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Der erstaunliche Umfang der Gold- und Silberinvestitionen seit der Finanzkrise 2008

27.04.2019  |  Steve St. Angelo
Obwohl die Nachfrage nach Edelmetallen gewiss nicht mehr so hoch wie in früheren Jahren ist, würde die erstaunliche Menge der Investitionen in physisches Gold und Silber seit der Finanzkrise 2008 doch Investoren überraschen. Nur durch den Vergleich der Gold- und Silberinvestmentnachfrage mit dem vorherigen Jahrzehnt können wir wirklich verstehen, wie sich der Edelmetallmarkt verändert hat und das unwiderruflich.

Bevor ich nun zu den Informationen komme, wollte ich ein paar Dinge zur Einstellung gegenüber Edelmetallen und die Ernüchterung, manchmal sogar unverblümte Abscheu, einiger früheren Gold- und Silberinvestoren sagen. Ich werde keine Namen nennen, sondern mich auf die Unfähigkeit dieser Individuen konzentrieren, den Zusammenhang zum zerfallenden weltwirtschaftlichen Ponzi-Schema herzustellen.

Und an alle, die immer noch daran glauben, dass das "Wunder der Kryptowährungen" über 2.000 Jahre von Gold und Silber als Zahlungsmittel überholt, spreche ich mein Beileid aus. Ich werde jetzt nicht ins Detail gehen, aber sagen wir mal so: Verlassen Sie sich nicht darauf, dass Hightech unsere Probleme in der Zukunft lösen wird. Hightech schafft nur noch mehr Probleme. Wenn Sie also glauben, dass Hightech unsere Probleme lösen wird, dann verstehen Sie den historischen Hintergrund für den "Kollaps komplexer Gesellschaften" nicht.

Trotzdem glaube ich, dass der Grund für die derzeitige Frustration der "einstigen" Edelmetallkäfer teilweise darauf beruht, dass sie auf die Ideologie der klassischen Finanzmedien hereingefallen sind. Und wieso auch nicht? Aktien- und Immobilienpreise stiegen bis vor kurzem seit sieben Jahren stetig an, während die Metalle einen Höchststand erreichten, zurückgingen und seither geradezu stagnieren.

Ja, es ist frustrierend, mit anzusehen, wie der Wert der Edelmetalle hinter den Markterwartungen zurückbleibt, während alles andere zum Mond zu fliegen scheint. Doch gerade dieser Umstand sollte jedem mit einem gewissen Grad an intellektuellem Fachwissen zu verstehen geben, dass da etwas gehörig falsch läuft. Aus welchem Grund auch immer scheinen alle negativen Aspekte der Wirtschaft, die massive Verschuldung, Derivate und Fremdkapitalaufnahme wie weggeblasen, wenn wir uns nur auf die stark aufgeblähten Vermögenswerte von Aktien, Anleihen und Immobilien konzentrieren.

Leider wird diese Ignoranz davor, wie die Verschuldung, die Derivate und die Hebelwirkung das größte globale Ponzi-Schema der Geschichte entstehen ließen, den größten finanziellen Kollaps hervorrufen, den es je gegeben hat und der zum Bankrott der meisten Investoren führt. Es ist nur eine Frage der Zeit und die Zeit wird knapp.

Wenn ich also über Gold und Silber schreibe, tue ich das nicht, weil ich mir Gewinne von 1.000% und mehr in den Metallen wünsche (stören würde mich das aber auch nicht), sondern weil es wirklich nichts anderes gibt, das sich am Ende des finanziellen Lieds als "liquides Investment" lohnen würde. Daher lege ich den Fokus nicht auf Kursziele und Fristen, weil das ein sinnloses Unterfangen ist (eines, das ich auch vor einigen Jahren auf mich nahm, aber nicht mehr).

Frustration entsteht, wenn etwas nicht wann und wie wir erwarten eintritt. Das bedeutet, dass es das Beste ist, sich auf die ausschlaggebenden Informationen zu konzentrieren, seine Investmententscheidungen zu treffen und dem System seine Zeit lassen, sich zu entwickeln.


Die Finanzkrise 2008 war eine Spielwende für Gold- und Silberinvestment

Weil wir mehr auf tagesaktuelle Ereignisse achten, neigen wir dazu, Langzeittrends zu übersehen. Obwohl kurzzeitige Informationen wichtig sind, haben sie keinen Vorrang vor längerfristigen Fundamentaltrends. Nun ja, vielleicht in manchen Fällen. Doch wenn wir den Zusammenbruch des Römischen Reiches als Beispiel nehmen, kann dieser nicht nur auf die Ereignisse in den letzten Jahren des Reiches zurückzuführen sein, sondern stattdessen die Jahrhunderte, die sein sinkender Erntefaktor brauchte, um es von innen heraus zu zerstören.

Heute sind wir in der gleichen Zwangslage wie das antike Römische Reich. Allerdings erkennt das die überwältigende Mehrheit nicht, weil sie sich hauptsächlich mit Kurzzeitergebnissen und -informationen beschäftigt. Um also wirklich die Zukunft zu verstehen, müssen wir uns die Vergangenheit ansehen. Und bei den Investitionen in Gold und Silber werden wir dabei einen wirklich interessanten Trend erkennen.

Laut zwei der besten Quellen der Branche, dem World Gold Council und den Word Silver Surveys, kauften Investoren von 2009 bis 2018 16.200 Tonnen (t) Gold und 57.800 t Silber:

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Das ergibt 520 Millionen Unzen Gold und fast 2 Milliarden Unzen Silber. Diese Zahlen stellen lediglich die Nachfrage nach physischen Barren und Münzen dar, einschließlich der Nettokäufe der Zentralbanken. Ich habe keine ETFs oder ähnliche Produkte miteinbezogen. Erstens kann man nicht mit Sicherheit sagen, ob das Gold oder Silber in diesen Edelmetall-ETFs überzeichnet ist oder zweitens, ob das ganze börsennotierte Metall auch in den Tresoren existiert. Also könnten die Zahlen wahrscheinlich viel höher sein, besonders bei Silber.


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