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Kehrwieder - mit Trump

13.04.2017  |  Folker Hellmeyer
Der Euro eröffnet heute gegenüber dem USD bei 1.0670 (08.04 Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1.0589 im nordamerikanischen Handel markiert wurde. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 109.04. In der Folge notiert EUR-JPY bei 116.35. EUR-CHF oszilliert bei 1.0692.

Trotz global zunehmender politischer Spannungen können die hohen Bewertungen der Wertpapiermärke nahezu an allen global relevanten Börsen aufrecht erhalten werden.

Trotz Wachstumsrisiken überwiegen bei Unternehmenswerten (noch) Erwartungen an eine größere Wachtumsdynamik dank sich verbessernder globaler Konjunkturlagen. Bei Anleihen dagegen sorgte Trump mit seiner verbalen Kehrtwende für eine Überraschung. Nachdem im Wahlkampf und während der bisherigen Dienstzeit das Bild einer soliden US-Economy gezeichnet wurde, die höhere Zinsen gut vertragen könne, dreht sich Trump nun auch bei dieser Bewertung radikal.

Plötzlich ist der starke Außenwert des US-Dollars ein Problem - und auch die potenziell ansteigenden (und in Planung befindlichen Steigerungen) Zinsen. Die Treasuries reagierten mit deutlichen Kursgewinnen, denn auch wenn der Präsident die Fed nicht anweisen darf und kann nun doch davon auszugehen ist, dass im Weißen Haus Vorkehrungen getroffen werden, um ein möglicherweise erstes schwaches Quartal 2017 zu rechtfertigen. Da bisher trotz der März-Erhöhung der Markt an weiteren Zinsschritten im diesem Jahr zweifelt, sind die Aussagen Wasser auf die Mühlen der Skeptiker.

Die Treasury-Renditen reagierten empfindlich und fielen um über 10 Basispunkte auf das Niveau aus November 2016 zurück. Bekanntlich folgen die europäischen Zinsen den US-Zinsen mit einigem Abstand, es ist aber fraglich ob der verzerrte europäische Markt diese Nachrichten überhaupt verarbeitet, da zuletzt die Anzeichen der EZB stark in Richtung 2019 tendierten, nachdem es vorher nicht wenige Diskussionen über ein Tapering mit Beginn Ende 2017 gab … Die Währung wird es in diesem Umfeld aus politischer Beeinflussung und potenziell enttäuschender Realdaten schwer haben einen erneuten Angriff auf die bisherige Untergrenze bei EUR/USD 1,0350 oder gar die Parität haben.

"Kehrtwender" Trump - Kehrwieder um … im Norddeutschen steht dieser Begriff für Sackgasse

Ein höheres Defizit im Federal Budget, das für eine Teilmenge im öffentlichen Haushalt steht, fiel mit 176,2 Mrd. USD höher aus mit 167 Mrd. USD prognostiziert wurde. Im März vor einem Jahr lag der Wert noch deutlich niedriger bei 108 Mrd. USD. Besonders auffällig ist der Umstand, dass die öffentlichen Einnahmen um knapp 5% zurück ging. Dramatisch knickten die Unternehmenssteuern im Berichtsmonat um 61,3% ein.

Die Daten signalisieren schwächere wirtschaftliche Dynamik.

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© Moody´s economy.com


Das nächste Update der hoch geschätzten GDPNow-Daten wird am Freitag erfolgen, wenn wir Karfreitag feiern. Die zuletzt genannten Daten machen keine Hoffnung, dass der ohnehin aktuell sehr niedrig ausgewiesene Wachstumspfad für das Bruttoinlandsprodukt neuen Auftrieb bekommt. Die am 28. April zur Veröffentlichung anstehenden BIP-Daten aus dem ersten Quartal 2017 lassen nur wenig Phantasie hinsichtlich anziehender Wachstumsdaten aufkommen.

Zuletzt lag die Quartalszahl in 2016 bei 2,1%, was nach unserer Lesart 0,52% Wachstum entspricht.

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© Fed Atlanta


Es ist ein expolsives Gemisch für das sich politisch zusammen gebraut hat. Es ist auffällig, mit welcher Stringenz Trump seine Meinung zur Außenpolitik (Syrien, Nordkorea) und auch zur wirtschaftlichen Lage (US-Dollar, Zinsmeinung) gedreht hat. Dieser Cocktail bietet ultimativ die Grundlage für Neubewertungen an den Finanzmärkten. Noch ist es zu früh, um die zuletzt schwachen Daten fortzuschreiben, aber die Chancen für ein enttäuschendes erstes Quartal in 2017 stehen gut - dieses Szenario würde Trump weiter unter Druck setzen. Es scheint opportun, eindeutige Positionierungen zu verringern und auf steady hand zu setzen.

Aktuell ergibt sich ein Szenario, das den Euro gegenüber dem USD favorisiert. Erst ein Unterschreiten des Unterstützungsniveaus bei 1.0450-1.0480 dreht den Bias zu Gunsten des USD.

Viel Erfolg!


© Moritz Westerheide
Bremer Landesbank



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