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Rezessionsanzeichen überall

24.04.2019  |  John Mauldin
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Das allein sollte Ihnen bewusst machen, dass es wahrscheinlich ein Fehler wäre, Ihr Vertrauen in Zentralbanker zu setzen. Wir können nicht wissen, wie viel schlimmer die letzten zehn Jahre ohne ihre "Hilfe" gewesen wären, doch sieht das nach Erfolg aus?

Aber hier sind wir nun, Millionen immer noch im Loch der letzten Rezession und die nächste bahnt sich möglicherweise schon an. Wir können uns auch nicht auf historische Präzedenzfälle verlassen, um herauszufinden, wo, wann oder warum sie beginnen wird. Doch wir können einige begründete Vermutungen anstellen.


Der erste Dominostein

Vorhin nannte ich die USA eine "Insel der Stabilität". Es existieren noch weitere solche Inseln und Australien ist weit oben auf der Liste. Die letzte Rezession in Down Under ist 27 - ja, 27 - Jahre her, im Jahr 1991. Kein anderes Industrieland kann dasselbe von sich behaupten.

Die lange Strähne hat einiges damit zu tun, dass Australien, während des historischen Wirtschaftsbooms Chinas, einer seiner Hauptrohstofflieferanten war. Aber Australien hat auch andere Dinge richtig gemacht. Leider hat alles einmal ein Ende. Wenngleich noch nicht offiziell in einer Rezession, so sinkt Australiens Wachstum bereits. Professor Richard Holden von der University of New South Wales sagt, es befinde sich in einer "effektiven Rezession", da das Pro-Kopf-BIP sowohl im dritten Quartal als auch im vierten Quartal 2018 sank.

(Übrigens ist Italien gleichermaßen in einer "technischen Rezession". Sie können mit mehr solcher Umschreibungen rechnen, da Regierungen versuchen, das "R-Wort" zu umgehen.)

Wie es oft der Fall ist, sind Immobilien beteiligt. Australiens Immobilienboom/-blase könnte schlecht ausgehen. Letzte Woche hob Grant Williams ein Video hervor von Ökonom John Adams, Martin North, dem Gründer von Digital Finance Analytics, und dem irischen Finanzberater Eddie Hobbs. Die drei sagen, dass Australiens Wirtschaft immer mehr wie Irland kurz vor dem Immobilienmarktkollaps 2007 aussehe.

Die Parallelen sind ein bisschen unheimlich.

Australiens private Verschuldung im Verhältnis zum BIP war per September des letzten Jahres laut der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich bei 120,5%, eine der höchsten weltweit. Im Jahr 2007 lag Irland bei 100%.

Gleichzeitig schätzt die Reserve Bank of Australia (RBA) die private Verschuldung im Verhältnis zum Einkommen auf 188,6%. Irland war 2007 bei 200%, während die USA nur bei 116,3% Anfang 2008 war.

Zahlen der RBA zeigen auch, dass mehr als zwei Drittel des Nettovermögens privater Haushalte des Landes in Immobilien investiert sind. Im Jahr 2008 war der Anteil bei 83% in Irland und bei 48% in den USA. Derweil werden 60% der Kreditvergabe australischer Finanzinstitute der Immobiliensparte zugeschrieben.

Der Internationale Währungsfonds bescheinigte der irischen Wirtschaft und Banksystem 2007 eine gute Gesundheit und deutete an, dass eine "sanfte Landung" der wahrscheinlichste Ausgang gewesen wäre. Letzten Monat sagte der IWF, dass Australiens Immobilienmarkt auf eine "sanfte Landung" zusteuerte.

Immobilienpreise in Sydney und Melbourne sanken um fast 14% und 10% von ihren jeweiligen Höchstständen im Juli und November 2017, was mit einem starken Rückgang des Kreditflusses in den Immobiliensektor sowohl für Eigennutzer als auch für Investoren zusammenfällt.



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