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Das Ende des Schuldenzyklus naht

04.12.2018  |  John Mauldin
Die Wissenschaft lehrt uns, dass Energie innerhalb eines geschlossenen Systems weder neu erschaffen noch zerstört werden kann. Welcher Betrag auch immer vorhanden ist, er wird gleich bleiben - höchstens die Form ändert sich. Wenn nur das Gleiche auch für Schulden gelten würde.

Innerhalb des geschlossenen Systems namens Erde sind wir viel besser darin, Schulden zu schaffen als Schulden zu eliminieren. Doch wenn wir zu viele Schulden haben, werden wir sie auf schmerzhafte und äußerst unangenehme Weise im Rahmen einer Schuldenkrise los. Das ist in der Geschichte immer wieder vorgekommen.

Heute werfen wir einen Blick auf Ray Dalios neues Buch "Principles for Navigating Big Debt Crises", in dem er die Schuldenzyklen analysiert und erklärt, wie wir uns verhalten können. Ich habe das Buch vor Kurzem während einer Reise nach Frankfurt gelesen und kann es wirklich jedem empfehlen. Sie können es bestellen oder hier eine kostenlose PDF-Version herunterladen (auf Englisch).

Zumindest sollten Sie die ersten 60 Seiten lesen, auf denen Dalio seine Prinzipien und Gedanken erläutert. Der Rest des Buches befasst sich ausführlich mit den 48 Schuldenkrisen, die es in der jüngeren Geschichte gab, und teilt diese in verschiedene Kategorien ein, die allesamt analysiert werden. Daten-Junkies werden diesen Teil lieben. Dalio präsentiert uns eine brillante Untersuchung zur Entstehung von Schuldenkrisen und einen Leitfaden dafür, was Sie tun können, wenn es zu einer solchen Krise kommt.

Auf den ersten Blick glauben Sie vielleicht, dass Dalio in Bezug auf die nächste Schuldenkrise und ein Ereignis, das ich als "Großen Neustart" bezeichne und in diesem Jahr in zahlreichen Artikeln behandelt habe optimistischer ist als ich. Ich betrachte den Großen Neustart als wirtschaftliche Katastrophe, die eine ganze Generation nachhaltig prägen wird. Schuldenkrisen sind zwar ebenfalls mit Verlusten verbunden, haben aber einen grundlegend anderen Charakter.

Ray Dalios Buch hat mir geholfen, genauer zu definieren, was ich mit dem Großen Neustart meine. Wir werden dieses Thema in künftigen Beiträgen noch genauer betrachten, aber hier ist ein entscheidender Punkt: Es ist möglich oder vielleicht sogar wahrscheinlich, dass wir unabhängig vom Großen Neustart, so wie ich ihn kommen sehe, noch eine weitere Schuldenkrise erleben.

Was wir als "Große Rezession“ bezeichnen, war im Grunde genommen nur ein ganz gewöhnlicher Kreditzyklus. Anders als die Große Depression scheint die letzte Krise das Verhalten derer, die sie erlebten, nicht grundlegend beeinflusst zu haben. Die Große Depression war dagegen ein traumatisches Ereignis, das einer ganzen Generation seinen Stempel aufdrückte. Die Ereignisse von 2008 hatten, so schlimm sie auch waren, nicht einmal annähernd den gleichen Effekt.

Tatsächlich wiederholen wir heute viele Fehler der Jahre 2006 und 2007. Wir jagen den Renditen hinterher etc. Als hätten wir nicht gelernt, dass die Herdplatte heiß ist. Wir laden uns allerlei nicht bewertete und schlecht bewertete Kredite und sogar Leveraged Loans auf, um unsere Kapitalerträge in einer Welt der niedrigen Zinsen aufzubessern, und reden uns ein, dass "diesmal alles anders ist."

Das wollen wir immer glauben, aber das ist es nie. Manchmal bin ich sprachlos vor Staunen über die menschliche Fähigkeit, noch vor dem Frühstück an sechs unmögliche Dinge zu glauben. Und wir tun das immer und immer wieder, und erwarten in unserem Wahn jedes Mal ein anderes Ergebnis. Doch ich greife zu weit vor. Sehen wir uns zunächst Dalios Buch an.


Kennen Sie sich selbst

Bevor wir auf den Inhalt des Buches zu sprechen kommen, sollten Sie einiges über Ray Dalio und das von ihm gegründete Unternehmen, Bridgewater Associates, wissen. Mit einem verwalteten Vermögen von etwa 150 Milliarden Dollar zählt Bridgewater zu den größten und erfolgreichsten Hedgefonds-Betreibern weltweit. Es handelt sich dabei auch um ein äußerst ungewöhnliches Unternehmen.

Dalio entschied sich schon früh in seiner Karriere, nachdem er einige schmerzhafte Verluste verkraften musste, die ihn fast in den Ruin getrieben hätten, seine Fehler rigoros zu untersuchen. Wenn er falsch lag - und das tun alle Trader von Zeit zu Zeit - überprüfte er anschließend sein Vorgehen, identifizierte die Fehler und dokumentierte sie. Das half ihm, sie in Zukunft zu vermeiden.

Letztlich weitete er diesen Prozess auf das gesamte Unternehmen aus. Bei Bridgewater nutzen die Angestellten ein Computersystem, um ihre Entscheidungen stetig gegenseitig zu bewerten, sowohl die großen als auch die kleinen. Das Ergebnis dessen ist eine riesige Datenbank, die zeigt, wer meistens richtig liegt, und in welchen Bereichen die Stärken und Schwächen der Mitarbeiter liegen. Das hat Einfluss auf Personalentscheidungen, die Aufgabenverteilung und alle möglichen anderen Dinge. Zudem ist das System völlig transparent. Jeder bei Bridgewater kennt die Geschäfte aller anderen.


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