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Edelmetalle bereiten sich auf Rally vor

20.05.2019  |  Steve St. Angelo
- Seite 4 -
Würde der NASDAQ zurück zu seinem 200-monatigen gleitenden Durchschnitt korrigieren, dann würde er um mehr als die Hälfte seines aktuellen Wertes fallen. Wie wir sehen können, sind die großen Aktienindices sogar noch inflationierter als vor der Finanzkrise 2008.

Doch dasselbe gilt nicht für Gold und Silber. Ich erhalte weiterhin Emails von einigen meiner Anhänger, die glauben, dass Gold und Silber zusammen mit den allgemeineren Märkten zusammenbrechen werden. Obwohl wir für eine kurze Zeit Verkäufe am Edelmetallmarkt beobachten könnten, so zweifle ich, dass es ähnlich wie 2008 bis 2009 wird. Wenn wir den 200 MMA für Gold und Silber betrachten, dann entspricht das aktuelle technische Setup dem genauen Gegenteil von 2008:

Betrachten wir zuerst Silber. Im Jahr 2008 befand sich der Silberpreis unglaubliche 212% über seinem 200-monatigen gleitenden Durchschnitt:

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Als Silber 2008 zu 20 Dollar gehandelt wurde, befand sich dessen 200-monatiger gleitender Durchschnitt bei 6,40 Dollar. Es war also extrem überbewertet sowie überkauft. Als die Märkte dann zusammenbrachen, fiel Silber in eine Spanne von 8 Dollar bis 9 Dollar. Sie werden feststellen, dass ich die durchschnittlichen Produktionskosten für Silber in diese zwei Zeitspannen einbezogen habe. Da der durchschnittliche Jahrespreis für Öl seit 2000 höher stieg, beeinflusste das die Kosten, um Silber und Gold zu produzieren. Als der Silberpreis 2008 also unter die Produktionskosten fiel, dauerte es nicht lange, bis er 2009 wieder darüber stieg.

Aktuell befindet sich der Silberpreis 11% unter seinem 200-monatigen gleitenden Durchschnitt. Obwohl das für Trader ein negativer technischer Indikator sein könnte, so sehe ich dies nur als temporär an. Meiner Analyse zufolge befindet sich die aktuelle Gewinnschwelle für die primäre Silberbergbauindustrie bei etwa 15 Dollar je Unze. Das bedeutet, dass wir kurzfristig niedrigere Silberpreise erwarten könnten. Wir müssen jedoch verstehen, dass Silber - beim besten Willen - nicht überkauft oder überbewertet ist. Tatsächlich ist sogar das Gegenteil der Fall. Die Gewinnschwelle, um Edelmetalle zu produzieren, bietet weiterhin einen Gold- und Silberpreisboden.

Des Weiteren sind Gold und Silber gestiegen, als der Markt Verkäufe startete, und nicht gefallen. Die Edelmetalle fungieren noch immer als ein Angsthandel.

Zudem befindet sich der Goldpreis derzeit deutlich näher an seinem 200-monatigen gleitenden Durchschnitt als 2008:

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Im Jahr 2008 befand sich der Goldpreis 144% über seinem 200-monatigen gleitenden Durchschnitt, im Vergleich zu den heutigen 25% über dem 200 MMA. Als der Goldpreis zudem 2008 korrigierte, ging er auf die Gewinnschwelle der Branche von etwa 650 Dollar je Unze zurück. Das war der Grund, warum es nicht zurück auf seinen 200 MMA fiel. Wie wir zudem über die letzten fünf Jahre hinweg beobachten können, prallte der Goldpreis von den 1.150 Dollar ab, da dies nun der Boden seiner Produktionskosten ist. Ja, es stimmt, dass Gold Ende 2015 unter diesen Wert fiel, doch das war auf den Ölpreisrückgang auf 28 Dollar je Barrel zurückzuführen.

Einige Analysten deuten an, dass Gold während des nächsten Marktzusammenbruchs zurück auf 1.000 Dollar je Unze fallen könnte, bevor es sich umkehrt und neue Hochs verzeichnet. Obwohl so ziemlich alles möglich ist, sehe ich das nicht als "wahrscheinliches" Szenario. Aufgrund des weiterhin fallenden Erzgehalts, selbst zu niedrigeren Ölpreisen, nehmen die Produktionskosten der Goldbergbauindustrie weiter zu. Natürlich könnten die Kosten fallen, wenn wir mehr als 75% der weltweiten Goldproduktion vernichten würden. Das würde jedoch zu einem derart verminderten Angebot führen, das den Preis auf neue Höhen treiben würde...


Der wichtige Faktor, der Vermögenswertpreise in Zukunft bestimmen wird

Ich werde diese Thematik nur kurz ansprechen, während ich den Artikel langsam zum Schluss bringe. Ich habe in einige Artikel geschrieben, dass der Ölpreis ein Frühindikator für Gold- und Silberpreis war. Demnach stellen die Produktionskosten schon immer den Bodenpreis für die Edelmetalle dar. Jedoch werden wir irgendwann eine Trennung beobachten können, wie der Ölpreis (und dessen Angebot) den Wert der meisten Assets (Aktien, Anleihen und Immobilien) gegenüber Gold und Silber beeinflussen wird.

Lassen Sie es mich einfach ausdrücken. Der steigende Ölpreis hat den Wert der meisten Assets in Kombination mit der weltweit zunehmenden Ölproduktion steigen lassen. Jedoch nehmen die Werte der meisten Assets ab, wenn die Ölproduktion eine Spitze bildet oder zurückgeht, während Gold und Silberpreis höher steigen.

Zusammenfassend sind die Aktienmärkte derzeit deutlich überbewertet, wenn wir sie anhand ihrer 200-monatigen gleitenden Durchschnitte betrachten. Der NASDAQ und die Technologieaktien sind überbewerteter als der Dow Jones Index, ähnlich wie 1997 bis 1999, während des Technologie-Booms. Die Gold- und Silberpreise bewegen sich hingegen am anderen Ende des Spektrums im Vergleich zu den allgemeinen Märkten, da sie unterbewertet sind und näher an ihren 200 MMA liegen. Der Silberpreis befindet sich sogar 11% unter seinem 200 MMA.

Ich denke also, dass sich die Edelmetalle auf eine heftige Rally vorbereiten, während sich die allgemeineren Märkte für einen Crash rüsten.


© Steve St. Angelo
(SRSrocco)



Dieser Artikel wurde am 12. Mai 2019 auf www.srsroccoreport.com veröffentlicht und exklusiv für GoldSeiten übersetzt.


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