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Gold steigt Allzeithoch - COVID-19 in Norditalien

24.02.2020  |  Markus Blaschzok
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In Italien gibt es 152 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus binnen drei Tagen und Teile Norditaliens wurden abgeriegelt, Schulen und öffentliche Einrichtungen geschlossen sowie Veranstaltungen abgesagt. Da die Inkubationszeit nach neuesten Beobachtungen bei bis zu 27 Tagen liegt, ist die Zahl der Infektionen ein Vielfaches höher und könnte sich längst in gesamt Norditalien ausgebreitet haben, weshalb die Abriegelung Sinn macht.

Allein dadurch, dass sich die Menschen der Gefahr bewusst sind, öffentliche Ansammlungen vermeiden und sich selbst schützen, kann ein weiterer Ausbruch verlangsamt oder gar ganz verhindert werden. Südkorea hat am Wochenende „Alarmstufe rot“ ausgerufen, erstmals seit der H1N1 Schweinegrippe von 2009, nachdem die Zahl der Infektionen über Nacht um 161 auf 763 angestiegen war.

Einen Hoffnungsschimmer kommt aus China, da die Zahl der Neuinfektionen mit 386 zum Vortag relativ niedrig ausfiel.

Die chinesischen Zahlen zeigen eine deutliche Abflachung der Steigung im logarithmischen Chart, was zeigt, dass die massiven und extremen Maßnahmen in China wirken "könnten". Doch war und ist den chinesischen Zahlen nicht zu trauen. Allein in Wuhan, der Hauptstadt Hubeis, wurden 615 neue Fälle gemeldet, was schon allein mehr als die offizielle Meldung für ganz China ist. Nach Aussagen eines Arztes wird nur einer von 50 Fällen letztlich gemeldet. Unterdessen laufen die Krematorien 24/7, um die Leichen einzuäschern, wobei allein in Hubei 3 Krematorien ausgebrannt sind und 15 mobile Krematorien durchgehend im Betrieb sind.

Der Preis für die Quarantäne und eine Senkung der Infektionsrate ist hoch mit 780 Millionen Menschen in Quarantäne, einem Stillstand des Großteils der chinesischen Wirtschaft sowie der totalitären Unterdrückung jeglicher Freiheits- und Menschenrechte. Präsident Xi warnte unterdessen vor dem größten Schock für die Wirtschaft seit 40 Jahren. 85% der chinesischen Unternehmen laufen Gefahr illiquide zu werden in den kommenden drei Monaten, worauf die Notenbank letztlich mit einer Währungsabwertung, niedrigen Zinsen und Krediten reagieren muss.

Die Automobilverkäufe in China brachen bereits um 92% ein, weshalb dies unmittelbaren Einfluss auf die Nachfrage nach Palladium und Platin haben wird. Scheitern die Quarantänemaßnahmen, dann wird sich das Virus weiterverbreiten können und uns die nächsten Jahre begleiten, was die Weltwirtschaft sowie das öffentliche Leben drastisch verändern würde.

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Die Zahl der Neuinfektionen hat deutlich abgenommen - ein Hoffnungsschimmer


Der teilweise Zusammenbruch globaler Lieferketten hat bereits erste Auswirkungen auf die amerikanische und europäische Wirtschaft. Der amerikanische Handelsrat sieht darin die Bestätigung für die Rückholung von Lieferketten in die USA, da man ohnehin zu viel im Ausland produziere. Damit stützt man die Politik Trumps, die von Anbeginn an auf eine Reindustrialisierung Amerikas ausgerichtet war und mit dem Handelskrieg neue Dimensionen erreichte.

Die Auswirkungen auf die Edelmetallpreise werden in einem Pandemie-Schock schneller und stärker zu spüren sein, als in der Rezession von 2008 und unterschiedliche Auswirkungen auf die verschiedenen Edelmetalle haben.

Gold, als Geld des freien Marktes und sicherer Hafen, wird von dieser Krise massiv profitieren und ansteigen können in jedem Zeitfenster. Die monetären Eingriffe werden die Fiat-Währungen abwerten und den Goldpreis aufwerten.

Silber ist teilweise ein monetäres Edelmetall sowie ein Industriemetall, wobei die letztere Funktion in den letzten Jahren Preis bestimmend war. Die sinkende Industrienachfrage wird dämpfend auf den Preis wirken, während es erst später, aufgrund der Inflation und steigender Investmentnachfrage, letztlich eine Aufholjagd zum Gold erfolgen dürfte.

Platin und Palladium, als reine Industriemetalle, könnte ein Nachfrageschock hingegen stark treffen. Die chinesische Automobilnachfrage brach bereits um 92% ein und bei einer globalen Pandemie könnte das gleiche Schicksal die weltweite Automobilindustrie ereilen. Platin und Palladium laufen Gefahr aufgrund ausbleibender Nachfrage kurzfristig stark einzubrechen und erst nach einer Stabilisierung und Normalisierung der Weltwirtschaft eine Aufholjagd zu der dann bereits erfolgten Preisinflation zu starten.

Dies und mehr gilt es bei Investments in verschiedenen Märkten und Industrien zu berücksichtigen. Gold wird jedoch der Gewinner sein in den kommenden Monaten und sollte es zu einer Pandemie kommen, so wäre selbst ein Goldpreis von 2.000 US-Dollar bzw. bei Parität zum Euro auch 2.000 Euro je Feinunze durchaus vorstellbar. Silber dürfte dann mit etwas Zeitverzögerung aufholen, was enorme Trading- und Gewinnchancen bietet!


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