der Silberrally Anfang Juni um 20.000 Kontrakte erhöhte, obwohl sie bereits 20.000 Futures geshortet hatten. Die Bank hatte am Papiermarkt also 100 Millionen Unzen Silber geshortet und verdoppelte diese Position dann auf 200 Millionen Unzen. Beim darauf folgenden Kursrückgang begannen sie dann, die Shorts einzudecken.

Das Prinzip ist äußerst clever und die Strategie ist nur erkennbar, wenn man gezielt danach sucht. Offenbar verkauft JP Morgan nie bei fallenden Kursen. Sie verkaufen nur dann Silberkontrakte und erhöhen dadurch ihre Short-Position, wenn die Preise steigen. Die eigentliche Manipulation findet also während der Rally statt. Wenn sich die Käufer zurückziehen und die Bank aufhört, ihre Shorts weiter aufzustocken, endet die Rally. Wenn die übrigen Marktteilnehmer daraufhin wieder verkaufen, klingelt bei JP Morgan die Kasse und die Bank kauft die zuvor leerverkauften Futures zu niedrigeren Preisen zurück. Auf diese Weise wird immer ein Profit erzielt.

Ich weiß nicht, ob Ihnen das bewusst ist, aber JP Morgan hat in den letzten zehn Jahren bei seinen Silber-Short-Positionen nie einen Verlust hinnehmen müssen. Die Bank verzeichnete immer nur Gewinne. Diese fielen ganz unterschiedlich aus, aber es war immer ein Plus. Das ist kurz gesagt die Essenz der Manipulationen am Silbermarkt.


Chris Martenson: Wenn man nie einen Verlust macht, hat das eigentlich nichts mit Trading zu tun, denn es würde bedeuten, dass man keinerlei Risiko hat. Offenbar haben sie also die Kontrolle über den Markt.

Ich bin kein Experte, aber ich meine irgendwo gelesen zu haben, dass die Position eines einzelnen Akteurs am Silbermarkt nicht höher sein darf als 5.000 Kontrakte. Sie haben gerade erwähnt, dass JP Morgan seine Position innerhalb von neun Tagen um 20.000 Kontrakte erhöht hat. Wie ist das möglich?



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