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Ein Zyklus-Trader-Interview mit längerfristigen Aussichten zu Währungen, Edelmetallen etc.

28.12.2018  |  David Smith
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Sind Langwellen-Zählungen von vor vielen Jahre noch immer aktuell?

David Smith: Diese Art von Vorhersagekraft über viele Jahre hinweg mittels langer Wellen ist absolut erstaunlich, Eric. Das mußte Ihre Haut kribbeln lassen als das in Sicht kam, denn Sie wußten um die Vorhersagekraft davon.

Eric Hadik: Es ist auch so eine Sache, daß man, wenn man diese langfristigen Zyklen ansieht, sicherlich etwas mehr Spielraum geben muß. Ein Markt könnte 6 bis 12 Monate davon abweichen und noch immer in einer akzeptablen Fehlerspanne für einen so langfristigen Zyklus sein. Es hatte sicherlich einen langfristigen, vorausschauenden Charakter, der sehr faszinierend war, aber es war eine Herausforderung, es zu verfeinern und genauer zu machen, so die Spitze der Anleihen und Schuldverschreibungen auftreten würden und wo sich entlang des Weges Verkaufssignale entwickeln könnten.


David Smith: Handeln Sie in dieser Art von Situation so, also Sie sorgen für Spielraum, damit sie nicht aus Positionen gedrängt werden oder sie ganz verpassen. Gehen Sie damit um durch Positionsgrößen oder die Mitnahme von Gegenbewegungen? Wie bringen Sie all das in den Mix ein, um dann an Board zu sein für maximale mögliche Gewinne?

Eric Hadik: Ich betrachte längerfristige Bewegungen als Kampagnen-Trade. Ich werde meine mittel- und kurzfristigen Indikatoren sowie die in diesem Zeitrahmen aufkommenden Signale ansehen, weiß aber, daß der Markt bestimmte Schlüssel-Niveaus brechen muß, um mir sagen zu können, daß es mehr als ein Zwei- bis Vier-Wochen-Trade wird. Es könnte zu einem Zwei- bis vier-Monats-Trade werden. Dann gibt es Schlüsselindikatoren, die ausgelöst werden müssen, um zur nächsten Stufe zu gelangen.

Es ist eines der Dinge, die progressiv ablaufen, denn bestimmte Signale oder Trades werden am Beginn als unabhängig voneinander betrachtet. Es kann am Anfang als mittelfristiges Signal betrachtet werden, auch wenn man sich einer erwarteten längerfristigen Trendänderung bewußt ist und erkennt, wo dieses Signal oder dieser Trend sich zu einem Trend oder Signal von größerer Stärkt entwickelt. Dies würde in der Regel auf Grundlage von gebrochenen oder übertroffenen Niveaus passieren sowie anhand von Indikatoren, die sich möglicherweise in den ersten Wochen oder Monaten umkehren.


David Smith: Lassen Sie uns den US-Dollar diskutieren.

Wo sehen Sie den US-Dollar in den nächsten zwei oder drei Jahren? Glauben Sie, daß es eine andere Beziehung zu den Bewegungen der Edelmetalle geben wird als wir sie in der Vergangenheit gesehen haben? Oder wollen Sie einfach beobachten und sehen, was passiert und wie andere Zyklen eingreifen?


Eric Hadik: Was die Richtung des Dollars angeht, dachte ich, daß wir Ende 2016 oder Anfang 2017 eine wichtige Spitze gesehen haben. Eine, die mit vielen wichtigen Zyklen zusammenlief, die Böden ausbildeten, von Edelmetallen bis hin zu bestimmten Rohstoffen wie Rohöl. Ein Teil des Wertes dieser Rohstoffe hängt von deren Beziehung zum Dollar ab oder ein Dollars ausgepreist. Ich dachte, der Dollar hätte ein wichtiges Hoch gemacht, aber er hatte auch Anfang des Jahres viele Sechs- bis Zwölf- und Zwölf- bis 18-Monats-Abwärtsziele erfüllt Ich erwarte in den nächsten 6 bis 12 Monaten beim Dollar eine Konsolidierung.

Ich denke, wir haben anderen Gründe, einschließlich des Dollars, um zu erwarten, daß Metalle und einige damit in Verbindung stehende Märkte einen Boden bilden und beginnen, Anfang 2019 etwas Aufwärtsmomentum zu entwickeln. Dann können wir etwas Seitwärtsbewegung sehen, bevor denn später 2019 eine weitere Aufwärtsbewegung kommt. Sicherlich kann es einige Bewegung beim Dollar geben, was das beeinflußt. Ich habe auch Zeiten erlebt, wo es einen Mangel an Zuversicht gab oder Krisen, z.B. beim Euro, was Gold für eine begrenzte Zeit unterstützten könnte. Es ist nicht nur eine stabile umgekehrte Dollar-Gold-Korrelation. Es ist mehr als eine umgekehrte Korrelation, wenn es Angst bei einer der großen Papierwährungen gibt.


David Smith: Lassen Sie uns die Edelmetalle diskutieren

Haben sich die Metalle von 2016 bis zur Gegenwart so entwickelt, wie Sie es erwartet hatten? Haben Sie einen so starken Anstieg erwartet? Waren Sie danach überrascht, wie die Metalle seit fast zwei Jahren zurückgegangen sind?


Eric Hadik: Der Boden von Ende 2015 - Anfang 2016 stimmte genau mit dem überein, was ich 6-12 Monate vorher veröffentlicht hatte. Die daraus resultierende Rallye lief ziemlich synchron ab. Das einzige, was mich ein wenig überrascht hat, ist Gold. Bei diesem Metall habe ich seit Anfang des Jahres auf zyklischer Basis erklärt, warum ich dachte, daß Ende Januar bis Februar 2018 und dann November bis Anfang Dezember 2018 zwei bedeutende Hochs in diesem Jahr wären.

Zyklusanalyse gibt aus sich selbst heraus keine Preisniveaus aus oder ob das eine höher oder tiefer als das andere ist. Dafür muß ich andere Werkzeuge verwenden. Ich dachte, Gold würde sich in diesem Jahr nach seinem zwischenzeitlichen Ausverkauf besser halten als es das getan hat. Aber das hat das große Gesamtbild nicht verändert. Der Grund, warum ich diese Unterscheidung so deutlich mache, ist, daß im Gegensatz zum Metall Gold der Gold- und Silber-Index (die Minenaktien) XAU so ziemlich das gemacht hat, was ich über die letzten beiden Jahre beschrieben habe.

Wir sahen das Ende 2016 und der XAU gab ein längerfristiges Umkehrsignal zurück nach unten. Das ist etwas, das im Monats-Chart ist. Es ist mein monatlicher Trendindikator, wo der XAU Ende 2016 und Anfang 2017 zurückging als Gold selber nicht das gleiche tat. Dann gab es die Erholung in der ersten Hälfte 2017. Dieser Indikator sagt mir, daß nach der Erholung in der ersten Hälfte 2017 der XAU tiefer gehen und unter sein Tief von Ende 2016 fallen mußte, das bei ca. 71,60 lag.

Er sagte mir, was ich vom XAU zu erwarten hatte, eine ABC-Bewegung nach unten, ein anfänglicher Rückgang von der Spitze aus Mitte-Ende 2016, dann eine Erholung im ersten Halbjahr 2017 und letztendlich ein zweiter Rückgang, der notwendig war, die Ende 2016 gesehenen Tiefs zu unterbieten. Das ist das ABC-Muster nach unten.

Zur gleichen Zeit sagte mir Gold, daß sein Tief von Ende 2016 nicht verletzt werden sollte, weil sich sein monatliches Trendmuster abspulte. Alle Rückgänge - von Anfang 2017 bis zur Gegenwart - sollten ein Tief oberhalb des Niveaus vom Dezember 2016 haben. Das ist bis heute so geblieben und erst in den letzten paar Monaten ist der XAU dann schließlich nach unten gegangen und hat das tief von Ende 2016 unterboten und in jeder Hinsicht die Abwärtsziele für den Rückgang der Welle C erreicht. Diese Ziele lagen unterhalb des monatlichen Trend-Ziels von 71,60.

Alle paar Monate habe ich seit Anfang 2017, um meine Leser auf dem laufenden zu halten und an den großen Kontext zu erinnern, wiederholt, daß meine primären Abwärtsziele für diesen Gold-Silber-Index auf 54-59 fallen sollten bevor ein großer Boden wahrscheinlich wäre. Das mußte passieren, bevor wir das Ende des C-Wellen-Rückgangs erreicht haben und dieses Tief sollte oberhalb des großen Tiefs vom Januar 2016 liegen, aber unter allen Zwischentiefs seit Januar 2016.

In den letzten beiden Monaten erreichte der XAU die Marke von 60. Ich denke, das Tief war bei ca. 60,59. In jeder Hinsicht wurde das Zielniveau von 59 angegriffen, aber vor allem erfüllte sich der längerfristige Zyklus, der bei den Metallen vorherrscht. Das Tief bei Gold von Mitte August und das Tief des XAU von Anfang September erfüllten so viele Zyklen und Abwärts-Kursziele, daß sich Trader auf eine bedeutende Rallye bei den Metallen einstellen sollten.

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HCP-XAU Verlauf des 32-Monats-Zyklus´



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