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Extreme Sparsamkeit

14.08.2019  |  Chris Martenson
In meiner Kindheit besaßen wir nicht sonderlich viel, da meine Mutter alleine drei Kinder großziehen musste. Ein Großteil der Dinge, die ich haben wollte, erforderten disziplinierte Sparsamkeit.

Meine erste Fliegenrute von Orvis kaufte ich mir mit 13 Jahren und es dauerte fast ein ganzes Jahr, bis ich genug gespart hatte.

Als Jugendlicher nahm ich an einer Cross-Country-Reise teil, während der ich von 5 Dollar die Woche lebte (1980er Jahre). Das stellte sich als eine Kunstform heraus, die mit getrockneten Bohnen und dem kostenlosen Camping auf staatlichen Flächen einherging; dabei wachte ich einst mit einem Bullen vor meinem Zelt auf, der dort scharrte und schnaubte. Ich wusste nichts über das Verhalten von Bullen und das tue ich noch immer nicht; doch ich wusste, dass dieses Verhalten kein gutes Zeichen war, also nahm ich Abstand, verwendete das Zelt als Schild und kletterte auf einen Baum.

Auf dem Boden oder auf Sofas zu schlafen, macht mir nichts aus. Ich bin kein sonderlich wählerischer Esser. Ich bin einfach.

Sparsam zu sein und sich mit dem "zu begnügen", was man zur Hand hat, fällt mir leicht. Verstehen Sie mich nicht falsch, ich kann durchaus Vergnügen dabei empfinden, Geld auszugeben und bin im Laufe meines Lebens schon einigen teuren Hobbys nachgegangen. Doch ebenso gut kann ich auch mein Portemonnaie geschlossen halten und nicht schwach werden.

Ich bin froh, dass ich das kann, denn sparsam zu sein, ist eine extrem wertvolle Fähigkeit, um sich auf eine Zukunft des "Weniger" vorzubereiten.


Scheitern des Systems

Manchmal - und früher, als wir erwarten - scheitern die Systeme, auf die wir uns verlassen.

Das Wettersystem ist bereits unerträglich vage geworden. Hitzewellen in Europa; Regen, die die Ernte in den landwirtschaftlichen Regionen der USA ruinieren und noch nie dagewesene Hitze in den arktischen Regionen; dies alles zeigt uns, dass etwas schrecklich schief läuft.

Tatsächlich schreibe ich diesen Artikel an einem späten und warmen Juniabend in New England, nahe eines geöffneten Fensters und mit eingeschaltetem Licht; es fliegen exakt null Insekten durch den Raum. Kein einziges. Ich bin alt genug, um mich an die Schwärme von Käfern, Motten, Moskitos und andere Insekten zu erinnern, die von einer solchen Nacht angelockt wurden. Dass ich sie heute nicht sehe, ist ziemlich beunruhigend.

Jeder, der lesen kann oder Zugang zum Internet hat und zumindest einen Hauch von Neugier besitzt, kann die Anzeichen erkennen, dass wir von tiefgreifendem Stress umgeben sind - in unserer Umwelt, unserer Gesellschaft und unserer Wirtschaft.

Es ist wichtig zu realisieren, dass alles innerhalb der finanziellen Sphäre - von den Aktien- und Anleihepreisen bis hin zur fiskalpolitischen Solvenz unserer Nationen - davon abhängig ist, dass die zukünftige Wirtschaft exponentiell größer sein wird als unsere heutige. Doch diese Erwartung ist fehlerhaft; Sie können kein stetig exponentielles Wachstum von einem endlichen System erwarten.

Eine "Kreditrezession" hätte die Weltwirtschaft das letzte Mal (2008) fast zerstört. Nun jedoch steht uns eine noch größere Krise bevor, die bereit zum Anbruch ist.

Doch das wüssten Sie niemals, wenn Sie nur die abendlichen Nachrichten oder den größeren Medien folgen würden. Denn je gefährlicher die Dinge werden, desto verzweifelter versucht das verworrene System narrativer Kontrolle, die Massen davon zu überzeugen, dass alles in Ordnung sei.

Doch neugierige und kritische Denker - wie Sie und ich - wissen, dass das nicht stimmt.

Unser Wissen stammt von ökologischen Daten, die erschreckend sind. Plastikverschmutzung gibt es praktisch überall, Populationen von Insekten und Amphibien sterben aus, das Phytoplankton geht stetig zurück, Wetteranomalien brechen überall auf der Welt Rekorde, Störungen der Nahrungskette in den Ozeanen führen zum Massensterben von Vögeln und Walen, und Korallenriffe verschwinden mit erschreckender Geschwindigkeit.

Es stammt von den kulturellen und gesellschaftlichen Daten, die uns zeigen, dass sich die Fettleibigkeit verschlimmert, die Anzahl an Suiziden rekordverdächtige Niveaus erreicht, die Gefühle der Isolation zunehmen und es rekordverdächtiges Elend in der Welt gibt.

Unser Wissen ist auf die wirtschaftlichen Daten zurückzuführen, die uns das größte Einkommens- und Wohlstandsgefälle der Geschichte; 62% der Millenials, die von Gehaltsscheck zu Gehaltsscheck leben; verzweifelte Zentralbanken, die nur weitere Stimulibemühungen unternehmen; massive und rapide wachsende Schuldenberge; das Elend der Haushalte, die keinerlei Notpuffer besitzen, auf den sie zurückgreifen können; und die mehr als 200 Billionen Dollar unterfinanzierte Rentenfonds und Medicare-Versprechungen in den USA, die niemals beglichen werden können.

Auch wenn wir alle obengenannten Fakten beiseite lassen könnten (was wir nicht tun können), dann würde uns eine lauernde Energiekrise verkünden, dass sich die Zukunft schrecklich von der Vergangenheit unterscheiden wird. Die meisten Leute sind sich dessen nicht bewusst - fälschlicherweise durch die kürzliche Schieferölintrige der USA eingelullt - dass die Ölproduktion tatsächlich eine Spitze erreichen und dann zurückgehen wird. Oder dass der gesamte Energieoutput von fossilen Brennstoffen bereits stetig zurückgeht, nun da all die einfach zugänglichen Öl- und Gasvorkommen verschwunden sind.


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