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Gewinnmitnahmen zu Wochenbeginn belasten Ölpreise

21.03.2016  |  Eugen Weinberg
Energie

Die Ölpreise geben zum Wochenbeginn einen Teil der Gewinne der letzten Woche – der WTI-Ölpreis ist am Freitag erstmals seit Anfang Dezember über 41 USD, Brentöl über 42 USD je Barrel gestiegen - wieder ab. Wir sehen darin Gewinnmitnahmen der Anleger, die zuletzt verstärkt auf steigende Ölpreise gesetzt haben. Die Netto-Long-Positionen der Finanzanleger bei WTI an der NYMEX sind mit rund 195 Tsd. Kontrakten auf den höchsten Stand seit Ende Juni gestiegen, die bei US-Benzin sogar auf ein 12-Monatshoch.

Als Anlass zur Korrektur könnte man den ersten Anstieg der Anzahl aktiver US-Ölbohrungen seit 12 Wochen sehen, die laut Baker Hughes in der Vorwoche um eine Bohrung auf insgesamt 387 zunahm. Wir würden dies nicht überinterpretieren, denn noch immer ist die Zahl so tief wie seit 2009 nicht mehr. Seit August gab es zudem lediglich zwei Wochenanstiege bei den Bohrungen - beide erwiesen sich als nicht nachhaltig. Jedoch zeigt sich die US-Ölproduktion angesichts massiver finanzieller Herausforderungen ziemlich robust.

Wir sind überzeugt, dass dies auch Sondereffekten einer (temporär) höheren Produktivität und von Preisabsicherungsstrategien seitens der Ölproduzenten geschuldet ist. Deshalb rechnen wir weiterhin mit einem starken Rückgang der US-Ölproduktion in den kommenden Wochen und Monaten. Sollte die vorläufige US-Ölproduktionszahl des DOE demnächst unter 9 Mio. Barrel täglich fallen, könnten sich die Ölpreise oberhalb der psychologisch wichtigen Marke von 40 USD je Barrel festigen.


Edelmetalle

Belastet durch einen etwas festeren US-Dollar steht Gold zum Wochenauftakt unter Druck und fällt zeitweise auf 1.240 USD je Feinunze. In Euro gerechnet verbilligt sich Gold auf rund 1.100 EUR je Feinunze. Ein stärkerer Preisrückgang wird aber wohl durch das hohe physische Kaufinteresse verhindert. Denn Bloomberg meldet für Freitag einen Zufluss von 21,4 Tonnen in die von ihnen erfassten Gold-ETFs. Hierbei handelt es sich allerdings nicht nur um neue Zuflüsse, sondern auch noch um Nachmeldungen bereits zuvor erfolgter Zuflüsse, die noch nicht in der Statistik erfasst waren.

Die spekulativen Finanzanleger haben auch in der Woche zum 15. März ihre Netto-Long-Positionen bei Gold weiter ausgebaut, wenn auch nicht mehr ganz so stark. Mit 129,8 Tsd. Kontrakten liegen sie auf dem höchsten Stand seit Juli 2014. Die als kurzfristig orientiert geltende Investorengruppe dürfte damit einen stärkeren Preisrückgang von Gold in der Beobachtungsperiode – der Preis gab um 2,3% nach - verhindert haben.

Der Preisanstieg von Silber auf über 16 USD je Feinunze Ende letzter Woche war offenbar nicht von langer Dauer, denn wie Gold handelt auch Silber heute Morgen schwächer bei rund 15,7 USD je Feinunze. Wie Daten der Zollbehörde zeigen, haben sich die chinesischen Händler im Februar mit Silberimporten zurückgehalten. Diese fielen im Vorjahresvergleich um 7,4% auf 180 Tonnen, was zugleich dem niedrigsten Wert seit August 2014 entspricht. Januar und Februar zusammengerechnet liegen die Silbereinfuhren allerdings 24% über dem vergleichbaren Vorjahresniveau.


Industriemetalle

Die Metallpreise legen in ihrer Aufwärtsbewegung offenbar eine Verschnaufpause ein. Sie zeigen sich zu Beginn der neuen Handelswoche leicht schwächer, nachdem sie sich am Freitag schon zumeist verbilligt hatten. Feste chinesische Aktienmärkte verhindern wohl, dass es wie bei den Ölpreisen auch bei den Metallen heute Morgen größere Verluste gibt. Kupfer hält sich noch über der Marke von 5.000 USD je Tonne.

Nickel verbilligt sich leicht auf 8.600 USD je Tonne, Zink kostet etwa 1.820 USD je Tonne. Daten der Zollbehörde zufolge hat China im Februar 29,3 Tsd. Tonnen Nickelraffinade importiert, fast dreimal so viel wie im Vorjahr. Die chinesischen Händler haben wohl zum einen wegen der niedrigen Preise verstärkt auf Nickelraffinade zurückgegriffen. Zum anderen waren nicht genügend Nickelerze verfügbar. Denn von den Philippinen, die nach dem Exportverbot von unbehandelten Erzen in Indonesien zum Hauptlieferanten Chinas aufgestiegen sind, hat China im letzten Monat nur 525 Tsd. Tonnen Nickelerze eingeführt, so wenig wie seit zwei Jahren nicht mehr.

Die Importe von Nickelerzen insgesamt fielen sogar auf ein 7-Jahrestief. Auch im Falle von Zinkraffinade hat China zuletzt deutlich mehr importiert. Die gemeldeten 44,7 Tsd. Tonnen entsprechen einem Anstieg von 160% im Vergleich zum Vorjahr. Sowohl bei Nickel als auch bei Zink wurde aber wohl über Bedarf importiert. Denn die Nickelvorräte in den Lagerhäusern der SHFE sind auf ein Rekordhoch gestiegen und die Zinkbestände wurden zuletzt deutlich auf den höchsten Stand seit fast zwei Jahren aufgebaut.

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Agrarrohstoffe

Die jüngsten CFTC-Daten legen nahe, dass der Preisanstieg bei Weizen in der Woche zum 15. März durch einen stärkeren Preisoptimismus bei den kurzfristig orientierten Marktteilnehmern zumindest unterstützt wurde. Denn sie verringerten ihre Netto-Short-Positionen um fast 30 Tsd. Kontrakte auf rund 65 Tsd. Kontrakte, nachdem nicht zuletzt stark divergierende Witterungsbedingungen in den US-Plains für Unsicherheit gesorgt hatten.

Das Wetter hat den Markt auch weiter im Griff: Zum Ende der Woche notierte Weizen deutlich niedriger, nachdem die US-Wetterbehörde für die Periode von April bis Juni überdurchschnittliche Niederschläge prognostizierte, die die Pflanzenentwicklung positiv beeinflussen sollten. Zum Wochenstart dagegen gibt die am Wochenende kälter als vorhergesagte Witterung in Kansas und Oklahoma dem Preis wieder Auftrieb.

Noch ist aber nicht klar, ob die Weizenpflanzen in größerem Ausmaß Schaden genommen haben. Die aktuelle Preisentwicklung am US-Markt könnte heute auch die Notierungen in Paris stützen. Auch in Paris hatte der Weizenpreis seit Dienstag deutlich nachgegeben. Bis Freitag verlor er 3,2% auf 152 Euro je Tonne. Neben den US-Vorgaben waren der stärkere Euro und rückläufige EU-Weizenexporte gegenüber der - allerdings aus statistischen Gründen nach oben verzerrten - Vorwoche Gründe für den Preisrückgang.



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