Commerzbank-Bericht: Rohstoffmärkte 2026 - Zwischen Überfluss und Engpass
31.12.2025 | Redaktion
Nach einem turbulenten Übergangsjahr steht den globalen Rohstoffmärkten auch 2026 eine Phase erheblicher Volatilität bevor, wie die Commerzbank in einem kürzlich veröffentlichten Bericht schreibt. Während sich bei den Energieträgern ein deutliches Überangebot abzeichnet, sorgen strukturelle Engpässe bei Industriemetallen und geopolitische Unsicherheiten weiterhin für Spannungen an den Börsen.Energiesektor: OPEC+ setzt auf Marktanteile
Für den Ölmarkt prognostizieren Experten ein beträchtliches Überangebot. Die Strategie der OPEC+, die Produktion zur Rückgewinnung von Marktanteilen wieder hochzufahren, trifft auf eine weltweit eher verhaltene Nachfrage. Zwar wird mit einem Preisrückgang gerechnet, dieser dürfte jedoch moderat ausfallen, da das Kartell bei einem zu starken Preisverfall die Reißleine ziehen könnte. Ähnlich entspannt zeigt sich die Lage beim Erdgas: Dank massiver LNG-Exportkapazitäten aus den USA bleibt der Preisdruck hoch, auch wenn saisonale Schwankungen im Winter für kurzzeitige Spitzen sorgen könnten.
Industriemetalle: Chinas Produktion im Fokus
Ein gegensätzliches Bild zeigt sich bei den Industriemetallen. Insbesondere bei Kupfer und Aluminium stützen anhaltende Angebotssorgen das Preisniveau. Die Bemühungen des Hauptproduzenten China, Überkapazitäten abzubauen und die Produktion stärker zu regulieren, wirken hier als Preistreiber. Im Gegensatz dazu steht Eisenerz unter Druck: Die Inbetriebnahme der weltweit größten unerschlossenen Mine in Guinea sowie die anhaltende Schwäche des chinesischen Immobilienmarktes belasten die Aussichten für den Stahl-Rohstoff.
Edelmetalle als Profiteure der Geopolitik
Edelmetalle, allen voran Gold, konnten sich zuletzt als "sicherer Hafen" behaupten. Analysten erwarten für 2026 eine Stabilisierung auf hohem Niveau, wobei durch die erwarteten Zinssenkungen der US-Notenbank Fed sogar neues Rekordpotenzial für Gold besteht. Während Silber und Platin diesem Trend folgen dürften, hinkt Palladium aufgrund einer schwächeren industriellen Nachfrage hinterher.
Risikofaktor Politik
Trotz einer vorübergehenden Beruhigung an der Handelsfront bleibt die Geopolitik der größte Unsicherheitsfaktor. Die ungelösten Spannungen zwischen den USA und China sowie die unklare Entwicklung im Ukraine-Krieg und im Nahen Osten könnten die Versorgungsketten jederzeit erneut unter Druck setzen. Zudem sorgt die neue US-Sicherheitsstrategie für Unwägbarkeiten im Verhältnis zu Europa, was die Rohstoffpreise weiterhin anfällig für plötzliche Ausschläge macht.
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