15. August 1971 – Der Anfang vom Ende der US-Hegemonie
22.08.2025 | Matt Piepenburg
Vor vierundfünfzig Jahren (am 15. August 1971) hob Nixon den Goldstandard für den US-Dollar auf und schlug damit offiziell den letzten Sargnagel in das konstitutionell verankerte Konzept der US-Landeswährung. Aber Schwamm drüber, immerhin kann diese Verfassung noch als hübsches Museumsstück dienen, an dem die Kinder vorbeilaufen.Lügen von ganz oben
Damals, im Jahr 1971, logen "die da oben" das Blaue vom Himmel (was für erfahrene und kritisch denkende Staatsbürger nichts Neues ist). Präsident Nixon versprach uns vor laufenden Kameras, dass die Aufhebung der Goldbindung "nur vorübergehend" sei (kommt Ihnen bekannt vor?) und dass "Ihr Dollar morgen noch genauso viel wert sein wird wie heute". Doch das Flunkern fing damit erst an…
Vor 1971 behaupteten der US-Finanzminister und die Vertreter der Federal Reserve noch, dass Gold den US-Dollar eigentlich schwäche. Eine Aufhebung der Goldbindung würde den US-Dollar zukünftig stärken, was den Goldpreis tatsächlich sinken lassen würde.
Hmmm.
Mathe-Fakten-Check...
Ein kleiner Fakten-Check wäre an dieser Stelle vielleicht ganz amüsant…
Erstens dauert die Aufhebung des Goldstandards nun schon länger als ein halbes Jahrhundert an, weshalb "vorübergehend" wohl kaum der passende Begriff ist. Und was die Kaufkraft des US-Papierdollars angeht: Gemessen an einem Milligramm Gold hat er seit 1971 mehr als 99% seines Wertes verloren.
Entgegen der Auffassung des US-Notenbankchefs und des US-Finanzministers, die 1971 zur Expertenanhörung in den US-Kongress geladen wurden, sank der Goldpreis nicht. Bis heute ist er um ganze 8.000% gestiegen!
ACHTTAUSEND PROZENT.
Hä? Was zum Teufel...? Wie ist das möglich? Was bitte hat Gold in den letzten 54 Jahren gemacht? Gemacht es hat herzlich wenig.
Der US-Dollar hingegen – befreit von seiner verfassungsmäßig verankerten Golddeckung – legte richtig los und multiplizierte (d.h. entwertete) sich wie verrückt, um für die regelrecht kriminelle Defizitfinanzierung des Landes aufzukommen. Wie bei einem Teenager, der Vaters Kreditkarte in die Finger bekommt, brach nun offiziell mit dem 15. August 1971 bei der US-"Führung" die Schulden- und Ausgabesucht aus. Und an genau diesem Tag begann demnach der Teufelskreis für den US-Dollar.
Sie wollen mir nicht glauben? Sie sehen hier keinen Zusammenhang? Hier ist noch ein widerspenstiger Fakt: Im Jahr 1971 lagen die Staatsschulden der USA bei 398 Milliarden US-Dollar. Diese Zahl ist inzwischen auf 37,2 Billionen US-Dollar explodiert – buchstäblich zu meinen Lebzeiten...

Geschichte ignorieren = Geschichte wiederholen
Die Lektion ist simpel: Währungen, die durch nichts gedeckt sind, fördern Schuldensucht, welche die Kaufkraft von Papiergeld schwächt. Genau dieser Kreislauf hat sich im Laufe der Geschichte unzählige Male wiederholt (siehe auch: The Faces and Cycles of Gold).
Gold, das weitaus ehrlicher ist als politische Entscheidungsträger es sind, steigt, weil Papiergeld IMMER unter der Last von unehrlichen Ausgaben stirbt.
Erst unehrlich, dann verzweifelt
Unehrlichkeit zieht natürlich immer auch fehlende Rechenschaft und Verantwortungsbereitschaft nach sich, worauf wiederum Verhaltensmuster wie Verzweiflung, Schuldzuweisungen und Irrsinn folgen – wie z.B. ein amtierender US-Präsident, der einen Notenbankchef (von dem auch wir keine Fans sind) einen "total loser" nennt. Das Ausmaß politischer Verzweiflung, die sich als mutiges Vorgehen ausgibt (Zollpolitik, Genius Act, Fed-Beschimpfungen und sogar die zunehmende "Begeisterung" für eine Gold-Neubewertung), sind heutzutage täglich Thema.
Noch erschreckender ist, dass solche Muster nicht nur in den USA zu beobachten sind, sondern ein weltweites Phänomen darstellen…
1997 betrug die globale Verschuldung 30 Billionen US-Dollar. Diese Zahl ist inzwischen bis weit über 300 Billionen US-Dollar geschossen.
