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Afghanistans Gold bei der NY Fed: 1.731 alte Barren, die seit 1939 gehalten werden

30.08.2021  |  Ronan Manly
Nicht zum ersten Mal hat das US-Finanzministerium die von den USA gehaltenen Vermögenswerte der afghanischen Zentralbank, der Da Afghanistan Bank (DAB), eingefroren. Zu diesen Vermögenswerten gehören vor allem 1.731 alte Goldbarren (knapp 22 Tonnen), die angeblich im Goldtresor der Federal Reserve Bank of New York in Manhattan unter der Liberty Street 33 lagern.

Diese 1.731 Goldbarren (falls sie überhaupt noch existieren) wurden 1939 von der afghanischen Zentralbank bei der US-Notenbank hinterlegt. Es handelt sich um alte Goldbarren des US-amerikanischen Assay Office, die Risse, Sprünge, Löcher und andere Mängel aufweisen. Einzelheiten siehe unten.

Während das US-Finanzministerium noch keine offizielle Erklärung zur Sperrung der afghanischen Zentralbankguthaben abgegeben hat, berichtete die Washington Post am Dienstag, den 17. August, dass einige Tage zuvor, am Sonntag, den 15. August, das Office of Foreign Assets Control des Finanzministeriums unter der Leitung von Janet Yellen die Entscheidung getroffen hatte, das Einfrieren durchzuführen.

Unter den Zentralbanken der Welt war die DAB immer eine der transparentesten, wenn es um die Offenlegung von Informationen über ihre Goldreserven ging, und ein Blick auf die Jahresabschlüsse der DAB zeigt, warum.

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Bildquelle: BullionStar, RT.com


In den letzten Jahresabschlüssen der DAB für das am 30. Qaws des Sonnenjahres 1399 (das ist der 20. Dezember 2020) endende Jahr heißt es in Anmerkung 7.1 des Jahresabschlusses, dass die DAB Folgendes hält:

"703.004,944 Feinunzen Gold in Barren, die bei der Federal Reserve Bank (FRB), New York, als internationale Reserve der Bank gehalten werden."

Diese 703.004,944 Unzen entsprechen etwa 21,87 Tonnen Gold.


Risse, Sprünge und Löcher

In Anmerkung 7.1 des Jahresabschlusses 2020 heißt es jedoch weiter, dass die Goldbarren der afghanischen Zentralbank zwar einen Mindestgoldgehalt von 99,5% aufweisen, aber keine Londoner Good-Delivery-Barren sind, da die Abmessungen der Barren nicht den Abmessungen für Good-Delivery-Goldbarren entsprechen und - was besonders kritisch ist - einige der Barren Risse, Spalten, Löcher und andere Unvollkommenheiten aufweisen. Kurz gesagt, das Gold der afghanischen Zentralbank bei der New Yorker Fed sieht aus wie ein Haufen alter Goldbarren des US Assay Office. Im Einzelnen heißt es in Anmerkung 7.1:

"Laut FRB erfüllten diese Barren die Mindeststandards der London Bullion Market Association (LBMA) für die Qualität, aber nicht die Anforderungen an die Abmessungen. Darüber hinaus weisen einige dieser Barren Unvollkommenheiten wie Oberflächenrauigkeit, Risse, Sprünge und Löcher auf, die von der LBMA als inakzeptabel angesehen werden."

Gemäß den LBMA Good Delivery Rules für Goldbarren dürfen diese Folgendes nicht aufweisen:

"Unregelmäßigkeiten wie Oberflächenhohlräume, Risse, Löcher oder Blasen (in solchen Unregelmäßigkeiten können sich Schutt und Wasser ansammeln, was das Gewicht des Barrens beeinträchtigen kann, und angesammeltes Wasser kann beim Schmelzen der Barren eine Explosion verursachen)."

Es ist ziemlich offensichtlich, dass es sich bei den Goldbarren, die in der FRB New York für die Afghanen aufbewahrt werden, um alte ziegelförmige Goldbarren des US Assay Office handelt.

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Bildquelle: BullionStar, RT.com


Anmerkung 7.1 informiert uns dann darüber, dass die afghanischen Goldbarren im Tresor der New Yorker Fed auf den internationalen Märkten (oder anderswo) nicht als Good-Delivery-Goldbarren akzeptiert werden, so dass die Marktbewertung dieser Barren abgezinst werden muss.


Im Zweifelsfall die BIZ anrufen

Nachdem bereits die New Yorker Fed und die LBMA zitiert wurden, nimmt die Anmerkung 7.1 den Charakter eines Krimifinales an, in dem alle üblichen Verdächtigen gleichzeitig auftauchen, da sie den Chef von allen, die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), ins Spiel bringt.

Denn das DAB hat die BIZ in der Schweiz (eine Autorität für den Handel mit Goldbarren?) gefragt, welche Art von Abschlag auf die Goldbarren des DAB angesichts ihrer unerwünschten Abmessungen, Risse und Löcher angewendet werden soll. Die BIZ ist der Ansicht, dass ein Abschlag von 2,25 USD pro Barren ausreicht. Im Einzelnen heißt es in Anmerkung 7.1:

"Dementsprechend hat die Bank [DAB] eine Empfehlung für die Schätzung des Abschlags auf den LBMA-Kurs von 1.879,75 pro Feinunze von der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), Schweiz, eingeholt, die einen Abschlag von 2,25 USD pro Feinunze auf den LBMA-Kurs vorgeschlagen hat."


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