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Deutsche Regierung spitzt ihren Krieg gegen Gold zu

17.01.2020  |  Ronan Manly
- Seite 5 -
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Also hat die deutsche Regierung in weniger als drei Jahren die Schwelle für anonyme Bargeschäfte im physischen Edelmetallhandel von 15.000 Euro auf 10.000 Euro und nun auf 2.000 Euro gesenkt. Das ist ein Rückgang um das 7,5-Fache. Doch woher kommt diese Ansicht? Gewiss nicht von Deutschlands Goldhändlern und auch nicht von jeglichen Studien der Bundesregierung. Doch sie hat nun die Grenze von 10.000 Euro auf 2.000 Euro auf Grundlage von vier möglicherweise verdächtigen Fällen der FIU, d. h. auf Grundlage keinerlei Beweise, gesenkt.

Der gesamte Schwindel der Bundesregierung für die Rechtfertigung der Herabsenkung der Edelmetallschwelle bezieht sich auf die "Nationale Risikoanalyse". Allerdings ist diese Risikoanalyse nur eine Reihe von Unternehmensberatungsplattitüden bespickt mit fehlerhafter Logik. Das Einzige, was darin zu Gold steht, ist Folgendes:

"Anonymität: Dass Geldwäscher und Terrorfinanzierer anonym bleiben möchten, versteht sich von selbst. Die Analyse hat gezeigt, dass Kriminelle Bargeld gegenüber anderen Zahlungsmitteln bevorzugen, da es weniger Spuren hinterlässt.

Nicht nur bei Kriminellen ist Bargeld beliebt – auch bei unbescholtenen Bürgern. Münzen und Banknoten sind das in Deutschland meistverwendete Zahlungsmittel. Bargeld anzunehmen, bleibt aber riskant, da es auch aus Delikten stammen kann. [...]

Weil Kriminelle ihre illegalen Transaktionen auch mit Gold und anderen Edelmetallen abwickeln können, geht von diesen bargeldähnlichen Vermögenswerten ebenfalls ein erhöhtes Risiko für Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung aus."


Und mit dieser zweifelhaften Logik hat Deutschland einen weiteren Schritt auf den Verlust der Freiheit, die Gold bietet, zugetan.


Nächster Halt 1.000 Euro

Die gesenkte Schwelle von 2.000 Euro bedeutet nun, dass selbst der Kauf eines 50 Gramm schweren Goldbarrens über der Meldeschwelle ist; ganz abgesehen von 100 Gramm und 200 Gramm schweren Goldbarren, die bei den deutschen Goldkäufern sehr beliebt sind.

Letzten September wollte der Bundesrat in seiner Stellungnahme zum Gesetzesentwurf, dass die meldepflichtige Grenze für Edelmetalle auf 1.000 Euro, anstatt 2.000 Euro, gesenkt wird. Die Begründung:

"Zwar sei die Verringerung des Schwellenwertes von 10.000 auf 2.000 Euro ein Signal in die richtige Richtung, dürfte aber in der Praxis genauso unwirksam gegen Geldwäsche sein wie die bisherige Schwelle von 10.000 Euro, da die Barzahlung nach wie vor bei der üblichen Handelsgröße von einer Unze (über 1.000 Euro) beliebig in anonyme Rechnungen gestückelt werden könne."

Unglaublicherweise wollen diese Etatisten die totale Kontrolle, bei der alle Goldtransaktionen ausgewiesen werden, einschließlich des Kaufs der beliebten 1-Unzen-Goldmünze:

"Die Absenkung des Schwellenwertes auf 1.000 Euro würde erreichen, dass die Aufstückelung der Barzahlung auf unterhalb des Schwellenwertes von 1.000 Euro liegende Goldmünzen wirtschaftlich uninteressant wäre, da dafür überproportionale Prägekosten anfallen würden." (Damit sind höhere Aufschläge auf kleinere Münzen gemeint.)

Dieses Mal antwortete die Bundesregierung (die den Gesetzesentwurf eingebracht hat) dem Bundesrat, dass sie erst abwarten wolle und zu gegebener Zeit überprüfe, wie sich die Senkung des Schwellenbetrages von 10.000 Euro auf 2.000 Euro auswirken werde. Doch da der Bundesrat die Trommel für eine noch niedrigere Grenze von 1.000 Euro rührt, scheint es, als ob die Deutschen bald nicht einmal mehr eine Unze Gold kaufen werden können, ohne sich auszuweisen.


Fazit

Wie die nach Gold verrückte Bevölkerung Deutschlands so etwas zugelassen hat, ist unklar. Abgesehen von den Panikkäufen im Dezember im Vorfeld des neuen niedrigeren Schwellenbetrags, gab es anscheinend keine politischen Gegenreaktionen. Für Jahrtausende waren Gold und Silber eine echte Form von Geld und Ersparnissen sowie ein zuverlässiger Wertspeicher. Es steht im Gegensatz zu Fiatgeld, das immer wieder an Wert verliert, wie die Erfahrungen aus der Geschichte zeigen.

Mit diesem neuesten Angriff auf das Sparen in Gold und anderen Edelmetallen wurde die Desinformation der Bundesregierung nun offengelegt. Es gibt keine Beweise dafür, dass am Schalter getätigte Edelmetallkäufe in bar, irgendetwas mit Geldwäsche in Deutschland zu tun haben. Wenn die deutsche "Nationale Risikoanalyse" mögliche Geldwäsche in Europa aufdecken möchte, gibt es genug potenzielle Beweise im naheliegenden Umfeld, wie zum Beispiel beim Riesen Deutsche Bank oder dem Nachbarn Danske Bank. Ähnlich gab die Europäische Kommission in einer kürzlichen Studie an, dass "Beschränkungen für Barzahlungen [...] die Terrorismusfinanzierung nicht spürbar eindämmen [würden]".

Doch genau wie Regierungen und ihre Nachrichtendienste oft die größten Quellen der Terroristenfinanzierung sind und sie den erdichteten Krieg gegen den Terror als Vorwand benutzen um Bürgerrechte zu untergraben, implementieren Regierungen ständig neue Wege, den Bargeldgebrauch einzuschränken und in die Privatsphäre der Bürger einzudringen, wie dieses neueste Beispiel aus Deutschland belegt.

Nun ist das wahre Gesicht der deutschen Regierung in ihrem Krieg gegen Gold und gegen die Privatsphäre der Bürger für alle deutlich sichtbar. Edelmetallhändler in Deutschland werden nun Details über alle Transaktionen im Wert von mehr als 2.000 Euro für gesetzlich vorgeschriebene fünf Jahre aufbewahren. Außerdem müssen Händler den Zugang zu diesen Auszeichnungen auf Verlangen von Aufsichtsbehörden gewähren. Wie alle Etatisten wird die Obrigkeit, da die Daten ja nun aufgezeichnet werden, in Zukunft in Versuchung sein, danach zu fragen.


© Ronan Manly
BullionStar



Dieser Artikel wurde am 13. Januar 2020 auf www.bullionstar.com und zuvor auf RT.com veröffentlicht und exklusiv für GoldSeiten übersetzt.


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