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Letzter Forex Report per 2012 - ein paar Worte zu Gold und Silber …

21.12.2012  |  Folker Hellmeyer
Der Euro eröffnet heute (08.03 Uhr) bei 1.3190, nachdem im Verlauf der letzten 24 Handelsstunden Tiefstkurse im asiatischen Handel bei 1.3181 markiert wurden. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 83.97. In der Folge notiert EUR-JPY bei 110.8, während EUR-CHF bei 1.2070 oszilliert. Heute versenden wir den Forex Report zum letzten Mal im Jahr 2012. Wir werden diesen Service wieder am 9. Januar 2013 aufnehmen.

Der Jahresausblick 2013 wird heute im Laufe des Vormittags über den Verteiler des Forex Reports versendet.

Im Vergleich zu der Situation 2008 -2012 ergibt sich im Sektor der Edelmetalle in den letzten Wochen eine deutliche Anomalie. Im Zuge der Krise versagte Gold als antizyklisches Investment. Gold brach mit zunehmender Krise von 1.000 USD auf 680 USD ein.

Gold wurde durch nicht marktkonforme Kräfte mit anderen Risikoaktiva gleichgeschaltet. Von daher war es konsistent, dass Gold mit der 2009 einsetzenden Erholung an Boden gewann. Vom Tiefpunkt 680 USD kam es zu einem Anstieg auf 1.920 USD per September 2011.

Mit zunehmender Defizitkrise in der Eurozone und entsprechend erhöhter Risikoaversion ergab sich im weiteren Verlauf einen Rückgang bis auf das Niveau 1.520 - 1.550 USD. Die Gleichschaltung war ausgeprägt!

In den letzten Wochen wurden mit unüblichen Volumina am Future-Markt in dünnen Märkten (u.a. Übergang USA-Asien) negative Marktentwicklung produziert, die nicht im Einklang mit der physischen Nachfrage stand und steht. Das gilt auchinsbesondere für Silber. Was lässt sich aus dieser Anomalie ableiten?

Die entscheidenden "Kräfte“ am US-Future Markt, drei "Player“ der amerikanisch angelsächsischen Bankenaristokratie, schreiben die Agenda um.

Sollen Edelmetalle nicht länger ein mit Aktien und anderen Risikoaktiva gleichgeschaltetes Anlageinstrument darstellen? Soll die Korrelation gebrochen werden?

Wir nehmen diesen Versuch zur Kenntnis - Fakt ist, dass diese "Intervention“ an den Papiermärkten zu einer Zeit kommt, in der die Fed und BoJ die Geldschleusen weiter aggressiv öffnen und jeder Grund besteht, die Währungen ohne Fehl und Tadel, Gold und Silber, zu erwerben. Handelt es sich hier um finanzielle Repression am Edelmetallmarkt? Fakt ist, dass die Zentralbanken der Schwellenländer das Spiel verstanden haben. Hoffentlich gilt das auch für die Zentralbanken Kontinentaleuropas …

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Der deutsche GfK Konsumklimaindex sank per Januar unerwartet von zuvor 5,8 (revidiert von 5,9) auf 5,6 Punkte und markierte den tiefsten Wert seitDezember 2011. Die Prognose lag bei 5,9 Zählern. Wir sind irritiert. Da haben wir die besteWeihnachtssaison seit Jahren und dann kommt dieses Ergebnis. Wir fragen uns, ob die richtigen Leute befragt werden?

In unserem heutigen Morgen-Meeting habe ich mich und meine Frau geoutet. In den letzten Wochen kaufte meine Frau Conny eine neue Küche, eine neue Wachsmaschine und ein neuer Benz steht auch vor der Tür. Mein Kollege Matthias Gloystein hat auch so richtig zugeschlagen. Wir sind beide irritiert … und nehmen diese Zahl freundlich auf; aber nicht allzu ernst.

Werfen wir einen kurzen Blick auf den Datenpotpourri aus den USA:

  • Die finale Berechnung des US-BIP per 3. Quartal brachte eine leicht positive Überraschung. Der Wert wurde von zuvor +2,7% auf 3,1% in der annualisierten Fassung angepasst.
  • Die Arbeitslosenerstanträge legten unwesentlich von zuvor 344.000 auf 361.000 zu (Prognose 357.000).
  • Positive Akzente setzte der Absatz bereits zuvor genutzter Wohnimmobilien mit einem Anstieg von zuvor 4,76 Mio. auf 5.04 Mio. (Prognose4,87 Mio.) in der annualisierten Fassung.
  • Die Frühindikatoren sanken per November um -0,2% gemäß Prognose. Der Vormonatswert wurde von +0,2% auf +0,3% revidiert.
  • Der Philadelphia Fed Business Index lieferte einen dramatischen Anstieg von -10,7 Punkte auf +8,1 Zähler, dem höchsten Wert seit April 2012. Die Konsensusprognose war bei -3,0 Punkten angesiedelt.Derartige Entwicklungen verdienen sich einen Chart!

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Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das den Euro gegenüber dem USD favorisiert. Ein Unterschreiten der Unterstützung bei 1.29700 - 00 neutralisiert den positiven Bias.

Viel Erfolg!


© Folker Hellmeyer
Chefanalyst der Bremer Landesbank



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