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Europa liefert gemischtes Bild - Erste Zeichen einer Annäherung in USA

11.10.2013  |  Folker Hellmeyer
Der Euro eröffnet heute (09.10Uhr) bei 1.3533, nachdem Tiefstkurse der letzten 24 Handelsstunden im europäischen Geschäft bei 1.3489 markiert wurden. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 98.33. In der Folge notiert EUR-JPY bei 133.08, während EUR-CHF bei 1.2317 oszilliert.

Europa liefert mit seinen Zahlen zur Lage der Industrie weiter ein gemischtes Bild. Die deutsche Industrie kann mit dem stärksten Umsatzplus seit zwei Jahren aufwarten. Dabei ist besonders erfreulich, dass die Umsätze zu einem großen Teil positiv aus dem Euroland beeinflusst wurden. Mit 3,7% lag der Wert noch deutlich über der Inlandsnachfrage, die mit 1,8% aber ebenfalls positiv einzuwerten ist.

Grundsätzlich ist festzustellen, dass die verschiedenen Industriebranchen sich sehr unterschiedlich entwickeln. Hier bewährt sich einmal mehr der gute Branchenmix, der in Deutschland produziert und somit relativ stabile Werte ausweist.

Überraschend schwach zeigte sich dagegen Italien, wo mit -0,3% im Monatsvergleich weniger hergestellt wurde als erwartet. Auch Frankreich sendet keine ambitionierten Zeichen. Hier legte die Produktion im August um lediglich 0,2% zu - deutlich unter den erwarteten 0,5%, die den sehr schwachen Vormonat nahezu kompensieren sollten. Die britische Industrieproduktion setzt seinen Abwärtstrend fort. Hier lagen die Augustumsätze 1,5% unter dem Vorjahr. Diese Zahlen werden voraussichtlich keine neuen Investitionsströme in den kommenden Monaten auslösen …

Die griechischen Haushaltszahlen untermauern, dass das Land auch nach 12 Monaten einen Haushaltsüberschuss ausweisen kann. Dieser gilt als eine Voraussetzung für die Auszahlung weiterer Hilfen im nächsten Jahr. Zwar gibt es noch Unklarheiten aufgrund der Berechnung, aber die Spar- und Reformanstrengungen schlagen sich hier positiv nieder. Nach Jahren der Rezession und harter Sparrunden könnte im kommenden Jahr die Wirtschaft erstmals wieder in den Wachstumsbereich zurückkehren. Es gibt Signale von Unternehmensseite, die dieses Szenario denkbar machen.

Von Seiten der Schwellenländer sehen wir weiter unterschiedliche Signale. Während sich die Kurse nach Turbulenzen in Brasilien und Indien stabilisieren konnten, gibt es ein potenzielles Überraschungspotenzial in China. Hier wurden ebenfalls Mittel im großen Stil abgezogen und Bewertungen angepasst. Die Volkswirtschaft befindet sich mitten im Umbau weg von einem reinen Billiganbieter im Bereich der Produktion hin zu einer Hochtechnologiegesellschaft mit starker Binnennachfrage. Darüber hinaus gibt es Gesundungstendenzen im heimischen (Schatten-)Banksystem, dem durch staatliche Eingriffe Stabilitätsförderung zu Teil wurde. Das Wachstum wird von diesen kurzfristig belastenden Faktoren aller Voraussicht nach nicht so stark beeinflusst wie bisher unterstellt. Jetzt ist mit einem höheren Wachstum von 7,6% zu rechnen. Auch die Einkaufmanagerindizes stehen auf "grün".

Ein weiterer interessanter Punkt ist der folgende:

EZB und Chinas Notenbank schließen Devisenabkommen

Frankfurt, 10. Okt (Reuters) - Die Europäische Zentralbank (EZB) und die chinesische Notenbank wollen über ein Devisenabkommen die Versorgung der Banken in den beiden Währungsräumen mit der jeweiligen Auslandswährung sicher stellen. Deshalb solle eine zunächst auf drei Jahre begrenzte gegenseitige Devisenkreditlinie eingerichtet werden, teilten die EZB und die Peoples Bank of China am Donnerstag mit. Der Umfang der Kreditlinie soll maximal 350 Milliarden Yuan betragen, wenn die chinesische Währung der EZB zur Verfügung gestellt wird und maximal 45 Milliarden Euro, wenn die EZB den Chinesen Geld zur Verfügung stellt.

Grund für die Operation sind laut EZB zum einen der rasant wachsende Handel zwischen der Euro-Zone und China und die zunehmende Investitionstätigkeit zwischen beiden Wirtschaftsräumen. Die EZB will mit dem Abkommen vor allem sicherstellen, dass Banken aus der Währungsunion jederzeit über ausreichend Yuan verfügen.

Neben dem Projekt des transatlantischen Freihandelsabkommen mit den Amerikanern bewegt sich Europa auch in den Osten. Die wichtigen und immer bedeutenderen Geschäftsbeziehungen nach China werden durch dieses Devisenabkommen weiter gestützt. Gleichzeitig verliert der US-Dollar potenziell an Bedeutung, da der bisher als Handelswährung Nummer eins im Handel Europa-China fungiert. China als größter US-Dollar Gläubiger orientiert sich stärker an der eigenen Währung und gewährt europäischen Banken Zugriffe.

Am Devisenmarkt spielen diese Nachrichten aber nur eine untergeordnete Rolle. Die Musik spielt weiter in den USA, wo es Anzeichen einer vorübergehenden Lösung gibt. Die Republikaner scheinen einzusehen, dass ihnen die starre Haltung zum Thema Obamacare nicht helfen wird, die eigenen Vorstellungen vollständig umzusetzen. Innerhalb der Partei melden sich vermehrt Stimmen, die in einen Dialog zu den Demokraten treten möchten. Eine - wenn auch nur vorübergehende Einigung beim Thema Schuldenobergrenze - wird wahrscheinlicher.

Diese Entwicklung wird jedoch von eigentlich allen Marktteilnehmern erwartet, keiner möchte sich vorstellen, welche Folgen ein Zahlungsausfall der wichtigsten Volkswirtschaft zur Folge hätte. Das Überraschungspotenzial für den Dollar sollte daher überschaubar sein. Hier spielt das Thema wann die FED die Wertpapierkäufe reduziert die übergeordnete Rolle. Hier ist eine Reduktion bereits im Oktober unwahrscheinlich - seit dem Government Shutdown werden keine Konjunkturzahlen mehr veröffentlicht. Auf der FOMC-Sitzung am 29./30.Oktober wird mit einer Beibehaltung der bisherigen 85 Mrd. USD/Monat gerechnet.

Daten von Gestern:

Die höchste Zahl von Neuanträgen seit letztem November gab es in der vergangenen Woche mit 374.000 zu verzeichnen. Damit wurden 66.000 Anträge mehr als eine Woche zuvor verzeichnet. Der starke Anstieg soll mit dem Bundesstaat Kalifornien zusammenhängen, wo Anträge in der letzten Woche aufgrund eines Systemupdates nicht bearbeitet wurden. Diese Anträge werden nun erstmalig mitgezählt. Aber auch erste Auswirkungen des Government Shutdown spiegelten sich in den Zahlen bereits wieder.

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Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das den Euro gegenüber dem USD favorisiert. Ein Unterschreiten der Unterstützungszone bei 1.3500 -30 neutralisiert den positiven Bias.

Viel Erfolg!


© Moritz Westerheide
Bremer Landesbank



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